Suchthilfe

Zweiter Drogenkonsumraum des Landes in Freiburg eröffnet

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Collage aus zwei Bilder: Reihe aus Tischen und Stühlen in Drogenkonsumraum, Gruppenfoto mit Minister Manne Lucha und Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn.
Gesundheitsminister Manne Lucha (Zweiter von links) nahm an der Eröffnung des zweiten Drogenkonsumraums in Baden-Württemberg in Freiburg teil.

Drogenkonsumräume ergänzen das bestehende Hilfesystem für schwerstkranke Drogenabhängige. In Freiburg wurde nun der zweite Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg eröffnet.

Drogensüchtige können in Drogenkonsumräumen zum Eigenverbrauch mitgeführte Betäubungsmittel unter hygienischen Bedingungen konsumieren, Überdosierungen und Notfälle können aufgefangen und ein niedrigschwelliger Zugang zum weiterführenden Hilfsangebot vermittelt werden. Am 22. Februar 2024 wurde in Freiburg der zweite Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg eröffnet.

Ergänzung der bestehenden Hilfestrukturen

„Drogenkonsumräume können Leben retten – deshalb ist es gut, dass sie mittlerweile auch in Baden-Württemberg zu einem akzeptierten Angebot innerhalb der bestehenden Hilfestrukturen werden“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha bei der Eröffnung. „Drogenkonsumräume tragen außerdem dazu bei, dass Belastungen der Öffentlichkeit durch Begleiterscheinungen des Drogenkonsums im öffentlichen Raum reduziert werden. Somit bewegen sich diese Einrichtungen immer auch im Spannungsfeld zwischen Ordnungspolitik und Hilfe“, sagte Lucha.

Bereits 2019 hatte das Land mit Erlass der Drogenkonsumraumverordnung für größere Städte die Möglichkeit geschaffen, diese Anlaufstellen für drogenabhängige Menschen zu betreiben. Ende 2019 wurde der erste baden-württembergische Drogenkonsumraum in Karlsruhe eröffnet. Mittlerweile hat er sich als Gesundheits-, Überlebens- und Ausstiegshilfe für Drogenabhängige bewährt. Auch unter ordnungs- und sicherheitspolitischen Gesichtspunkten gibt es dort keine Auffälligkeiten, insbesondere keinen Anstieg von Drogen- oder anderen Delikten in seinem Umfeld.

Impuls für weitere Planungen

Eine dauerhafte Rechtsgrundlage für den Betrieb von Drogenkonsumräumen hat die Landesregierung 2022 mit dem Neuerlass der Drogenkonsumraumverordnung geschaffen. Außerdem können nun auch kleinere Städte Drogenkonsumräume einrichten – zuvor waren ausschließlich Städte mit mehr als 300.000 Einwohnern bei den Planungen im Fokus gestanden.

Minister Manne Lucha sagte: „Die Landesregierung hat mit der erweiterten Drogenkonsumraumverordnung 2022 den richtigen Impuls gesetzt. Dass heute in Freiburg nur kurze Zeit nach dem Auftakt in Karlsruhe bereits der zweite Drogenkonsumraum im Land eröffnet wird, zeigt, dass dieses niedrigschwellige Angebot vor Ort gebraucht wird. Damit schaffen wir nun auch in Baden-Württemberg eine wichtige geschützte Umgebung, die dem spezifischen Hilfebedarf der Betroffenen angemessen ist.“

Gut ausgebautes System der Suchtprävention und Suchthilfe

Baden-Württemberg hat ein gut ausgebautes System der Suchtprävention und Suchthilfe. In allen 44 Stadt- und Landkreisen gibt es vom Land geförderte psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstellen. An diese können sich suchtkranke oder von Sucht gefährdete Betroffene sowie Angehörige oder Ratsuchende mit Fragen zu allen Suchtformen wenden. Die Beratung ist kostenlos. Alle Akteure der Suchtprävention und Suchthilfe in den Stadt- und Landkreisen sind in den Kommunalen Netzwerken für Suchtprävention und Suchthilfe vernetzt, deren Geschäftsführung Aufgabe der Kommunalen Suchtbeauftragten ist.

Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg e. V.

Digitale Suchtberatung (DigiSucht)

Weitere Meldungen

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Auf dem Weg zur digital vernetzten Justiz der Zukunft

Eine auf Demenzkranke spezialisierte Pflegerin begleitet eine ältere Frau.
Innovationsprogramm Pflege

2,5 Millionen Euro für die Tagespflege

Salbei-Glatthafer-Wiese auf einer Böschung im Frühsommer (Foto: © Dr. Tillmann Stottele)
Arten- und Klimaschutz

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen stehen lächeld da und tragen Fahrradhelme.
Radverkehr

Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Links: Prof. Dr. Andreas Gundelwein, rechts: Dr. Jens Bortloff
Kunst und Kultur

TECHNOSEUM erhält neue Doppelspitze

Eine Hebamme führt eine Ultraschalluntersuchung an einer Schwangeren durch.
Gesundheit

Land fördert drei weitere Lokale Gesundheitszentren

Logo Netzwerkkonferenz Baukultur 2026
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur in Stuttgart

Digitalfunk BOS
Polizei

Polizei rettet Leben

von links nach rechts: Landespolizeidirektor Carsten Höfler, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Offenburg Andreas Bjedov und Staatssekretär Reiner Moser
Polizei

Neuer Polizeipräsident beim Polizeipräsidium Offenburg

Neuer begrünter Mittelstreifen auf einem Teilstück der Straße „Waldsteige“ in Mosbach
Flächenmanagement

Mosbach erhält Prämie für Maßnahme „Waldsteige“

Portrait Mathias Brecht Finanzamt Heidelberg
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Heidelberg

von links nach rechts: Prüfungsausschussvorsitzender Gerhard Grams, Till Brückel, Markus Hellebrand, Felicia Rix, Vera Kozel und Marius Gißler
Vermessung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung erfolgreich ab

Eine Gruppe von Menschen fährt Achterbahn in einem Erlebnispark.
Familie

Neue Vergünstigungen beim Landesfamilienpass

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
Gesundheit

Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für Gesundheits­versorgung startet

Eine Laborantin untersucht Lebensmittel im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. (Foto: © dpa)
Verbraucherschutz

Jahresbericht der amtlichen Lebensmittelüberwachung