Digitalisierung

Studis coachen Mittelständler

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (l.) im Gespräch (Foto: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg)

Studierende, die Mittelständler coachen. Das klingt komisch, ist aber ein Konzept von dem beide Seiten profitieren. Die Studierenden profitieren vom Wissen der Unternehmen und die Unternehmen bekommen quergedachten jungen Input. Der Austausch zwischen den Ideen der jungen Generation und dem praktischen Erfahrungsschatz der Unternehmen ist der Schlüssel zum Erfolg für Studierende, Mittelstand und die Gründerkultur im Land.

Die Digitalisierung stellt die heimische Wirtschaft – und hier insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen – vor große Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie aber auch neue Möglichkeiten. Hier setzt das Projekt „Studis coachen Mittelständler“ der Hochschule Karlsruhe an: Es bringt Erfahrungswissen der Unternehmen mit neuen Ideen der Studierenden als „Digital Natives“ zusammen.

Im Gründerlabor G-Lab präsentieren Studierende baden-württembergischen Mittelständlern neue, oftmals auch unkonventionelle digitale Lösungsansätze für ihre unternehmerischen Fragestellungen.

„An unseren Hochschulen entstehen jeden Tag gute Ideen. Es ist daher genauso naheliegend wie zum gemeinsamen Vorteil, Studierende und Unternehmen zusammenzubringen. Gerade der Austausch zwischen den Ideen der jungen Generation und dem praktischen Erfahrungsschatz der Unternehmen ist der Schlüssel zum Erfolg – insbesondere in Zeiten raschen Wandels“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am in Karlsruhe bei ihrer Teilnahme an einem Workshop „Studis coachen Mittelständler“ mit dem Unternehmen Witzenmann aus Pforzheim.

„Junge Menschen möchten nicht lediglich Konsumenten von Lerninhalten und Vorlesungsstoff sein, sie wollen aktiv teilhaben und selbst gestalten. Die Methode Design Thinking, die hier Anwendung findet, ist enorm spannend: Die Studierenden kommen in hautnahen Kontakt mit den realen und aktuellen Problemen der Wirtschaft. Der Mittelstand erhält die Möglichkeit, wissenschaftsunterstützt neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu testen“, so die Ministerin weiter. Zudem üben sich die Studierenden in Methoden und machen Erfahrungen, die auch für die Gründung eines eigenen Unternehmens zentral sind – „ein vielversprechender Weg, um die Gründerkultur im Land zu stärken und die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft durch frische Ideen für die Zukunft sicherzustellen“, betonte Bauer.

Studierende „Digital Natives“ – Experten für Mittelstand

„Unternehmen müssen die Herausforderungen der Digitalen Transformation aktiv annehmen und die neuen Technologien vor allem chancenorientiert betrachten“, sagte Philip Paschen, Geschäftsführer der Witzenmann-Gruppe. Für lang etablierte Unternehmen wie die Witzenmann-Gruppe bedeute dies, auch den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern und so Mitarbeitern und Eigentümern die nächste langfristige Perspektive zu eröffnen. Experimentierfreude, Kooperationsbereitschaft und undogmatische Offenheit seien daher unbedingte Grundvoraussetzungen, um diese erfolgreich in die DNA des eigenen Unternehmens zu integrieren. „Das Gründerlabor G-Lab bietet hierzu ein unkonventionelles Umfeld an, das tradierte Verhältnisse umkehrt – Studies coachen Mittelständler – und damit herkömmliche Muster der Innovationsfindung erfrischend aufbricht“, so Paschen.

„Als ‚Digital Natives‘ sind die Studierenden quasi Experten im Bereich der Digitalisierung. Sie hinterfragen, denken quer und sind offen für andere, vielleicht auch unkonventionelle Lösungsansätze“, so Bauer weiter. So würden innovative digitale Geschäftsmodelle erarbeitet, die für viele Unternehmen ein Thema von zentraler Bedeutung seien. „Die Innovationsimpulse aus den Hochschulen können maßgeblich zum Erfolg der Unternehmen beitragen“, so die Ministerin abschließend.

„Studis coachen Mittelständler“

Unter dem Motto „Studis coachen Mittelständler“ bearbeiten Studierende reale, praxisnahe Problemstellungen, die direkt aus den Unternehmen stammen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Studierenden erproben und schulen ihr unternehmerisches und vernetztes Denken. Sie lernen neue Lösungsstrategien kennen und profitieren vom Erfahrungsschatz der Unternehmen. Die mittelständischen Unternehmen gewinnen neue Ideen und Perspektiven, um sich erfolgreich weiterzuentwickeln.

Das Wissenschaftsministerium fördert an der Hochschule Karlsruhe das Projekt „Studis coachen Mittelständler“/„Action Learning and Founding – Gründungslust wecken an realen Problemstellungen“ im Rahmen des Förderprogramms „Gründungskultur in Studium und Lehre“. Hier werden innovative Lehr- und Lernkonzepte an insgesamt 16 Hochschulen unterstützt, um Studierende bereits während des Studiums an unternehmerisches Denken heranzuführen und eine Gründerlust zu wecken. Insgesamt stellt das Wissenschaftsministerium dafür Mittel in Höhe von rund acht Millionen Euro bereit.

Witzenmann-Gruppe

Die Witzenmann-Gruppe ist der weltweit führende Hersteller von Metallschläuchen, Kompensatoren, Metallbälgen und Fahrzeugteilen. Rund 4.100 Mitarbeiter in 24 Gesellschaften in 19 Ländern entwickeln und produzieren maßgeschneiderte Lösungen für Kunden aus allen Industriezweigen. Witzenmann ist innerhalb seiner Branche technologisch führend und kann neben dem umfangreichen Produktprogramm ein breites Kompetenzspektrum auf dem Gebiet flexibler metallischer Leitungselemente vorweisen.

Gründerlabor G-Lab der Hochschule Karlsruhe

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