Schule

Französisches Sprachdiplom als Leistungsnachweis an Gymnasien

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Schülerin und ein Schüler lesen gemeinsam einen Text (Bild: © dpa).

An den Gymnasien im Land können Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse künftig das französische Sprachdiplom DELF auf der Grundlage einer zentralen Klassenarbeit erwerben. Das Pilotprojekt sei ein Gewinn für die deutsch-französische Freundschaft, so Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Baden-württembergische Gymnasiasten der 10. Klasse können künftig das Sprachdiplom DELF (Diplôme d’études en langue française) auf der Grundlage einer zentralen Klassenarbeit erwerben. Das Kultusministerium, das Institut Français und das Centre international d'études pédagogiques (CIEP) führen dieses international anerkannte Zertifikat als Leistungsnachweis an den Gymnasien des Landes neu ein. Kultusministerin Susanne Eisenmann, die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes und Stéphane Foin, geschäftsführender Direktor des CIEP, haben hierzu eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

„Das Sprachdiplom DELF motiviert Schülerinnen und Schüler zum Französischlernen und belohnt ihre Leistung. Hiervon profitiert nicht zuletzt die deutsch-französische Freundschaft, die vom gegenseitigen sprachlichen Verständnis lebt“, betont Ministerin Susanne Eisenmann. Das Pilotprojekt sei ganz im Sinne der neuen Oberstufenkonzeption, die es Gymnasiasten ermöglicht, Französisch auf erhöhtem Niveau im fünfstündigen Leistungsfach zu intensivieren oder im dreistündigen Basisfach zu vertiefen. „Durch das DELF-Zertifikat findet ein Instrument der Qualitätssicherung Eingang in den Französischunterricht, das weltweite Anerkennung genießt“, so Ministerin Eisenmann.

74 Gymnasien nehmen am Pilotprojekt teil

Baden-Württemberg stellt den Gymnasien eine zentrale, zu benotende Klassenarbeit mit Aufgaben aus dem Pool der DELF-Aufgaben (Niveau B1) des CIEP zur Verfügung. Die Benotung der Klassenarbeit erfolgt sowohl nach den baden-württembergischen Vorgaben als auch nach den Korrekturrichtlinien des CIEP. „Die Integration des weltweit anerkannten und lebenslang gültigen DELF-Zertifikats in das baden-württembergische Lehrprogramm soll dazu beitragen, die Motivation der Schülerinnen und Schüler zum Erlernen einer Fremdsprache wie Französisch zu fördern“, erklärt Botschafterin Anne-Marie Descôtes.

Im aktuellen Schuljahr 2017/2018 beteiligen sich 74 Gymnasien am Pilotprojekt. Nach Auswertung der Erfahrungen soll künftig allen Gymnasien die landesweite Klassenarbeit angeboten werden. Die ersten Schülerinnen und Schüler legen diese am 13. April 2018 ab, sie können sich im Anschluss für die mündliche DELF-Prüfung anmelden und bei Bestehen das DELF-Zertifikat erwerben.

Seit Ende 2017 sind bereits 160 Lehrkräfte aus Baden-Württemberg durch das CIEP in Zusammenarbeit mit dem Institut Français und den deutsch-französischen Kulturinstitutionen geschult, geprüft und als Prüfer zugelassen worden. In den kommenden Jahren soll es an jedem Gymnasium in Baden-Württemberg vom CIEP akkreditierte Prüferinnen und Prüfer geben.

DELF öffnet Türen

Das DELF ist ein international anerkanntes Zertifikat für Französisch als Fremdsprache und wird vom französischen Bildungsministerium ausgestellt. Es hat lebenslange Gültigkeit und dient als offizieller Nachweis für französische Sprachkenntnisse, etwa bei der Immatrikulation an einer Hochschule oder bei der Bewerbung im frankophonen Ausland oder in französischsprachigen Unternehmen und Institutionen. „DELF öffnet Türen“, sagt Botschafterin Anne-Marie Descôtes.

Aktuell lernen knapp 158.600 Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Französisch an den öffentlichen und privaten allgemein bildenden Gymnasien. Dabei können sie Französisch ab Klasse 5 (1. Fremdsprache) oder ab Klasse 6 (2. Fremdsprache) belegen. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler lernt mindestens bis Klasse 10 Französisch.

Bei der weiterentwickelten Oberstufe belegen Schülerinnen und Schüler erstmals ab dem Jahr 2019 auf erhöhtem Niveau drei Leistungsfächer, die fünfstündig (statt wie bislang vierstündig) unterrichtet werden. Als erstes und zweites Leistungsfach wählen die Schülerinnen und Schüler zwei Fächer aus Deutsch, Mathematik, Fremdsprache und Naturwissenschaft. Das dritte Leistungsfach wählen sie frei. Die übrigen, nicht als Leistungsfächer gewählten Fächer, werden als Basisfächer belegt – wobei Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften als Basisfächer dreistündig unterrichtet werden. Die übrigen Basisfächer bleiben zweistündig.

Weitere Meldungen

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet

Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats; von links: Jörg Vettermann und Susanne Balzer (beide stellvertretende Vorsitzende), Stephanie Wieland (stellvertretende Kassenwartin), Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene (Kassenwart), Chrissy Bach (Schriftführerin) und Georg Beier (stv. Vorsitzender).
Schule

Neuer Vorstand des Landeselternbeirats gewählt

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Abiturienten lesen sich kurz vor Beginn der Prüfung die Abituraufgaben im Fach Deutsch durch. (Foto: © picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Abschlussprüfungen

Start der schriftlichen Haupt-, Werkreal- und Realschulabschlussprüfungen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Land stärkt digitale Innovationszentren

Traktor auf dem Feld
Landwirtschaft

Stichtagsregelung für Ackerflächen kommt

Bildungsmesse Learntec
Bildungsmesse

Kultusministerium auf der LEARNTEC 2026

Blick in den Konferenzsaal anlässlich der 100. Sitzung der Europaministerkonferenz (EMK) in Berlin
Europaministerkonferenz

Bekenntnis zu einer starken und zukunftsfesten EU

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Internationale Beziehungen

Start des EU-Mercosur-Abkommens

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Rund zwei Millionen Euro für Innovationen in KI und Robotik

Young Heroes
Katastrophenschutz

Austauschprogramm im Katastrophenschutz geplant

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Landessieger von „Jugend debattiert“ stehen fest (Bild: Kultusministerium Baden-Württemberg)
Schule

Siegerinnen und Sieger von „Jugend debattiert“ gekürt

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung