Bundesrat

Drittes Pflegestärkungsgesetz: Baden-Württemberg setzt nachträgliche Verbesserungen durch

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Pflegerin läuft neben altem Mann

Baden-Württemberg hat im Bundesrat dem Dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG III) zugestimmt, das Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit sich bringt. Zuvor war es Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha gemeinsam mit anderen Bundesländern gelungen, der Bundesregierung die Zusage abzuringen, aus Sicht der Länder bestehende gravierende Mängel des Gesetzes – insbesondere bei der Rolle der Kommunen in der Pflege – nachträglich zu beheben.

Das Bundesgesundheitsministerium sagte den Ländern zu, Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Rolle der Kommunen in der Pflege doch noch zeitnah umzusetzen. Dadurch wird der Weg frei für die Erprobung verbesserter Beratungsstrukturen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in so genannten „Modellkommunen Pflege“. In dem den Ländern vom Bund vorgelegten Gesetz spiegelt sich diese Empfehlungen nicht ausreichend wider.

Der Minister: „Mit dem PSG III wird endlich der letzte Schritt einer umfassenden Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung abgeschlossen. Leider eignet sich das den Ländern vom Bund vorgelegte Gesetz nicht, um den Kommunen eine stärkere Rolle im Pflegebereich zu geben. Das ist aber gerade in der Pflegeberatung unerlässlich. Nur durch eine aktivere Rolle der Kommunen in der Pflege können wir sicherstellen, dass Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf künftig so lange und so selbstbestimmt wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns in einer beispiellosen Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und dem Bund gelungen ist, hier doch noch zu einer Einigung zu kommen.“

Warum sind Nachbesserungen des Gesetzes erforderlich?

Die Idee der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Rolle der Kommunen in der Pflege bestand darin, in so genannten Modellkommunen Pflege einen ganzheitlichen, wohnortnahen und sozialräumlichen Beratungsansatz zu erproben. Menschen, die mit bevorstehender Pflegebedürftigkeit konfrontiert werden, sehen sich vielen Fragen gegenüber, die über die Expertise einer klassischen Pflegeberatung hinausgehen. Betroffene haben auch Fragen zur rechtlichen Betreuung, zu behindertengerechten Wohnangeboten, zur kommunalen Infrastruktur oder aus dem Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Sie brauchen eine umfassende Beratung aus einer Hand. Einen solchen ganzheitlichen Ansatz verfolgen die Modellkommunen Pflege“, sagte Minister Lucha.

Ziel des Landes sei es deshalb, Beratungsstrukturen zu bündeln und mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz unter Federführung von Modellkommunen zu ermöglichen. Minister Lucha: „Und dies heißt gerade nicht – und so sehen es die Regelungen des Gesetzes vor – dass die Modellkommune bestehende gut funktionierende Beratungsstrukturen vor Ort, etwa solche der Pflegekassen, übernimmt. Damit würde eine künstliche Konkurrenzsituation zwischen Modellkommunen und Pflegekassen erzeugt, die wir nicht wollen. Stattdessen wollen wir gut Funktionierendes bündeln und zusammenführen, Synergien nutzen und ein integratives Beratungsportfolio im sozialräumlichen Kontext erproben. Modellkommunen und Pflegekassen sind dabei Kooperationspartner, nicht Konkurrenten. Uns geht es im Kern um eines: Um eine ganzheitliche Beratung für die Betroffenen – eingebettet in das jeweilige sozialräumliche Umfeld mit seinen jeweiligen Besonderheiten.“

Weitere Meldungen

Flur im Krankenhaus mit Personal und Betten
Gesundheit

Kliniken sichern, Versorgung stärken, Lasten fair verteilen

Businessfrau sitzt an einem PC
Wirtschaft

Ungenutztes Arbeitskräfte­potenzial von Frauen

Ein fahrender Regionalzug
Schienenverkehr

Deutsch-französische Freifahrten für junge Menschen

Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg
Heimat

Treffen und Tagung der Russlanddeutschen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

Gruppenbild: Team der Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg (LADS) mit Vertreterinnen und Vertretern aus 12 Städten und Landkreisen im Sozialministerium in den Räumen des Sozialministeriums.
Antidiskriminierungsstelle

LADS und Kommunen im Dialog zur Antidiskriminierungsarbeit

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Promotionsfahrzeug Mehr Leben im Eigenheim
Wohnraumoffensive

Online-Dialog zu „Mehr Leben im Eigenheim“ am 25. Juni

Organspendeausweis
Organspende

Zahl der Organspenden im Land steigt leicht

Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Stechmückensaison hat begonnen

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen