Schiene

Grenzüberschreitendes Schienennetz zur Vergabe ausgeschrieben

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Leere Gleise. (Bild: dpa)

Die erste gemeinsame Vergabe von grenzüberschreitenden Leistungen des Schienenpersonennahverkehrs nimmt weiter Gestalt an. Die Ausschreibungsunterlagen für das Netz zwischen Deutschland und Frankreich wurden den interessierten Eisenbahnverkehrsunternehmen nun zur Verfügung gestellt. Das Netz bietet eine neue Alltagsmobilität in Grenzregionen.

Die erste gemeinsame Vergabe von grenzüberschreitenden Leistungen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) durch die beteiligten Aufgabenträger in Deutschland und in Frankreich nimmt damit weiter Gestalt an. Die gemeinsame europaweite Ausschreibung der Leistungen in zwei Losen (Los West und Los Ost) durch die Région Grand Est, das Land Baden-Württemberg und dem Saarland sowie den beiden rheinland-pfälzischen SPNV-Zweckverbänden kann damit jetzt schon als historisch bezeichnet werden. Erstmalig wird hier in einem europaweiten Vergabeverfahren der zukünftige Betreiber der SPNV-Verkehrsleistungen zwischen Frankreich und Deutschland ermittelt.

Beginn der Ausschreibung

Dieses Vergabeverfahren hat mit der Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen am 26. April 2023 einen bedeutenden Schritt genommen. Die Unterlagen wurden von den beteiligten Aufgabenträgern über Monate abgestimmt und optimiert. Hierbei mussten auch die unterschiedlichen „Traditionen“ und Verfahrensweisen bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen zwischen den Partnern abgestimmt und unter einen Hut gebracht werden. Die interessierten Unternehmen haben nun die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen oder weitere Optimierungsvorschläge einzureichen. Zudem werden Verhandlungsgespräche mit den potentiellen Bietern geführt.

Neue Alltagsmobilität in Grenzregionen

„Die Ausschreibung läuft auf der Basis von modernen trimodalen Fahrzeugen. Diese können im deutschen wie im französischen Spannungssystem elektrisch fahren und mit Diesel, wo keine Oberleitung vorhanden ist. Mit diesen innovativen Fahrzeugen wird zukünftig fast überall im Stundentakt gefahren werden. Das ist die neue Alltagsmobilität in Grenzregionen. Ein großer Schritt für einen europäischen Schienenpersonennahverkehr und die Fahrgäste“, so Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg. „Für Baden-Württemberg werden die Strecken Offenburg - Strasbourg und Müllheim - Mulhouse Bestandteil der Ausschreibung. Weiterhin ist eine Verlängerung der Verbindung von Strasbourg - Wörth bis nach Karlsruhe geplant. Diese Verbindungen sind Bestandteil des sogenannten Loses Ost.“

Inbetriebnahme ab Ende 2026

Dieser Phase des Ausschreibungsverfahrens ging der sogenannte Teilnahmewettbewerb voraus, bei dem Unternehmen ihr Interesse an dem Verfahren bekunden konnten und die Aufgabenträger über die Zulassung zum Verfahren zu entscheiden hatten.

Die Inbetriebnahme des Netzes erfolgt zum internationalen Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Das Netz umfasst sieben grenzüberschreitende Strecken. Dem obsiegenden Eisenbahnverkehrsunternehmen werden Fahrzeuge des Herstellers Alstom vom Typ Coradia Polyvalent beigestellt. Diese Fahrzeuge, die im Vorfeld von der Région Grand Est beschafft wurden, sind dann auch in Frankreich und Deutschland für den Eisenbahnbetrieb zugelassen.

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