Studium

Institut für Psychotherapie in Dohuk startet Studienbetrieb

Der Traumatologe Jan Ilhan Kizilhan sitzt mit einer Frau im nordirakischen Dohuk im Büro des baden-württembergischen Sonderkontingents für bis zu 1000 traumatisierte IS-Opfer aus dem Nordirak (Bild: © dpa).

Am 2. März eröffnet das Institut für Psychotherapie im nordirakischen Dohuk. Die Landesregierung hat das Institut zusammen mit der Universität Dohuk aufgebaut. Die Ausbildung soll nach deutschem Vorbild ablaufen. Damit leistet Baden-Württemberg einen weiteren wichtigen Beitrag für die Hilfe vor Ort und um Fluchtursachen zu bekämpfen.

„Es gibt Erfahrungen von menschlichem Leid, die man nicht ohne Hilfe verarbeiten kann“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Um die traumatisierten Opfer von Krieg und Gewalt zu unterstützen, hat das Land unter Federführung des Wissenschaftsministeriums gemeinsam mit der Universität Dohuk ein Institut für Psychotherapie im Nordirak aufgebaut. Am 2. März wird das Institut eröffnet.

„Die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Stabilisierung der Aufnahmeregionen von Flüchtlingen sind zentrale Anliegen der baden-württembergischen Landesregierung“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Dies kann aber nur gelingen, wenn die Situation der Geflüchteten vor Ort verbessert wird. Daran arbeiten wir.“

Immenser Bedarf an Therapien im Nordirak

Das Projekt „Psychotherapeutenausbildung an der Universität Dohuk“, wird vom Wissenschaftsministerium koordiniert. Basierend auf den Erfahrungen Baden-Württembergs im Nordirak im Rahmen des Sonderkontingents besonders schutzbedürftiger Frauen und Kinder wurde gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Universität Tübingen ein Projekt zur Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten im Nordirak ausgearbeitet. Kooperationspartner vor Ort ist die Universität Dohuk. Teil der Ausbildung ist auch ein „Train the trainer-Konzept“, mit dem Ziel, dass Absolventen des Studiengangs später selbst Therapeutinnen und Therapeuten ausbilden können.

Bisher gab es keine Psychotherapeutenausbildung im Nordirak. Die Arbeit ausländischer Psychotherapeuten, insbesondere die Arbeit von Herrn Professor Kizilhan im international ausgezeichneten Jesidinnen-Projekt in den Flüchtlingslagern ist jedoch sehr angesehen. Sie hat nicht nur den immensen Bedarf an Therapie aufgezeigt, sondern auch die Bereitschaft geweckt, eine eigene Psychotherapieausbildung zu installieren. Hierbei unterstützt nun das baden-württembergische Engagement.

Die Förderung beträgt dabei:

  • 0,3 Millionen Euro für die Gründung und den Aufbau des Instituts
  • 0,3 Millionen Euro für die Entwicklung eines E-Learning-Moduls
  • 0,4 Millionen Euro für Lehrveranstaltungen in Baden-Württemberg und Dohuk
  • 0,32 Millionen Euro für Stipendien

Ausbildung nach deutschem Vorbild

Die Psychotherapeutenausbildung soll nach deutschem Vorbild (Psychotherapeutengesetz) ablaufen und in Form eines Masterstudiengangs angeboten werden. Hierzu werden Hochschullehrer, hauptsächlich aus Baden-Württemberg, Master-Studierende des an der Universität Dohuk neu eingerichteten Masterstudiengangs „Psychotherapy and Psychotraumatology“ sowohl in Dohuk als auch in Baden-Württemberg unterrichten und zu Ausbildern ausbilden.

Theresia Bauer: „Die psychotherapeutische Arbeit in beiden Ländern wird davon profitieren. Wir erwarten, dass wir von den Studierenden eben so viel lernen, wie sie von uns.“

Der Studienbetrieb startet zunächst mit 30 Studierenden, davon 19 Frauen und elf Männer. Die akademische Vorqualifikation: 19 Psychologen, sechs Sozialarbeiter, zwei Studierende der Pflegewissenschaften, drei Erziehungswissenschaftler. Spätere Einsatzorte werden Flüchtlingscamps, Krankenhäuser und Sozialstationen sein.

