Heimat

Verleihung des 32. Landespreises für Heimatforschung

Die mit insgesamt 10.200 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Arbeiten zur lokalen Geschichte und Tradition. Die Beschäftigung mit dem direkten Lebensumfeld schärft das Bewusstsein für gesamtgesellschaftliche Themenstellungen und macht deren Auswirkungen vor Ort besser nachvollziehbar.

„Wenn man weiß, wo man herkommt, weiß man wer man ist“, sagte Dr. Simone Schwanitz, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst anlässlich der Verleihung des Landespreises für Heimatforschung im Wasserschloss Glatt in Sulz am Neckar. Vermehrte Kenntnis und vertieftes Verstehen der Heimat seien wichtige Bausteine zur kulturellen Identitätsfindung. Vergeben wurden insgesamt fünf Preise im Wert von 10.200 Euro. Die Preisverleihung bildet traditionell den Abschluss des Veranstaltungsreigens der jährlichen Heimattage Baden-Württemberg.

Die ausgezeichneten Arbeiten wurden aus einhundert eingereichten Bewerbungen, darunter auch Filme, DVDs und CDs, ausgewählt. Mitglieder der unabhängigen Jury sind Vertreter des Landesausschusses Heimatpflege sowie Persönlichkeiten aus der Forschung und dem Schulbereich.

Das Interesse der Bevölkerung an der Heimatforschung ist groß. Die Anknüpfungspunkte reichen dabei von der Orts-, Siedlungs- und Naturgeschichte über Themen zur Migration bis hin zu lokalen Traditionen und Lebensläufen herausragender Persönlichkeiten. Schwanitz: „Besonders erfreulich ist das stetige Interesse von Jugendlichen an der Heimatforschung.“ Die Beschäftigung mit dem direkten Lebensumfeld schärfe das Bewusstsein für gesamtgesellschaftliche Themenstellungen und mache deren Auswirkungen vor Ort besser nachvollziehbar, so die Ministerialdirektorin.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2013

Erster Preis:

Hermann Brendle, Bad Saulgau, „Hohentengen - die Göge“

Zweite Preise:

Emil Glück und Christa Vöhringer-Glück, Sonnenbühl, „Offenhausen am Ursprung der Großen Lauter und seine wechselvolle Geschichte“
Werner L. Frank, USA (früher Eppingen), „The Curse of Gurs“ (Way Station to Auschwitz)

Jugendförderpreis:

Autorenteam Eduard Stürmer, Kathrina Edinger u.a., Karlsruhe, „Dokumentation über den Truppenübungsplatz Heuberg bei Stetten am kalten Markt“

Schülerpreise:
Lea und Sophia Hackel
, Nicolaus-Kistner-Gymnasium Mosbach, „Zuerst Fremde, dann Nachbarn, dann auch Freunde?“

Autorenteam Katrin Thome, Maximilian Biller, Johannes Büge, Helen Holldorb, Nicole Spörle, Karlsruhe, „Vom Banknachbarn zum Terroristen - Thomas Weisbecker“

Anerkennungsurkunden erhielten:

Autorenteam Wolfgang Lehmphuhl, Egon Hofen, Konstantin Groß von der BASF Siedlergemeinschaft e.V., Mannheim: „Die Sehnsucht nach dem eigenen Heim“

Manfred Bauer, Immenstaad: „Mein Vater, Luftschiffkapitän Heinrich Bauer (1902 - 1979)“

Theresa Baur  und Johanna Hornbach, Nicolaus-Kistner-Gymnasium Mosbach: „Ein strahlender Nachbar“ Leben in der Nachbarschaft eines AKW am Beispiel Obrigheim

Thomas Fuchs, Rosenberg: „Hausgeschichten aus Ramsenstrut und Leinenfirst“

Prof. Dr. Christian Führer, Neulußheim: „Memories of Mannheim“ Die Amerikaner in der Quadratestadt seit 1945

Dietmund Schwarz, Lauchringen: „Eine Dorfgemeinde und ihre Bahngeschichte“

Landespreis für Heimatforschung

Der Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg wurde 1981 ins Leben gerufen. Zunächst von den Volks- und Raiffeisenbanken Baden-Württemberg getragen, wird der Preis seit dem Jahr 2000 vom Land Baden-Württemberg und dem Landesausschuss für Heimatpflege Baden-Württemberg gestiftet.

Der Preis ist mit insgesamt 10.200 Euro dotiert und wird in den Kategorien erster Preis, zweiter Preis, Jugendförderpreis und Schülerpreis verliehen. Ausgezeichnet werden beispielhafte Leistungen auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Heimatforschung, die nicht im Zusammenhang mit einer wissenschaftlichen Ausbildung oder darauf aufbauenden beruflichen Tätigkeit entstanden sind. Sowohl die Werke der Preisträger als auch der Empfänger einer Anerkennungsurkunde werden im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart dokumentiert und archiviert.

Landespreis für Heimatforschung