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Radschnellverbindung Heidelberg-Mannheim kann starten

Drei Fahrradfahrer fahren auf einen Radschnellweg (Bild © dpa).

Eine Machbarkeitsstudie für die Radschnellverbindung Heidelberg-Mannheim zeigt hohe Nutzerpotentiale. Dabei schlägt die Studie mehrere Trassenvarianten vor. Jetzt kann das Land in die Bauplanung einsteigen.

Der Verband Region Rhein-Neckar hat die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Radschnellverbindung Heidelberg - Mannheim vorgestellt und diese symbolisch an Verkehrsminister Winfried Hermann in Mannheim übergeben. Im Ergebnis konnten hohe Nutzerpotenziale festgestellt und verschiedene Varianten möglicher Trassenführung vorgeschlagen werden. Der Termin ist der Startschuss für das Regierungspräsidium Karlsruhe in den Planungsprozess einzusteigen.

„Radschnellverbindungen stellen eine neue Qualitätsstufe für den Radverkehr da. Sie haben großes Potenzial, um Hauptverkehrsachsen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Es passt, dass gerade in Mannheim eine der ersten Radschnellverbindungen geplant wird – genau in der Stadt, in der Karl Drais vor 200 Jahren erstmals auf einer Laufmaschine fuhr“, so Minister Hermann bei der Übergabe.
Regierungspräsidentin Nicolette Kressl betonte: „Der heutige Tag ist für uns das Signal, um in die Planung der Radschnellverbindung zwischen Mannheim und Heidelberg einzusteigen. Dieses Projekt wird uns vor eine neue und vielfältige Aufgabe stellen. Es ist unser Ziel, die Radschnellverbindung so umzusetzen, dass diese als Vorreiter zu einem modernen und innovativen Verkehrskonzept in Baden-Württemberg beitragen kann.“

Radschnellwege entlasten den Verkehr

„Insbesondere im dicht besiedelten Kernraum unserer Metropolregion Rhein-Neckar sind die Verkehre der Pendler gerade zu den Stoßzeiten eine große Herausforderung für die Infrastruktur. Das attraktive Angebot von Radschnellwegen bietet die Möglichkeit für jeden einzelnen entspannter und gesünder am Arbeitsplatz anzukommen, daher sind wir an mehreren Machbarkeitsstudien in der Region aktiv beteiligt“, führte der Verbandsdirektor des Verbandes Region Rhein-Neckar Ralph Schlusche aus.

Die Planung wird sich, auch wegen der Vielzahl der betroffenen Kommunen, komplex gestalten. Aus diesem Grund wurde bei diesem Termin eine Mitwirkungserklärung zwischen dem Land Baden-Württemberg, den Städten Heidelberg und Mannheim, dem Landkreis Rhein-Neckar, den Kommunen Dossenheim, Ladenburg, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Eppelheim sowie dem Verband Region Rhein-Neckar unterzeichnet. Sie dient als Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.

Bau wird vom Land koordiniert

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner sagte: „Mit den Radschnellwegen erhöht sich der Aktionsradius für Radfahrer enorm. Die elf Kilometer von Schwetzingen bis ins Neuenheimer Feld fährt man auf einem kreuzungsfreien Weg mit einem Pedelec locker in zwanzig Minuten. Damit wird das Fahrrad für viele Beschäftigte zur Alternative zum Auto. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Lösung unserer Vekehrsprobleme. Das gilt gerade für eine Stadt wie Heidelberg, in der siebzig Prozent der Beschäftigten von außerhalb einpendeln.“

Der Bürgermeister von Mannheim Lothar Quast sagte: „Dass der Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg vom Land weiter koordiniert wird, begrüßen wir als Stadt sehr. Für tausende von Pendlern in Mannheim wird nun eine fähige Alternative entstehen, die die herkömmlichen Verkehrsträger entlasten kann. Wir als Stadt Mannheim haben den bis zur aktuell vorliegenden Machbarkeitsstudie laufenden Planungsprozess von Beginn an aktiv mitgestaltet und werden ihn weiterhin intensiv begleiten.“

Um Erfahrungen und Erkenntnisse für künftige Radschnellverbindungen zu sammeln, geht das Land neben der Planung und Umsetzung der Verbindung Heidelberg-Mannheim, auch die Planung und Umsetzung von zwei weiteren Radschnellverbindungen auf den Achsen Heilbronn-Neckarsulm-Bad Wimpfen und Stuttgart-Esslingen-Plochingen an.

Radschnellwege in Baden-Württemberg

Das Thema Radschnellverbindungen ist ein wichtiger Baustein der künftigen Ausrichtung der Radverkehrsinfrastruktur und stellt einen neuen Qualitätsstandard dar. Durch ausreichende Breiten sollen das Nebeneinanderfahren sowie das Überholen problemlos ermöglicht werden. Zeitverluste an Knotenpunkten werden durch Bevorrechtigungen oder den Einsatz von Unter- beziehungsweise Überführungen minimiert. Eine direkte, möglichst umwegefreie Linienführung, geringe Steigungen sowie eine hohe Belagsqualität führen zu einem hohen Fahrkomfort für Radfahrende. Durch die Realisierung von Radschnellverbindungen können vorhandene Potentiale genutzt und eine Verkehrsverlagerung zugunsten des Radverkehrs erreicht werden. Radschnellverbindungen sind deshalb vorrangig an Pendlerachsen vorgesehen.

Als Radschnellverbindungen bezeichnet man Radverbindungen mit einer Gesamtlänge von mindestens 5,0 Kilometern. Zusätzlich müssen Radschnellverbindungen interkommunale und bedeutende Verbindungen für den Alltagsradverkehr sein (das heißt mindestens 2.000 Radfahrende pro 24 Stunden).

Grafik „Mögliche Trassenführung”

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