Forschung

Europäische Forschungskooperation „Cyber Valley“ startet

Gruppenbild der Unterzeichner des Letter of Intent

Selbstlernende intelligente Systeme werden die Art, wie wir leben und arbeiten, grundsätzlich verändern. Der zu erwartende Umbruch wird einer der größten Umwälzungen in der Geschichte der modernen Zivilisation gleichkommen. Die neue Forschungsoffensive „Cyber Valley“ soll die Frage beantworten, wie Baden-Württemberg, aber auch Deutschland als Ganzes, gestaltend in diese Revolution eingreifen kann.

Baden-Württemberg ist Heimat führender Forschungseinrichtungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Auf Initiative der Max-Planck-Gesellschaft haben sich starke Kernpartner zusammengefunden, um in den kommenden Jahren einen internationalen Top-Standort im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zu schaffen: das Land Baden-Württemberg, die Universitäten Stuttgart und Tübingen, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme sowie die Unternehmen Bosch, Daimler, Porsche, BMW, ZF Friedrichshafen und Facebook. Den Startschuss dazu gaben die Projektbeteiligten heute im Stuttgarter Neuen Schloss. Cyber Valley soll gleichzeitig als internationales Zentrum für Grundlagenforschung und als Gründerplattform für marktfähige Anwendungen aufgesetzt werden. Die Ausbildung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit bis zu 100 Doktoranden ist Teil des Projekts.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Was lange wie eine ferne Vision im Raum stand, wird nun konkret: Die Künstliche Intelligenz kommt. Wir sind überzeugt, dass mit Cyber Valley hier in Baden-Württemberg ein Hotspot für wissenschaftliche Exzellenz für die weltweit besten Köpfe von morgen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz entstehen kann. Unser Ziel ist, nicht nur die besten Maschinen zu bauen, sondern auch die schlausten.“

Prof. Dr. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft: „Das Cyber Valley soll ein Ort sein, an dem die technologischen Grundlagen für unsere digitale Zukunft gelegt werden. Wir wollen dabei nicht nur Magnet und Talentschmiede für den besten Nachwuchs sein, sondern auch Räume schaffen für den Dialog mit den Menschen. Denn die digitale Zukunft betrifft uns alle.“

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH: „Mit Cyber Valley bündeln wir die Kräfte auf dem Gebiet der digitalen Vernetzung. So stärken wir die Region als attraktiven Anziehungspunkt für hochqualifizierte Nachwuchsforscher und Gründer.“

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst: „Die Universitäten Stuttgart und Tübingen bilden durch ihre verschiedenen Forschungsschwerpunkte die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ideal ab. In der Kooperation mit dem Max-Planck-Institut stehen die Chancen, ein wissenschaftliches Leuchtfeuer in Baden-Württemberg im Bereich KI zu entfachen, ausgezeichnet.“

In einem ersten Schritt werden neun Cyber Valley Forschungsgruppen eingerichtet, finanziert durch das Land, die Industriepartner sowie ein Konsortium baden-württembergischer Stiftungen. Zehn Professuren an den Universitäten Stuttgart und Tübingen verleihen Cyber Valley im internationalen Vergleich zusätzliches Gewicht: Die Universitäten richten jeweils zwei Professuren als Brückenprofessuren zum Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme aus und leisten damit eine großen und langfristigen Beitrag. Das Land wird diese Anstrengungen durch die Finanzierung jeweils zweier zusätzlicher Professuren ergänzen. Des Weiteren engagieren sich die Unternehmen mit insgesamt zwei Stiftungslehrstühlen in Stuttgart und Tübingen. Darüber hinaus wird im Sommer 2017 eine gemeinsame Graduiertenschule (International Max Planck Research School Intelligent Systems) des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme sowie der Universitäten Stuttgart und Tübingen eingerichtet werden. In einer zweiten Ausbaustufe wird das Land mit einer Sonderfinanzierung ein gemeinsames Neubauvorhaben als physisches Zentrum von Cyber Valley unterstützen. 

Damit entsteht eine der größten Forschungskooperationen Europas im Bereich der Künstlichen Intelligenz, in die das Land in den kommenden Jahren mehr als 50 Millionen Euro investieren wird. 

Worum geht es bei Künstlicher Intelligenz? 

Bei Cyber Valley geht es um die Erforschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Dabei handelt es sich um Systeme, die in der Lage sind, den Kreislauf von Wahrnehmung, Verständnis, Handeln und Lernen zu vollziehen. Dies ist unabdingbar dafür, in komplexen und dynamischen Umwelten selbständig agieren zu können. Bei Menschen und Tieren ist diese Fähigkeit selbstverständlich. Das Ziel ist es, vom Vorbild der Natur zu lernen und die zugrundeliegenden Steuer- und Regelungsmechanismen von Wahrnehmung, Handeln und Lernen zu verstehen und sie in künstlichen Systemen nachzubilden. 

Wo werden intelligente Systeme eingesetzt?

In Zukunft praktisch überall – ob in der virtuellen oder in der realen Welt. Intelligente, selbstlernende Systeme werden beim autonomen Fahren und in der industriellen Produktion genauso Anwendung finden, wie bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, beim Aufspüren neuer Erkenntnisse aus großen Datenmengen oder bei der Übernahme von Aufgaben in Situationen, die für den Menschen selbst zu gefährlich sind, wie etwa Rettungseinsätze.

Cyber Valley

Das Cyber Valley – die Künstliche Intelligenz findet ein Zentrum (PDF)

Das Cyber Valley – Kurzporträts der Partner (PDF)

Das Cyber Valley – Statements der Partner (PDF)

Mediathek: Bilder zum Download

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Ein Mann schaut aus dem Führerstand eines Zuges auf den Bahnsteig.
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Umfrage „Die Lage von GovTech in Deutschland“ veröffentlicht

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Erste Sitzung des Kabinetts nach der Regierungsbildung im Mai 2021.
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Bericht aus dem Kabinett vom 29. November 2022

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