Wirtschaft

Erfolg durch ökologische und soziale Modernisierung der Wirtschaft

Produktion von Laserwerkzeugen im Reinraum - Werksreportage bei dem mittelständischen Maschinenbauer Trumpf GmbH und Co.Kg in Ditzingen (© Trumpf GmbH und Co.Kg)

Baden-Württemberg ging es selten so gut wie heute. Damit unsere Unternehmen weiterhin bestmögliche Rahmenbedingungen vorfinden, um nachhaltig erfolgreich sein zu können, richten wir unser politisches Handeln am Wertekonsens einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft aus. Wir erachten den Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit als zentralen Treiber für den Wohlstand von morgen.

Baden-Württemberg steht für Innovation und wirtschaftliche Dynamik.Weltkonzerne wie Daimler, Bosch, SAP, Porsche, Würth, Trumpf und viele andere gehören heute zu den größten und erfolgreichsten Unternehmen – ihre Produkte und Dienstleistungen sind weltweit führend. Daneben sind aber gerade auch viele mittelständische und kleinere Firmen eine tragende und unverzichtbare Säule unserer Wirtschaft.

Groß gemacht haben diese Unternehmen Neugier und Entdeckerfreude, welche letztlich zu bedeutenden Erfindungen geführt haben. Daher steht die Förderung einer Innovationskultur im Mittelpunkt unserer Politik. Insbesondere wollen wir diejenigen unterstützen, die mit Mut und Unternehmergeist daran arbeiten, die Chancen der Digitalisierung auszuloten und zu nutzen.

Innovationen für unsere Zukunft

Um Innovationspotenziale der digitalen Welt bestmöglich auszuschöpfen, haben wir mit digital@bw eine umfassende und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie, in der wir neben der Wirtschaft auch Bildung, Wissenschaft und Forschung verzahnen. Denn die digitale Revolution, in der wir uns befinden, geht weit über die Industrie im engeren Sinne hinaus. Vielmehr verändert sie grundlegend die Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren, wie wir arbeiten und leben.

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, Kinder und Jugendliche in den Schulen bestmöglich auf die digitale Welt vorzubereiten. Wir wollen, dass unsere Kinder die neuen Kulturtechniken nicht nur bedienen, sondern auch begreifen und beherrschen lernen. Verknüpft mit unternehmerischem Denken, das ebenfalls in unsere Bildungspläne Eingang gefunden hat, sollen daraus die Unternehmerinnen und Unternehmer der Zukunft erwachsen.

Mit unserer Politik wollen wir eine Innovationskultur schaffen, die auch das Scheitern zulässt und dass Menschen, die nicht im ersten Anlauf nicht erfolgreich waren, weitere Chancen erhalten. Denn niemand kann sicher vorhersagen, welche Strategien, welche Produkte, welche Dienstleistungen, welche Geschäftsmodelle in Zukunft erfolgreich sind. Wir wollen diejenigen unterstützen, die mit Neugier und Mut, mit Tüftler- und Unternehmergeist hart daran arbeiten, die Zukunft für sich selbst und das Land zu gewinnen.

Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, die Rahmenbedingungen für privates Wagniskapital zu verbessern. Auf Landesebene haben wir zusammen mit der L-Bank einen neuen Wagniskapitalfonds aufgelegt, um den Markteintritt von jungen Unternehmen zu unterstützen.

Landeskampagne „Start-up BW“ gestartet

Wir wollen Baden-Württemberg zum Magneten für kreative Menschen machen und zu einer der weltweit gründerfreundlichsten Regionen ausbauen. Die erfolgreiche Landeskampagne „Start-up BW“  stärkt das Gründerland Baden-Württemberg in seiner Gesamtheit und die regionalen Start-up-Ökosysteme im Land. Kommunen spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Start-ups, zum Beispiel als Genehmigungsbehörde oder bei der Bereitstellung von für Start-ups geeigneten Objekten oder Flächen. Daher hat das Wirtschaftsministerium einen Wettbewerb gestartet, der die Gründerfreundlichkeit von Gemeinden, Städten und Kreisen prämiert. Das Pilotprogramm „Start-up BW Pre-Seed“, das früher als bisherige Förderungen ansetzt, schließt eine Finanzierungslücke in der frühen Phase der Unternehmensgründung, der sogenannten Pre-Seed-Phase.

