Welt-Aids-Tag 2020

Vorurteile abbauen und weiter aufklären

Ein mit dem HI-Virus infizierter Mann hält eine rote Schleife als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken.

In Baden-Württemberg leben nach Angaben des Robert Koch-Instituts geschätzt 11.100 Menschen mit HIV. Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember soll dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und über HIV und Aids aufzuklären.

Am kommenden Dienstag, 1. Dezember, jährt sich der Welt-Aids-Tag zum 33. Mal. Nach einer Umfrage der Deutschen Aidshilfe wissen 18 Prozent der Bevölkerung, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist. Nun gilt es auch die übrigen Menschen zu erreichen. Der Welt-Aids-Tag soll dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und über HIV und Aids aufzuklären.

In Baden-Württemberg leben nach Angaben des Robert Koch-Instituts geschätzt 11.100 Menschen mit HIV, davon circa 10.000 Menschen unter antiretroviraler Therapie. Schätzungen zufolge wissen 990 Menschen nichts von ihrer Infektion.

„Wissen um HIV-Therapie zeigt erfreuliche Erfolge“

„HIV muss heutzutage im Leben der Menschen mit HIV nicht mehr die Hauptrolle spielen“, sagte Maike Biewen, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg. „Bei früher Diagnose und frühem Behandlungsbeginn kann ein normales Leben geführt werden. Unter wirksamer Therapie ist das Virus auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Menschen mit HIV können jeden Beruf ausüben und gesunde Kinder zur Welt bringen. Oft haben sie weder durch die Infektion noch durch die medikamentöse Therapie Einschränkungen – wohl aber durch das Stigma, das an HIV haftet.“

„Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Informationen über HIV zeigen erfreuliche Erfolge. So wissen mittlerweile immerhin 18 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, dass das Virus unter Therapie nicht übertragbar ist. Aufklärung ist der beste Schutz vor Ausgrenzung und Diskriminierung und fördert das positive Miteinander ohne Vorurteile. Solidarität und Verantwortung sowie gemeinsame Bestrebungen vieler Institutionen ermöglichen diese Fortschritte, die es weiterhin fortzusetzen gilt“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha.

Ein beständiges Angebot und der Zugang zu anonymisierten und kostenfreien HIV Testungen und Beratungen sollte weiter dazu beitragen, eine HIV-Infektion frühzeitig zu diagnostizieren und damit den Weg in die Therapie zu gewährleisten, so der Minister.

HIV ist weiterhin ein Tabuthema

Gerade im Gesundheitswesen kommt es besonders häufig zu Diskriminierungsfällen. Es scheint, dass unbegründete Ängste und Vorsichtsmaßnahmen aufgrund noch immer vorhandener Wissenslücken weit verbreitet sind. Zusätzlich kommt es oft zu einer moralischen Bewertung und Verurteilung des vermuteten Lebensstils von Menschen mit HIV, was dazu beiträgt, dass HIV weiterhin als Tabuthema in der Gesellschaft angesehen wird.

Insgesamt leben 90.700 HIV-positive Menschen in Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen wird für das Jahr 2019 auf 2.600 geschätzt. Für Baden-Württemberg geht das Robert Koch-Institut von 260 Neuinfektionen im Jahr 2019 aus. Der Anteil der Männer, die Sex mit Männern hatten und sich neu infizierten, lag im Jahr 2019 bei 140 Menschen in Baden-Württemberg – ein Rückgang gegenüber 2018.

Zahlen durch Abbau von Diskriminierung und gesicherten Therapiezugang senken

Die Zahlen zeigen, dass der Ausbau zielgruppenspezifischer Testangebote und ein früher Behandlungsbeginn Erfolge zeigen. Einen leichten Anstieg verzeichnen die HIV-Infektionen bei Menschen, die intravenös Drogen konsumieren sowie bei heterosexuellen Kontakten.

„Um die Zahlen kontinuierlich zu senken, bedarf es des Abbaus von Diskriminierung sowie des gesicherten Zugangs zu Therapie und Unterstützung für alle Gruppen“, erklärte Maike Biewen. „So müssen zum Beispiel Substitutionstherapie und saubere Spritzen in Haft gewährleistet werden. Zusätzlich darf die Corona-Pandemie nicht dazu genutzt werden, politische Ziele wie das Sexkaufverbot zu befördern. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter werden in die Illegalität und prekäre Lagen gedrängt, die das Risiko erhöhen, Opfer einer Gewalttat zu werden oder sich mit sexuell übertragbaren Infektionen zu infizieren“, betonte Maike Biewen. „Auch ein niedrigschwelliger Zugang zum Gesundheits- und Sozialsystem für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter ist längst überfällig.“

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