Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Spendenübergabe zum Benefizkonzert im Ulmer Münster

Innenminister Thomas Strobl (Mitte) übergibt den Spendenscheck an Oberbürgermeister und Schirmherr der Aktion 100 000 Gunter Czisch (links) und den Landesvorsitzenden des WEISSEN RINGS Erwin Hetger (rechts).

Bei dem Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg im Ulmer Münster wurden knapp 11.000 Euro gespendet. Innenminister Thomas Strobl hat heute den Scheck an den WEISSEN RING e.V. sowie die Aktion 100.000 der SÜDWEST PRESSE übergeben.

„Die Kulisse im Ulmer Münster, am Abend des zweiten Advents war absolut überwältigend. Das Konzert unseres Landespolizeiorchesters an diesem bedeutungsvollen Ort unter dem weltweit höchsten Kirchturm war für mich ein lang gehegter Wunsch – und wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, ein wirklich unvergessliches Erlebnis und absoluter Höhepunkt in diesem Jahr. Dass das Ulmer Münster, die größte evangelische Kirche Deutschlands, praktisch bis auf den letzten Platz gefüllt war, war für mich persönlich, für unser Landespolizeiorchester absolut einmalig. Umso mehr freut es mich, dass der ganze Abend einem guten Zweck zu Gute kam und eine fünfstellige Summe an Spenden zusammengekommen ist. Gerade in Zeiten, in denen Terror und Gewalt offen zu Tage treten, muss unsere Gesellschaft zusammenrücken. Das Konzert und die Spenden sind ein großartiger Beleg für einen funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister des Landes, Thomas Strobl, anlässlich der symbolischen Übergabe des Spendenschecks am Donnerstag, 12. Dezember, in Stuttgart. 

Unter der Schirmherrschaft des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenministers Thomas Strobl fand am Sonntag, 8. Dezember 2019, um 17:30 Uhr im historischen Ulmer Münster ein öffentliches Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg statt. Die Erlöse aus den Spenden kommen dem WEISSEN RING e. V. sowie der Aktion 100.000 der SÜDWEST PRESSE zu Gute – und somit Menschen, die Opfer von Gewalt und Kriminalität wurden oder in Not geraten sind. „Dass rund 2.000 Bürgerinnen und Bürger der Einladung gefolgt sind und damit auch die Arbeit des Weißen Rings und die Aktion 100.000 unterstützen, freut mich ganz besonders“, sagte die Prälatin Gabriele Wulz.

Insgesamt wurden 10.910 Euro gespendet

Insgesamt kamen durch den Abend 10.910 Euro an Spenden zusammen. „Im Namen der Bürgerschaft bedanke ich mich für dieses phänomenale Konzerterlebnis und die Unterstützung der Aktion 100.000 und Ulmer helft. Das Landespolizeiorchester hat wieder einmal seine Spitzenklasse bewiesen und ist zugleich ein sympathischer Botschafter der Polizei in unserem Land“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch, der auch Schirmherr der Aktion 100.000 ist.

Für den Landesvorsitzenden des WEISSEN RINGS Erwin Hetger ist das Konzert mit dem Landespolizeiorchester ein Beleg für die gute Zusammenarbeit von Polizei und WEISSER RING. „Dieser enge Schulterschluss ist die Basis für einen flächendeckend guten Opferschutz in Baden-Württemberg. Und, dass das Ulmer Münster bis auf den letzten Platz besetzt war, zeigt, welchen Stellenwert und welche Wertschätzung der WEISSE RING in der Bevölkerung genießt. Dies gibt uns, den ehrenamtlich Tätigen, neue Motivation für unsere Opferarbeit in der Zukunft“.

Kooperation mit dem Weißen Ring e.V.

„Angriffe, wie wir sie in den letzten Tagen in Augsburg, Stuttgart oder München erleben mussten, verunsichern die Menschen zutiefst. Sie zeigen aber auch, wie willkürlich diese Taten Menschen treffen können. Menschen, die Opfer von Gewalt oder Unglücksfällen werden, dürfen wir nicht alleine lassen. Deshalb ist es unserer Polizei und auch mir persönlich ein großes Anliegen, durch einen professionellen Opferschutz die Belastungen für die Opfer und deren Angehörige so gering als möglich zu halten“, unterstrich Minister Thomas Strobl mit Blick auf die Arbeit des Weißen Rings, der durch die Spenden unterstützt wird. „Die ehrenamtlichen Helfer des Weißen Rings beweisen jeden Tag, rund um die Uhr, was gelebter Gemeinsinn bedeutet“, so Innenminister Thomas Strobl.

Die Polizei Baden-Württemberg arbeitet eng und vertrauensvoll mit dem Weißen Ring e.V. zusammen, der 2015 durch die Kooperationsvereinbarung mit dem Innenministerium auch noch einmal gestärkt wurde. Darüber hinaus hat das Land durch die Landesstiftung Opferschutz bereits im Jahr 2001 einen wichtigen Grundstein für die Unterstützung von Gewaltopfern gelegt. 

Kampf gegen Hass und Hetze im Netz

Der Minister unterstrich in diesem Zusammenhang auch, dass Gewalt nicht nur auf der Straße zu Tage trete. „Wenn wir über Opferschutz sprechen, dann richtet sich mein Blick auch mit Sorge auf die digitale Welt. Dort müssen wir leider immer mehr und viel zu oft eine Verrohung der Sprache erleben. Und den rohen Worten folgen erfahrungsgemäß rohe Taten. Enthemmte Sprache und Hetze sind leider der Motor für Gewalt und Radikalisierung. Wir wissen, dass sich Menschen in den digitalen Raum zurückziehen und dort extremistische Echokammern entstehen. Die Hemmschwelle im Netz sinkt, das digitale Zusammentreffen Gleichfanatisierter wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Dieser Entwicklung müssen wir entgegentreten. Vor allem: Diese Unkultur im Netz darf nicht in unsere Alltagskultur überschwappen“, unterstrich der Minister. 

Die Polizei Baden-Württemberg tritt Hasskommentaren im Internet mit verschiedenen Maßnahmen entschlossen entgegen. Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität werden Netzinhalte durch eine Koordinierte Internetauswertung (KIA) gezielt im Hinblick auf Straftaten ausgewertet. Des Weiteren führt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) anlassbezogen Internetrecherchen in einschlägigen Foren durch. Darüber hinaus betreibt das LKA Baden-Württemberg seit 2012 das anonyme Hinweisgebersystem Business Keeper Monitoring System (BKMS ®), über das auch Hasskommentare anonym angezeigt werden können. Daneben besteht über die Internetwache der Polizei Baden-Württemberg die Möglichkeit, online beispielsweise auf Hasskommentare oder Gewaltaufrufe aufmerksam zu machen. Ferner arbeitet das LKA Baden-Württemberg mit der beim Demokratiezentrum Baden-Württemberg eingerichteten Meldestelle respect! zusammen. Darüber hinaus hat Baden-Württemberg mit dem Sonderprogramm Rechtsextremismus zusätzliche finanzielle Mittel für Personal und Ausstattung zur Verfügung gestellt.

Innenministerium Mediathek: Bilder des Benefizkonzerts im Ulmer Münster