Mit dem „Start-up BW Summit“ haben wir ein internationales Format der Präsentation und Vernetzung geschaffen, in dem Start-ups, Unternehmen, Finanzinstitute/ -dienstleister und Investoren sowie bestehende Ökosysteme gegenseitige Interessen ausloten, Geschäftsmodelle vorstellen und Unterstützer gewinnen können.

Hochschulen als Zukunftsschmieden

Wir unterstützen unsere Hochschulen dabei, in ihren Studiengängen die Themen Innovation und Gründung zu verankern. Denn gerade das Hochschulumfeld ist ein geeigneter Nährboden für Geschäftsideen und innovative Produkte. Mit dem Programm „Gründerkultur in Studium und Lehre“ fördert das Wissenschaftsministerium innovative Gründungsvorhaben an baden-württembergischen Hochschulen.

23 Gründungskulturprojekte, die das Wissenschaftsministerium seit 2016 mit nahezu 15 Millionen Euro unterstützt, bringen einen neuen Innovationsgeist an die Hochschulen. Ergänzend werden Gründerinnen und Gründer aus den Hochschulen durch das Förderprogramm „Junge Innovatoren“ unterstützt. Dabei geht es um die Vorbereitung auf Unternehmensgründungen; gleichzeitig wird aber auch der Wissens- und Technologietransfer  von den Hochschulen in die Wirtschaft gefördert.

Daneben investieren wir in spezielle Themenfelder und binden die Hochschulen und Forschungsinstitute mit ein. Schließlich gäbe es das Silicon Valley auch nicht ohne Stanford. Deshalb bauen wir derzeit in Heidelberg, Tübingen und Stuttgart/Karlsruhe einen Innovationscampus auf. Hier bringen wir Spitzenforschung, Wirtschaft und Start-ups in den Themenfeldern Medizin, Künstliche Intelligenz, Mobilität und Produktion zusammen. Am weitesten sind wir mit dem „Cyber Valley“, bei dem nicht nur die Universitäten Stuttgart und Tübingen, die Max Planck-Gesellschaft, sondern auch Unternehmen wie Daimler, Bosch und Amazon beim Zukunftsfeld Künstliche Intelligenz mit an Bord sind. Ziel des neuen Förderformats sind eine höhere wissenschaftsgetriebene Gründerdynamik, die Gewinnung hochqualifizierter Nachwuchskräfte sowie disruptive Erfindungen und bahnbrechende Entdeckungen.

Vernetzung als Schlüssel

Neben unseren Hochschulen haben auch unsere Unternehmen erkannt, dass kultureller Wandel nötig ist, um die digitalen Geschäftsmodelle der Zukunft zu entwickeln.

Start-ups bieten durch ihre besondere Dynamik und unvoreingenommene Sichtweisen Perspektiven, von denen auch etablierte Unternehmen profitieren können. Deshalb fördern sie diese Sichtweisen systematisch, gründen neue, freier arbeitende Einheiten oder fördern Start-ups in ihrem Tätigkeitsfeld.

Die Landesregierung unterstützt diese Entwicklung und hat mit der Allianz Wirtschaft 4.0 eine Plattform geschaffen, die etablierte Unternehmen sowie Start-ups, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kapitalgeber miteinander vernetzt.

Mit Hilfe von regionalen Digitalisierungszentren schaffen wir regionale „Ökosysteme“ für digitale Innovationen und regionale Unterstützungspunkte für die Digitalisierung der Wirtschaft. Dort sollen etablierte Unternehmen, gerade auch aus dem Mittelstand, Start-ups und weitere Akteure wie Forschungs- und Transfereinrichtungen, Hochschulen, Vertreter der Kreativwirtschaft, Verbände, Kammern, Business Angels und Wagniskapitalgeber, Intermediäre des Innovationsgeschehens und der Wirtschaftsförderung zusammenarbeiten.

