Kunst und Kultur

Land fördert Kulturprojekte gesellschaftlichen Zusammenhalts

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Projekt „Sprünge für das Leben“

Das Land fördert im Bereich von Kunst und Kultur mit insgesamt einer Million Euro zehn Vorzeigeprojekte, die sich durch eine neue kreative Form der Zusammenarbeit auszeichnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in besonderer Weise stärken.

„Kunst ermöglicht Teilhabe, Austausch und Zusammenhalt. Kunst eröffnet neue Sichtweisen auf Themen der Gesellschaft und regt zur Diskussion an“, sagte Staatssekretärin Petra Olschowski. Um diese besondere Eigenschaft der Kunst- und Kultureinrichtungen zu stärken, hat das Wissenschaftsministerium das Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ 2018 ins Leben gerufen. Mit dem Programm sollen neue, dialogorientierte und partizipative Formate auch jenseits der etablierten Kulturräume erprobt werden. Akteure aus der Amateurkunst, der freien Szene, aus Hochschulen, aus den Bereichen Soziales, Bildung (auch Schulen), Religion, Sport, Wirtschaft oder Verwaltung gehen dabei eine verbindliche längerfristige Kooperation ein. Im Fokus stehen die Themen „gesellschaftlicher Wandel“ und „gesellschaftlicher Zusammenhalt“.

„Individuelle und gemeinsame Erfahrungen mit Kunst und Kultur stärken das Verständnis für die Vielfalt unserer Gesellschaft. Kunst schafft Anlässe zur Reflexion, Erkenntnis und zu kritischem Denken. Sie bietet Freiraum, um Neues auch im Umgang miteinander entstehen zu lassen und ist damit wichtiger Bestandteil unserer Demokratie“, betonte die Staatssekretärin.

Rund 60 Bewerbungen gingen in diesem Jahr ein. Gefördert werden zehn Vorzeigeprojekte mit insgesamt einer Million Euro, die auf künstlerische Weise zu neuen Wahrnehmungen sensibilisieren, gemeinsame Erfahrungswelten schaffen, neue Lernerfahrungen ermöglichen und dabei Grenzen ab- und Gemeinschaft aufbauen. „Auch in diesem Jahr ist das Interesse der Kunst- und Kultureinrichtungen an dem Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ ungebrochen. Die zahlreichen Bewerbungen verdeutlichen, dass von den Kunst- und Kultureinrichtungen selbst ein starker Impuls ausgeht, den aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen zu begegnen“, so Olschowski.

Starke Gemeinschaft mit neuen Formaten der Zusammenarbeit

2019 werden zehn Projekte in Esslingen, Forst in Baden, Freiburg, Horb am Neckar, Laupheim, Mannheim, Stuttgart und Pforzheim mit insgesamt einer Million Euro gefördert. Sie zeichnen sich durch eine neue kreative Form der Zusammenarbeit aus und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer einzigartigen Weise. Folgende Projekte sind Beispiele dafür:

