Verbraucherschutz

Projekt erforscht Ursachen für Kontamination mit Mineralölbestandteilen

Ein Laborgerät (Bild: © CVUA Stuttgart)

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz finanziert ein Forschungsprojekt zur Methodenentwicklung und -etablierung der Analytik von Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln und Verpackungsmaterialien.

„Kontaminationen mit Mineralölbestandteilen haben in Lebensmitteln nichts verloren und können gesundheitlich bedenklich sein. Aus diesem Grund finanziert das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ein groß angelegtes Forschungsprojekt zur Methodenentwicklung und -etablierung der Analytik von Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln und Verpackungsmaterialien. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart hat nach kurzer Entwicklungszeit nun ein komplexes Analysenverfahren erarbeitet“, sagte Verbraucherschutzminister Peter Hauk. Die Vermessung von über 230 Lebensmittelverpackungen und verschiedener Lebensmittel sei bereits erfolgt, deren Ergebnisse auch in das nationale Monitoring 2018 eingeflossen sind.
 
„Baden-Württemberg beteiligt sich damit aktiv daran, Voraussetzungen im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes zu schaffen und Mineralölbestandteile in Lebensmitteln zu minimieren. Wir wollen Erkenntnisse über die Eintragswege der Kontamination mit Mineralölbestandteilen erlangen und mit Daten zu einer toxikologischen Beurteilung beitragen“, erklärte Hauk.
 
Das Gesetzgebungsverfahren zur Regulierung von Mineralölbestandteilen ist auf nationaler Ebene ins Stocken geraten. Die Folge: Es gibt derzeit keine gültigen Grenzwerte in Lebensmitteln und für den Übergang aus Verpackungsmaterialien. Auf europäischer Ebene gibt es bisher noch keinen regulatorischen Ansatz. Derzeit sind die Mitgliedsstaaten aufgerufen, im Rahmen eines Monitorings Daten für eine Expositionsabschätzung zu übermitteln.
 
Die aktive Beteiligung Baden-Württembergs in der Mineralölthematik äußert sich durch die Mithilfe bei der Datensammlung von Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln, der Aufklärung der Mineralölkomponenten, der Datenerhebung für die Erstellung einer toxikologischen Bewertung sowie für die Erarbeitung von nationalen Orientierungswerten in Lebensmitteln. „Mit einem Schreiben an Bundesministerin Klöckner habe ich meine Kollegin gebeten, sich mit Nachdruck für die Festlegung von EU-weit gültigen Grenzwerten in Lebensmitteln einzusetzen“, sagte der Minister.

Vorbeugender Verbraucherschutz durch moderne Analytik

Dem CVUA Stuttgart sei es gelungen, die komplexe Analytik zur Messung von Mineralölbestandteilen in unterschiedlichsten Lebensmitteln und Verpackungsmaterialien in kurzer Zeit zu etablieren. Mit diesen neuen Möglichkeiten konnten bereits im Jahr 2018 eine ganze Reihe von Projekten der Mineralölanalytik durchgeführt und wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Häufige Kontaminationsquellen für die Belastung der bisher untersuchten Lebensmittel waren das verwendete Verpackungsmaterial aus Recyclingpapierfasern ohne ausreichende Barriere und mineralölbasierte Druckfarben. „Darüber hinaus ist es wichtig, in möglichst vielen Lebensmittelmatrices, die sehr oft unabhängig von der Verpackung mit Mineralölbestandteilen kontaminiert sein können, die jeweiligen Gehalte zu bestimmen. Dies erfordert eine Fortentwicklung der Methoden auch für komplexe Lebensmittel“, so Hauk.
 
Solange die Unbedenklichkeit der Mineralölbestandteile nicht zweifelsfrei belegt wird, ist die Analytik dieser Bestandteile, vor allem im Lebensmittel, ein aktiver Baustein für den vorbeugenden Verbraucherschutz. „Baden-Württemberg übernimmt in der Mineralölanalytik eine aktive Rolle und möchte auf diese Weise sowohl in Deutschland, als auch in Europa die Regelungsdringlichkeit dieser Verunreinigungen in Lebensmitteln ins Bewusstsein rücken“, sagte der Minister.
 
Der Minister kann eine positive Entwicklung feststellen: Die Bemühungen in den letzten Monaten und Jahren haben laut Hauk dazu geführt, dass immer mehr Lebensmittelhersteller mittlerweile Vorkehrungen getroffen haben, dass aus Verpackungen weniger bedenkliche Mineralölkomponenten auf die Lebensmittel übergehen. So seien zwischenzeitlich mehr Lebensmittelverpackungen im Einsatz mit Barrieren, die einen Mineralölübergang verhindern.

Das Forschungsprojekt umfasst einen zweiten Schwerpunkt: die Untersuchung und Bewertung von Mineralölbestandteilen in kosmetischen Mitteln am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe. Das MLR wird über diese Forschungsergebnisse separat informieren.