Im Sinne einer regionalen Drehscheibe für Digitalisierung werden Akteure in den Hubs räumlich zusammengebracht. Sie ermöglichen Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer. Ziel ist, digitale Technologien erfahrbar zu machen, neue Geschäftsmodelle und gemeinsame digitale Projekte zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Hubs als erste Anlaufstelle für die Digitalisierung dienen und so kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) aus den jeweiligen Regionen beim Einstieg in die Digitalisierung unterstützen.

Schneller schnelles Internet

Gerade für die Unternehmen im Ländlichen Raum ist eine schnelle Internetverbindung mittlerweile zum entscheidenden Standortfaktor geworden. Deshalb treiben wir den Ausbau weiter konsequent voran. Wir wollen bis 2025 ein flächendeckendes gigabitfähiges Netz in Baden-Württemberg schaffen. Dazu investiert die Landesregierung bis zum Ende der Legislaturperiode über eine Milliarde Euro Landesmittel in die Breitbandinfrastruktur – vorwiegend in den ländlichen Räumen.

Wirtschaft ökologisch modernisieren

Die Potenziale der Digitalisierung wollen wir außerdem dazu nutzen, die ökologische Modernisierung der Wirtschaft voranzutreiben.

Umweltverträgliche und ressourcenschonende Maschinen und Produkte „Made in Baden-Württemberg“ bieten besonders für den Maschinenbau als Schlüsselbranche der hiesigen Industrie große Chancen. Denn Ressourceneffizienz wird immer mehr zum Wettbewerbsvorteil. Denn rund 45 Prozent der Herstellungskosten im produzierenden Gewerbe sind Materialkosten.

Schon heute beläuft sich der Umsatz mit Waren und Dienstleistungen für den Umwelt- und Klimaschutz in Baden-Württemberg jährlich auf knapp sechzehn Milliarden Euro – Tendenz steigend. Davon profitieren viele Branchen im Land: Vom Anlagenbau bis zum Heizungsinstallateur, vom exportorientierten Weltkonzern bis zum kleinen Handwerksbetrieb vor Ort.

Wir sorgen dafür, dass unser Wirtschaftswachstum weiter vom Ressourcenverbrauch entkoppelt wird und unsere Unternehmen Nummer eins bei Ressourceneffizienz und Umwelttechnologien werden. In der Produktion wollen wir mit dem Leitbild der „Ultraeffizienzfabrik“ Maßstäbe setzen.

Diesen Anspruch unseres Landes wollen wir gemeinsam mit der Wirtschaft mit Hilfe des Think Tanks „Industrielle Ressourcstrategien“ unterstreichen und vorantreiben. „Made in Baden-Württemberg“ soll weltweit nicht nur für höchste Qualität und bestmögliche Technik stehen, sondern auch für größtmögliche Nachhaltigkeit.

Für das Auto der Zukunft – Strategiedialog Automobilwirtschaft

Baden-Württemberg ist die Wiege des Automobils – und unser Land soll auch Pionier für die Erforschung, Entwicklung und Produktion des Autos der Zukunft werden. Die Megatrends Elektrifizierung, Digitalisierung, autonomes Fahren und Sharing-Modelle stellen die gesamte Branche vor riesige Herausforderungen. Diese Herausforderungen gilt es zu meistern. Die Landesregierung hat daher im Sommer 2017 den „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ angestoßen, der alle relevanten Akteure einschließt und auf das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen setzt.

