Nahverkehr

Bus- und Straßenbahnfahrer im Warnstreik

Leer präsentiert sich am Montag (10.10.2011) in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart am Stuttgarter Hauptbahnhof im morgendlichen Berufsverkehr ein U-Bahn Gleis. (Foto: dpa)

Stuttgart/Freiburg - Ein Warnstreik tausender Bus- und Straßenbahnfahrer in Baden-Württemberg hat den Berufsverkehr am Montag erheblich behindert. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mussten 1,5 Millionen Pendler auf andere Verkehrsmittel umsteigen. In Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Heilbronn, Esslingen, Baden-Baden und Pforzheim blieben die Busse und Straßenbahnen in den Depots. Erst am Mittwoch sollen sie wieder rollen.

Auf vielen Zufahrtsstraßen kam es am Morgen zu Staus oder stockendem Verkehr. Ein Chaos blieb aber aus. «Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Leute gut auf angekündigte Streiks reagieren, Fahrgemeinschaften bilden oder einfach früher losfahren», sagte eine Polizeisprecherin in Stuttgart.

Ein Service-Bediensteter am Freiburger Hauptbahnhof bestätigte: «Die meisten Pendler waren vorbereitet und über den Streik informiert.» Nur vereinzelt standen Menschen an den Haltestellen und warteten auf den Bus oder die Straßenbahn.

Der Kommunale Arbeitgeberverband kritisierte den bis Dienstag dauernden Ausstand als «völlig überzogen». Nicht betroffen sind die Deutsche Bahn sowie private Bus- und Straßenbahnunternehmen. In Stuttgart etwa fuhren daher auch die S-Bahnen wie gewohnt. Ebenso regionale Zuglinien, wie beispielsweise die Breisgau-S-Bahn in Südbaden. Viele Pendler stiegen aufs Auto um und bildeten Fahrgemeinschaften. Taxiunternehmen verzeichneten mehr Aufträge als sonst.

«Bereits ab 6.30 Uhr rollte der Verkehr auf den meisten Einfallstraßen nach Karlsruhe nur noch zähflüssig», berichtete Joachim Zwirner, Verkehrsreferent beim Polizeipräsidium Karlsruhe. «Ab 7.30 Uhr ging es dann oft nur noch "Stopp-and-Go".» Für Dienstag rechnet Zwirner nicht mit ähnlich großen Problemen: «Generell ist der Montagmorgen im Wochenvergleich der Tag mit der höchsten Verkehrsbelastung.»

Mit dem Ausstand will Verdi Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr bringen. Die Gewerkschaft verlangt kürzere Schichten, volles Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub für alle unabhängig vom Alter sowie Vorteile speziell für Verdi-Mitglieder.

«Wir wollen nicht streiken, wir wollen ein anständiges Verhandlungsergebnis», sagte Verdi-Verhandlungsführer Rudi Hausmann. Die Gewerkschaftsmitglieder seien aber seit Montagmorgen zur Urabstimmung aufgerufen. Stimmen mehr als 75 Prozent von ihnen zu, ist der Weg für einen unbefristeten Streik frei.

Der Vorsitzende des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV), Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne), hatte in der vergangenen Woche die Verdi-Forderungen zurückgewiesen: Sie bedeuteten für die Kommunen Mehrkosten von 7 bis 10 Prozent bei den Gehältern. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bereits weitgehende Zugeständnisse vor allem beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld gemacht, sagte Salomon. Ein Streik im öffentlichen Nahverkehr sei «Wasser auf die Mühlen derjenigen, die öffentlichen Personennahverkehr in kommunaler Regie als ein antiquiertes Museumsstück ansehen und einer Privatisierung das Wort reden».

Ähnlich wie einem Pendler in Freiburg erging es am Montagmorgen vielen: «Eigentlich wollte ich ausnahmsweise das Fahrrad nehmen, doch der Dauerregen hat mich davon abgehalten», berichtetet der Mann, der normalerweise mit der Straßenbahn zur Arbeit fährt. Weil er nicht nass werden wollte, nahm er das Auto und ging die letzten Meter zu Fuß.

Quelle:

dpa/lsw
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