Monitor bei einer Videoschaltkonferenz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad
  • Gespräch

Kretschmann tauscht sich mit Nadia Murad aus

Ein Mitarbeiter arbeitet in der Produktion an einer Zelle für eine Elektroauto-Batterie. (Bild: dpa)
  • BATTERIEPRODUKTION

Europäisches Projekt zur Batteriezellfertigung

Rendering des künftigen Erweiterungsbaus, Außenansicht / Quelle: Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten
  • Hochbau

Arbeiten für den Ersatzbau der PH Heidelberg beginnen

Logo „VivelaWir. Grenzenlose Partnerschaft“ auf der Internetseite „VivelaWir“ der Partnerschafts-Konzeption Baden-Württemberg & Frankreich
  • Europa

Neue Internetseite zur Partnerschaft mit Frankreich

An Fahnemasten hängen die Fahne der EU, die französische Fahne und die baden-württembergische Fahne.
  • Europa

Schulen feiern gemeinsam den Deutsch-Französischen Tag

Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl im Gespräch mit Generalkonsul Ivan Sablić.
  • Feuerwehr

Unterstützung aus dem Land für Kroatien

Der scheidende Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hält seine Abschiedsrede im Europäischen Parlament.
  • Europa

„Stuttgarter Rede zu Europa“

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)
  • Außenwirtschaft

„Eine Chance, die transatlantischen Beziehungen wiederzubeleben“

Grenzübergang zwischen der Schweiz und Deutschland (Bild: © dpa) .
  • Coronavirus

Neue Regeln bei Einreise aus ausländischen Risikogebieten

Das Ufer der Donau bei Ulm
  • Zusammenarbeit

Land fördert Projekte im Donauraum

Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Künstlerin betrachtet in der «Container-City» des Kunstvereins Wagenhalle e.V. einen Plan. (Bild: Marijan Murat/dpa)
  • Ländlicher Raum

Kunst- und Kulturprojekte im Ländlichen Raum fördern

Mit dem einmaligen Pilotprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ wird in der Region Stuttgart in Zukunft ein ganzer Schienenknoten über alle Zuggattungen hinweg digital gesteuert. (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Bahnverkehr

Nächster Meilenstein für den „Digitalen Knoten Stuttgart“

Ein Mann zeigt Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2.
  • Reiseverkehr

Umsetzung der Zwei-Test-Strategie in Baden-Württemberg

Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa (Foto: © dpa)
  • Ausschreitungen

Justizminister Wolf zu den Ereignissen in Washington

Universität Konstanz (Bild: Universität Konstanz)
  • Hochbau

Kühlwasserversorgung der Universität Konstanz wird erneuert

Visualisierung der sanierten Mensa an der Universität Ulm, Nordansicht
  • Hochbau

Sanierung der Mensa an der Universität Ulm beginnt

Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa (Foto: © dpa)
  • Europäische Union

Wolf zieht positive Bilanz der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

Von Daheim
  • Regionalkampagne

Regionaltypische Spezialitäten aus Baden-Württemberg

Feuerwehrleute verladen eine Palette mit Hilfsgütern für das kroatische Erdbebengebiet auf einen LKW.
  • Feuerwehr

Feuerwehren aus dem Land helfen in Kroatien

Die Fahnen Großbritanniens und der EU liegen nebeneinander.
  • Brexit

Baden-Württemberg plant neue Repräsentanz in London

Eine Erzieherin ließt drei Kleinkindern aus einem Buch vor (Bild: © dpa).
  • Bildung

Investitionen in die Bildung steigen kontinuierlich

Symbolbild: Künstliche Intelligenz – Ein humanoider Roboter (Bild: © Friso Gentsch/dpa)
  • Innovationspartnerschaft

Vernetzung für die Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0

  • Brexit

Handelspakt mit Großbritannien in letzter Minute zustande gekommen

Ein Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts Stuttgart hält eine Platte mit Gewebekulturen in seinen Händen. (Bild: Michele Danze / dpa)
  • Forschung

Auszeichnung für innovative Spitzenforschung

An der deutsch-französischen Grenze finden bei der Einreise nach Deutschland verschärfte Grenzkontrollen statt.
  • Polizei

Polizei kontrolliert Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne