Geodaten

Vermessungsbehörde liefert hochpräzise Satellitendaten

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Robert Jakob, Präsident des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL), und Ministerin Nicole Razavi MdL nehmen per Fernsteuerung die neue SAPOS-Monitorstation in Iffezheim in Betrieb.
Robert Jakob, Präsident des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung, und Ministerin Nicole Razavi nehmen per Fernsteuerung die neue SAPOS-Monitorstation in Iffezheim in Betrieb.

Ministerin Nicole Razavi hat die Karlsruher Dienststelle des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung besucht. Sie betonte die Bedeutung der Arbeit der oberen Vermessungsbehörde für die digitale Zukunft des Landes.

Damit Bau- oder Landwirtschaftsmaschinen selbstständig arbeiten können, benötigen sie hochpräzise Satellitendaten. Für diese Aufgaben reicht die Genauigkeit von GPS-Signalen wie in privaten Smartphones oder Navigationsgeräten nicht mehr aus. Diese Daten liefert die obere Vermessungsbehörde des Landes: das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL). Gemeinsam mit dem scheidenden LGL-Präsidenten Robert Jakob besuchte die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, in dieser Woche die LGL-Dienststelle in Karlsruhe. Denn am Standort Karlsruhe wird ein Großteil dieser raumbezogenen Daten erzeugt und verarbeitet.

Ministerin Razavi sagte: „Die Arbeit des LGL verläuft meist ganz bescheiden im Hintergrund, ist aber für die digitale Zukunft des Landes unglaublich wichtig. Denn Daten fallen nicht vom Himmel. Ob Hochwassersimulation, Solarpotenzialanalyse oder Flächenmonitoring: Für all das brauchen wir verlässliche, aktuelle Vermessungsdaten und hochwertige Stadt- und Landschaftsmodelle, wie sie das LGL bereitstellt. Hier in Karlsruhe wird die Basis für unseren neuen Landesentwicklungsplan und für den digitalen ‚geoZwilling‘ des Landes geschaffen. Dafür kommen modernste Aufnahme- und Auswertetechnologien zum Einsatz.“

Hochpräziser Positionierungsdienst SAPOS

Damit alle raumbezogenen Daten der Landes- und Kommunalverwaltung in einem europaweit einheitlichen Raumbezugssystem vorliegen, schafft die Dienststelle in Karlsruhe durch Grundlagenvermessung hochpräzise Festpunktfelder. Zusätzlich betreibt sie einen satellitengestützten Positionierungsdienst SAPOS: Damit werden die Signale der Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS, BeiDou und Galileo verbessert, um sie für hochpräzise Positionierungsaufgaben (etwa zum autonomen Fahren von Bau- oder Landwirtschaftsmaschinen) nutzen zu können. Die Karlsruher SAPOS-Zentrale stellt den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst seit 2020 für jedermann und jedwede Zwecke ohne einschränkende Nutzungsbedingungen vollständig und gebührenfrei zur Verfügung.

Mit einer Genauigkeit im Zentimeter- und Millimeterbereich ist SAPOS zum zuverlässigen Begleiter in allen Bereichen der Vermessungs- und Baubranche, Land- und Forstwirtschaft, Luft- und Seefahrt, Rettungsdienste, Fahrzeugnavigation geworden. Diese Genauigkeit wird fortwährend überprüft: Monitorstationen in Buchen, Kornwestheim und Schiltach simulieren mit SAPOS rund um die Uhr Positionsbestimmungen, so dass man diese Messdaten mit dem tatsächlichen Standort der Stationen abgleichen kann. Eine vierte Monitorstation in Iffezheim konnten Ministerin Razavi und LGL-Präsident Jakob bei ihrem Besuch per Fernsteuerung in Betrieb nehmen. „Unser Satellitenpositionierungsdienst SAPOS kommt bei allen hochpräzisen Anwendungen zum Einsatz, für die übliche Positionsgenauigkeit der globalen Satellitennavigationssysteme von wenigen Metern nicht ausreicht“, so LGL-Präsident Robert Jakob.