Fachkräftebedarf sichern

Eine weitere große Herausforderung, der wir uns stellen, ist die Gewinnung guter und in einigen Branchen und Berufsfeldern dringend benötigter Fachkräfte. Dabei schlagen wir neue Wege ein. Mit der von der Landesregierung gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften gegründeten Fachkräfteallianz ist es gelungen, in Baden-Württemberg alle verantwortlichen Akteure zusammenzuführen, um Lösungen für den akuten Fachkräftemangel in bestimmten Berufen und für den Umgang mit der demografischen Entwicklung zu erarbeiten.

Ein Schwerpunkt der Allianz liegt darin, ungenutzte Fachkräftepotenziale im Land zu aktivieren. Zum Beispiel gut ausgebildete Frauen, die bislang Beruf und Familie oft noch nicht ausreichend vereinbaren können. Auch Geflüchtete sind für den Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg eine Chance, um den durch die demografische Entwicklung verstärkten Mangel an Fachkräften zu beseitigen. Die Allianz wird deshalb einen Fokus auf diese Personengruppen legen.

Darüber hinaus sind unsere „Welcome Center“ mittlerweile zu zentralen Anlaufstellen sowohl für internationale Fachkräfte als auch für mittelständische Betriebe auf der Suche nach Fachkräften im Ausland geworden. Da die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort maßgeblich für eine breite Wirkung ist, bestehen zusätzlich regionale Fachkräfteallianzen Hier bringen sich die Akteure vom Erfahrungsaustausch bis zu konkreten gemeinsamen Projekten ein.

Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Baden-Württemberg

Wasserstoff- und Brennstoffzellen sind eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom in Wasserstoff und dessen Nutzung als Energieträger unterstützt die großflächige Nutzung erneuerbarer Energie und macht diese flexibel und langfristig speicher- sowie transportierbar.

Die Brennstoffzelle ist für eine mobile Zukunft ohne Emissionen ebenso wichtig wie die Batterie. Es wird und muss in der Zukunft beides nebeneinander geben. Wir brauchen die Brennstoffzelle aber nicht nur für unsere Mobilität, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wird auch für die Speicherung von Energie aus Windkraft und Photovoltaik in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auch der Einsatz von grünem Wasserstoff, also aus erneuerbaren Energien gewonnener Wasserstoff, wird sich in der Industrie immer mehr durchsetzen.

Baden-Württemberg will daher gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Forschungsinstitutionen eine „Roadmap Wasserstoff“ für Baden-Württemberg entwickeln. Bereits heute gibt es Forschungs- und Anwendungsprojekte: bei „HyFab“ wird gemeinsam mit Unternehmen erforscht, wie die Produktion von Brennstoffzellen automatisiert und hochskaliert werden kann. Beim auch vom Bund geförderten Projekt „H2Rivers“ wird die Verteilung und der Einsatz von Wasserstoff im Bereich Mobilität in einer ganzen Region (Rhein-Neckar) erprobt. Außerdem soll ab 2021 mit Hilfe von Mittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) eine Wasserstoff-Pilotregion in Baden-Württemberg entstehen.

Ein Mitarbeiter testet einen Lackierroboter (Bild: © dpa).
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Unsere Wirtschaftspolitik für Baden-Württemberg

Ein Mann programmiert einen Roboterarm, der in einer Produktionslinie einer Smart Factory eingebaut ist.
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Politik für gute Arbeit in Baden-Württemberg

Mitarbeiter verschiedener Herkunft arbeiten bei SAP im Silicon Valley an den Trends von Morgen.
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Gründerland Baden-Württemberg

Ein Produktionstechnologe in Ausbildung arbeitet an einem Simulator für die Bewegungseinheit eines Laser. (Foto: © dpa)
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Gut ausgebildet in Baden-Württemberg

Ein Mann sitzt mit einem Tablet im Wohnzimmer (Bild: © StockRocket - stock.adobe.com)
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Digitalisierung aktiv gestalten

Der Roboter «Apollo» steht in einem Labor des Max Planck Instituts für intelligente Systeme in Tübingen. (Bild: Wolfram Kastl / dpa)
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Künstliche Intelligenz made in Baden-Württemberg

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohungsbau

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