Kernenergie

Umgang mit geologischen Daten für Endlagersuche umstritten

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Castor-Behälter stehen in einer Lagerhalle. (Foto: © dpa)

Der Bundesrat hat das Geologiedatengesetz vorerst gestoppt. Aus Sicht von Umweltminister Franz Untersteller gewährleistet das Gesetz nicht die nötige Transparenz der für die Endlagersuche benötigten geologischen Daten.

Auf Betreiben Baden-Württembergs hat der Bundesrat heute dem so genannten Geologiedatengesetz die Zustimmung verweigert. Das Gesetz regelt die Bereitstellung geologischer Daten, die für die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle benötigt werden. Das Gesetz gewährleiste aber nicht die nötige Transparenz bei der Bereitstellung und Bewertung dieser Daten, sagte Umweltminister Franz Untersteller: „Die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle muss transparent und nachvollziehbar sein, wenn sie erfolgreich sein soll. Deshalb sind Nachbesserungen am Geologiedatengesetz dringend erforderlich.“

Bürgerinnen und Bürger müssten von Anfang an erkennen und verstehen können, aus welchen Gründen Regionen als Endlagerstandort ausgeschlossen werden – oder eben im weiteren Verfahren bleiben. „Und wenn es in rund 20 Jahren eine Entscheidung für einen Standort gibt, muss nachvollziehbar sein, warum dieser Standort der am besten geeignete für den Bau eines Endlagers ist. Zweifel am Prozess und Zweifel an der Entscheidungsbegründung müssen wir so gut es geht verhindern. Dafür steht das Geologiedatengesetz in seiner jetzigen Form aber gerade nicht.“

Hohes öffentliches Interesse an erfolgreichem Endlagersuchprozess

Er habe durchaus Verständnis dafür, dass es schützenswerte Daten gibt, etwa im Zusammenhang mit unternehmerischen Interessen. Aber klar sei auch, dass diese Interessen vernünftig gegen das sehr hohe öffentliche Interesse an einem erfolgreichen Endlagersuchprozess abgewogen werden müssen. „Diese Abwägung ist im Entwurf des Geologiedatengesetzes nicht gelungen. Im Ergebnis werden zu viele Daten zur Verschlusssache. Das können wir nicht akzeptieren.“

Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, den Vermittlungsausschuss aufzurufen. Untersteller sieht dort durchaus Chancen für einen Kompromiss. „Vorschläge, wie der Gesetzesentwurf verändert werden kann, um die Transparenz beim Umgang mit relevanten geologischen Daten zu erhöhen, gibt es. Ich hoffe sehr, dass wir uns da einigen können.“

Weitere Meldungen

Bundesrat Berlin
Bundesrat

Hagel zum Vorsitzenden des Bundesrat-EU-Ausschusses gewählt

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
Nahverkehr

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
Schienenverkehr

18 Millionen Euro für sichere Schieneninfrastruktur

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

German Expo Pavilion / Hotaka Matsumura - German Pavilion - to download, click on "high-res download"
Kreislaufwirtschaft

Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während des BMDS-Akademiegesprächs „Staatsmodernisierung mit Wirkung“.
Staatsmodernisierung

Schulterschluss für weniger Bürokratie

Ein selbstfahrendes Auto des Forschungszentrumes Informatik fährt während der Eröffnung des "Testfelds Autonomes Fahren" in Karlsruhe mit zwei Entwicklern autonom im Straßenverkehr. (Foto: © dpa)
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Verkehr

Bundesstraße 29 zwischen Urbach und Lorch saniert