Landschaftsaufnahmen via Satellit

Am LGL-Standort in Karlsruhe arbeiten auch die Spezialisten für die Fernerkundung, die Luftbildaufnahmen durchführen. Damit wird Baden-Württemberg alle zwei Jahre in einer Auflösung von zehn bis 20 Zentimetern erfasst – eine wichtige Datengrundlage für Stadtentwicklung, Landschaftsplanung oder Umweltmonitoring. Um auch unterjährig Veränderungen zu erfassen, gibt es darüber hinaus jetzt die Möglichkeit, auf Satellitendaten der Raumfahrtmission „Sentinel-2“ zurückzugreifen: Diese stehen mit einer Auflösung von zehn bis 20 Metern alle drei bis fünf Tage zur Verfügung und eignen sich zum Beispiel für das Monitoring von Vegetation, für die Erkennung von Schädlingsbefall und die Überwachung von Trockenschäden im Wald. Beim LGL werden die Sentinel-2-Daten für Baden-Württemberg aufbereitet – zum Beispiel werden die wolkenverhangenen Aufnahmen herausgefiltert – und monatsweise zu „BW-Mosaiken“ zusammengesetzt. Diese stehen ab sofort im Geoportal BW für jedermann zur Verfügung.

Dreidimensionale Datenmodelle erlauben vielfältige Anwendungen

Zudem werden Laserscanbefliegungen durchgeführt, um die Höhe von Landschaft und Liegenschaften hochpräzise flächendeckend zu erfassen. Die daraus gewonnenen Daten werden in Karlsruhe aufbereitet und anschließend unter anderem zu zwei- und dreidimensionalen Landschafts-, Gelände- und Oberflächenmodellen weiterverarbeitet. Diese können, zusammen mit Gebäude- und Bauwerksmodellen, in Planungs- und Verwaltungsprozessen als zuverlässige und hochpräzise Entscheidungsgrundlage dienen. Hochwassergefahrenkarten, Lärmsimulationen, Sichtbarkeitsanalysen und vieles mehr werden möglich.

Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) ist die Obere Vermessungsbehörde in Baden-Württemberg. Es übernimmt vielfältige Aufgaben insbesondere im Bereich von Landesvermessung, Liegenschaftskataster und Geoinformation. Dabei werden beim LGL die unterschiedlichsten Geodaten erhoben und zu markt- und kundenorientierten Produkten weiterverarbeitet. Hierzu zählen neben den analogen und digitalen Kartenprodukten auch die unterschiedlichsten Arten von digitalen Landschafts-, Gelände- und Gebäudemodellen. Die digitalen und analogen Produkte des LGL können über den LGL-Shop oder unter Geodaten@lgl.bwl.de bezogen werden.

Weitere Meldungen

Startbildschirm der Warn-App NINA.
Bevölkerungsschutz

Bundesweiter Warntag am 10. September 2026

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Delegationsreise

Land stärkt Kooperation mit Polen

Ausbilderin mit Lehrling
Ausbildung

Unternehmen setzen auf berufliche Ausbildung

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Finanzen

Land investiert in Raumfahrt­standort Baden-Württemberg

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen einen Porsche 718 Cayman.
Automobilwirtschaft

Klares Bekenntnis zu Audi-Werk in Neckarsulm gefordert

Übergabe Tanklöschfahrzeuge Waldbrand
Feuerwehr

Sechs neue Tanklöschfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung

Menschen besteigen ein Flugzeug. Vor dem Fahrzeug der Bundespolizei stehen auf dem Vorfeld am Flughafen Leipzig/Halle.
Migration

Ein Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Sommerpause prägt den Arbeitsmarkt

Bio-Musterregion Bodensee
Landwirtschaft

Der Bodenseeapfel ist weit mehr als ein gesundes Lebensmittel

In einem Büro unterhalten sich zwei Frauen. Eine sitzt an einem Tisch und eine steht neben dem Tisch. Auf dem Tisch steht ein Laptop.
Wirtschaft

Land fördert Beratungen für mittelständische Unternehmen

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Land fördert 37 lokale Integrationsprojekte

Landesstand „THE LÄND of Games“ auf der Gamescom 2026
Spielemesse

Baden-Württemberg auf der internationalen Games-Bühne

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug. (Foto: © dpa)
Migration

Fünf Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Auf dem Weg zur digital vernetzten Justiz der Zukunft

Landkreis Ravensburg
Gemeinsamer Antrag 2026

Ergebnisse des Flächenüber­wachungssystems einsehbar