  • Einen Fokus auf ökologische Themen legt die Galerie Villa Merkel aus Esslingen mit ihrem Projekt „Api étoilé - ein wachsendes Archiv“. Vertreterinnen und Vertreter aus Bereichen wie der Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Forschung, Freizeitgärtnerei, Volkskunst und der bildenden Kunst arbeiten im interdisziplinären Forschungsprojekt zu in Vergessenheit geratene Nutzpflanzen zusammen. Dabei thematisieren sie in unterschiedlichen Formaten, vom Symposium bis hin zu Vermittlungsangeboten, wie das Zusammenleben neu gestaltet werden kann.
  • Die Fakultät für Gestaltung der Hochschule in Pforzheim initiiert mit „SPIEL MAL – die Stadt als kreativer temporärer Spielraum“ ein ausgeprägt partizipatives Projekt. Gemeinsam mit dem Kulturhaus Osterfeld e.V., dem Stadtjugendring und der Stadt Pforzheim werden vier Projekte im Stadtraum umgesetzt, die auf neue und künstlerische Weise den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Pforzheim stärken. Die Art der Kooperation ist für jede Institution neu und bietet jeder, eigene Handlungsoptionen zu entwickeln, die nur im interdisziplinären und institutionenübergreifenden Zusammenspiel möglich sind.
  • Das Stadtmuseum Horb veranstaltet 2020 das „TANDEMS Kunstfestival“. Unter der TANDEMS-Idee eröffnen Theaterprojekte über gesellschaftliche Grenzen hinweg einen szenischen Dialog. Workshops bieten die Gelegenheit, Erfahrungen in den unterschiedlichsten Sparten der zeitgenössischen Kunst zu machen. Alle Alters- und Gesellschaftsgruppen sind eingeladen, die von den TANDEMS geschaffenen Kunstwerke und Performances zu erleben oder in Mitmach-TANDEMS selbst spontan aktiv zu werden. Ein offenes multikulturelles Kunstlabor erarbeitet beim „Fest der Kulturen“ gemeinsam eine „Mega-Performance“.
  • Mit dem Theaterprojekt „Die Entführung“ spricht das Tiyatro Diyalog vor allem Menschen an, die wenig oder kaum in das öffentliche Leben in Forst (Baden) und seiner Umgebung eingebunden sind. Fremdsein und Anderssein und konkret die Zuwanderung in Forst werden über Mozart Librettos „Die Entführung aus dem Serail“ behandelt. Über das Projekt soll der Zusammenhalt innerhalb der Region gestärkt werden, der durch verschiedene gesellschaftspolitische Faktoren in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Die Beschäftigung mit dem klassischen Mozart-Stoff mündet in eine multimediale, spartenübergreifende Aufführung, die an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg aufgeführt werden soll.

Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“

2018 startete das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“, um Zusammenhalt in der Gesellschaft über den Weg der Kunst zu stärken. Mit dialogorientierten und partizipativen Formaten zu arbeiten und zu forschen, ist dabei das Ziel des Sonderprogramms. In Projekten erproben Kunst- und Kultureinrichtungen gemeinsam mit der Gesellschaft neue Kooperationsformen, auch jenseits der etablierten Kulturräume.

Gefördert werden Projekte von Kunst- und Kulturinstitutionen zu den Themen gesellschaftlicher Wandel und gesellschaftlicher Zusammenhalt auf Basis einer verbindlichen, längerfristig angelegten Kooperation mit Akteuren aus der Amateurkunst, der freien Szene, Hochschulen, Soziales, Bildung (unter anderem Schulen), Religion, Sport, Wirtschaft oder Verwaltung.

Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“: Geförderte Projekte (PDF)

Weitere Meldungen

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Esslingen Marktplatz Geiselbachkanal
Denkmalförderung

Rund 6,9 Millionen Euro für 63 Kulturdenkmale

Organspendeausweis
Organspende

Bundestag diskutiert über Widerspruchsregelung bei der Organspende

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Land entwickelt kostenloses Tool zum Digitalen Flächenmanagement

Ein fahrendes schwarzes Auto mit gelber Aufschrift "Deine Mutter fährt nicht betrunken" und Team Vision Zero.
Verkehrssicherheit

Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Musikfestival
Kultur

Land fördert 25 Popmusik-Projekte mit rund 345.000 Euro

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

Häuser in Stuttgart werden von der Morgensonne beschienen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Wohnberechtigung

Wohnberechtigungsschein digital beantragen

Ein Feuerwehrmann holt während einer Einsatzübung einer Freiwilligen Feuerwehr eine Leiter vom Dach eines Einsatzfahrzeugs.
Feuerwehr

Jahresstatistik der Feuerwehren 2025

Kunststaatssekretär Arne Braun (rechts) und Erich Schmeckenbecher (links) mit der Staufermedaille und der Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Staufermedaille für Erich Schmeckenbecher

Polizeisportlerehrung
Polizei

Ehrung für Polizeisportler

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus