Weltfrauentag

Frauen in Führungs- und Entscheidungspositionen unterrepräsentiert

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Businessfrau sitzt an einem PC

Frauen sind in Führungsstrukturen von Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft oder Kultur noch immer stark unterrepräsentiert. Die gleichberechtigte Repräsentanz und Teilhabe in allen Gesellschaftsbereichen ist aber eine zentrale Aufgabe unserer Demokratie.
 
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich. Dennoch sind Frauen in Führungsstrukturen in der Wirtschaft, in der Politik, in Medien und Wissenschaft oder der Kultur nach wie vor unterrepräsentiert. Auf diesen Missstand macht die Staatssekretärin Im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Ute Leidig, anlässlich des Weltfrauentags am 8. März aufmerksam.

„In Entscheidungsgremien werden wesentliche Weichen für das gesellschaftliche Miteinander gestellt. Um Erfahrungen, Perspektiven, Vielfalt und Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung in gesellschaftliche Problemlösungen ausreichend einzubeziehen, müssen diese Gremien heterogen besetzt sein. Nur wenn unterschiedliche Perspektiven sichtbar sind und berücksichtigt werden, wird damit die Realität auch abgebildet“, so Leidig am Montag, 6. März 2023, im Vorfeld des Internationalen Frauentags in Stuttgart.

Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Nachwirkungen durch die Pandemie, aber auch durch die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sei es umso dringlicher, dass Frauen bei Entscheidungsprozessen gleichberechtigt mitwirken und direkt Einfluss nehmen. „Dazu zählt auch, dass Frauen paritätisch beteiligt sind und gleichberechtigte Zugangsmöglichkeiten zu Ressourcen, Macht und Partizipation erlangen“, so Leidig weiter.

29,2 Prozent Frauenanteil im Landtag

Besonders eklatant zeige sich das Ungleichgewicht in Parlamenten und politischen Ämtern. „Noch nie gab es ein Parlament in Deutschland, dass annähernd paritätisch mit Frauen und Männern besetzt war: Über 100 Jahre nach Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen liegt der Frauenanteil im 20. Deutschen Bundestag derzeit bei 34,7 Prozent, im baden-württembergischen Landtag bei 29,2 Prozent. Landesregierung und Landtag haben mit der Reform des Landtagswahlrechts die Weichen für einen entscheidenden Fortschritt zu einer höheren Frauenrepräsentanz gestellt. Bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2026 kann die Umstellung auf das Zweistimmenwahlrecht den Frauenanteil erhöhen, wenn die Parteien künftig paritätisch besetzte Landeslisten aufstellen und mehr Frauen in den Wahlkreisen nominieren. Das Kommunalwahlrecht ermöglicht ebenso eine gezielte, listenunabhängige Persönlichkeitswahl, bei der 2024 möglichst viele Frauen in ihren Regionen aktiv Einfluss nehmen und gewählt werden können“, betont Leidig.

Auch der aktuelle, sogenannte Gender Pay Gap von 2022 bestätige, warum Gleichstellungspolitik interdisziplinär und themenübergreifend angegangen werden müsse. Laut Statistischem Landesamt verdienten Frauen in Baden-Württemberg 2022 durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer.

„Frauen entscheiden sich oft für Berufe in Branchen mit geringerer Bezahlung, arbeiten häufiger in Teilzeit und haben seltener gut dotierte Führungspositionen inne“, so Leidig. Aber auch der bereinigte Wert betrage noch sieben Prozent Verdienstunterschied.

Bildung und Ausbildung sind entscheidend

„Damit muss Schluss sein. Hier bedarf es einer Anstrengung auf vielen Ebenen – Bildung und Ausbildung sind entscheidend, aber auch die Wirtschaft, öffentliche Arbeitgeber, die Wissenschaft und die sozialen Sicherungssysteme sind hier angesprochen. Mit der Gleichstellungsstrategie wollen wir genau solche Querschnittsthemen gemeinsam mit allen Ministerien und den unterschiedlichen Interessenvertretungen angehen“, so die Staatssekretärin.

Eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie in dieser Legislaturperiode soll Mitbestimmung und Teilhabe von Frauen sowie gleichberechtigtere Zugangsmöglichkeiten zu Ressourcen, Macht und Partizipation schaffen. „Das ist wichtiger denn je: Dem Arbeits- und Fachkräftemangel kann am besten dadurch begegnet werden, dass das Potenzial weiblicher, gut ausgebildeter Fachkräfte besser als bisher ausgeschöpft wird“, so Leidig weiter.

Außerdem sei gerade während und nach der Corona-Pandemie eine Re-Traditionalisierung von Familienmodellen zu beobachten gewesen. Leidig appelliert: „Familienzeit und Sorgearbeit gilt für alle Geschlechter!“. Die Landesregierung habe einen klaren Kompass: „Mit Gleichstellung können wir sowohl unsere Wirtschaftskraft als auch das demokratische Gleichgewicht stärken. Denn Gleichberechtigung und Teilhabe, Vielfalt und Entfaltungsfreiheit machen unsere Demokratie aus, darauf basiert unsere freie Gesellschaft“, so Leidig abschließend.

Weitere Meldungen

Organspendeausweis
Organspende

Bundestag diskutiert über Widerspruchsregelung bei der Organspende

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Land entwickelt kostenloses Tool zum Digitalen Flächenmanagement

Ein fahrendes schwarzes Auto mit gelber Aufschrift "Deine Mutter fährt nicht betrunken" und Team Vision Zero.
Verkehrssicherheit

Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

Häuser in Stuttgart werden von der Morgensonne beschienen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Wohnberechtigung

Wohnberechtigungsschein digital beantragen

Ein Feuerwehrmann holt während einer Einsatzübung einer Freiwilligen Feuerwehr eine Leiter vom Dach eines Einsatzfahrzeugs.
Feuerwehr

Jahresstatistik der Feuerwehren 2025

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

In einem Stuttgarter Kindergarten gibt es Lasagne zum Mittagessen. (Bild: dpa)
Ernährung

Tag der Kitaverpflegung im Kindergarten „Elisabeth Ding“

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Quartiersentwicklung

Land fördert 16 Quartiersprojekte

Arbeiter in einem Lager.
Tag der Arbeit

Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Sozialminister Manne Lucha steht vor Publikum und spricht in Mikrofon.
Soziales

Land prämiert Ideen gegen Einsamkeit

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Eine Rollstuhlfahrerin fährt in einer Wohnanlage zu ihrer Wohnung.
Konferenz

Behindertenbeauftragte kritisieren Leistungskürzungen