Auszeichnung

Verdienstorden des Landes an 18 verdiente Persönlichkeiten

Gruppenbild mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (M.) und den Ordensprätendenten (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg an 18 verdiente Persönlichkeiten verliehen. Demokratie brauche Menschen, die mitreden, mitmachen und sich füreinander verantwortlich fühlen, erklärte Kretschmann.

„Ich freue mich besonders, im siebzigsten Jahr unseres Grundgesetzes heute 18 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg auszuzeichnen, die den Geist dieses Gesetzes Tag für Tag leben. Denn die Demokratie braucht Demokraten – Menschen, die mitreden, mitmachen und die sich verantwortlich fühlen für unser Miteinander. Diese Menschen wollen wir heute ehren“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Schloss Mannheim anlässlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Durch ihr Engagement in Kultur, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und vielen anderen Bereichen, schafften die Geehrten Verlässlichkeit für eine ganze Gesellschaft, so der Ministerpräsident.

Kontinuierliche Arbeit am Miteinander

In seiner Rede betonte Kretschmann die Wichtigkeit der kontinuierlichen Arbeit am Miteinander: „Die 18 Bürgerinnen und Bürger, die wir heute ehren, stellen sich immer wieder neu die Frage: Wie wollen wir zusammen leben? Und auf diese Frage finden sie ganz individuelle Antworten. Indem sie nämlich dort hinsehen, wo andere wegschauen, indem sie dort hingehen, wo andere weglaufen und indem sie nicht resignieren, sondern sich kümmern und anpacken“, sagte der Ministerpräsident.

Anschließend dankte der Ministerpräsident den Geehrten für ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens. „Durch das Mitgefühl, die Kraft und die Gedanken, die Sie für andere einbringen, bereichern Sie unsere Gemeinschaft“, wandte sich der Ministerpräsident direkt an die Ordensträgerinnen und Ordensträger. „Besonders danken möchte ich aber auch den Helfern der Helfer: nämlich den Familien, Angehörigen und Freundinnen und Freunden der Geehrten. Alldenjenigen, die das Engagement der Geehrten mittragen und sie unterstützen.“ Dies zeige, dass die wenigen Geehrten ihre Auszeichnung auch stellvertretend für tausende andere entgegennähmen, die sich ebenso engagierten.

„Baden-Württemberg ist stolz auf die Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Und ich bin es auch“, sagte der Ministerpräsident zum Abschluss seiner Rede.

Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg

Der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg – bis Juni 2009 die „Verdienstmedaille“ – wird vom Ministerpräsidenten für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg verliehen, insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Die Verleihung des Verdienstordens erfolgt in der Regel einmal jährlich im Rahmen eines Festakts. Die Zahl der Ordensträger ist dabei auf insgesamt 1.000 lebende Personen begrenzt. Seit 1975 wurde der Landesorden insgesamt 1.941 (inklusive 2019) verliehen. Eine Auszeichnung kann bei Bürgermeisterämtern und Landratsämtern oder unmittelbar beim Ministerpräsidenten angeregt werden.

Alle Gruppen der Bevölkerung und alle Gebiete des Landes sollen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden. Der Verdienstorden hat die Form eines stilisierten Kreuzes mit einem Medaillon in seiner Mitte, auf dem das große Landeswappen mit dem Schriftzug Baden-Württemberg abgebildet ist. Er wird an einem gefalteten Band in den Landesfarben getragen. Anstelle des Ordens kann eine schwarz-gelbe Rosette oder eine Miniatur getragen werden, die ebenfalls überreicht werden. Neben den Ordensinsignien erhalten die Ordensträgerinnen und -träger auch eine vom Ministerpräsidenten unterzeichnete Verleihungsurkunde.

Kurzvitae der Ordensprätendenten:

Barbara Bosch, Reutlingen

Barbara Bosch leitete 16 Jahre lang die Geschicke der Stadt Reutlingen. Dabei zählen unter anderem die Erneuerung der Altstadt und des Bürgerparks sowie der Bau des Scheibengipfeltunnels zu den Großprojekten, mit denen Barbara Bosch ihre Stadt vorangebracht hat. Mit dem Neubau der Stadthalle und dem erst kürzlich fertiggestellten Theaterneubau schuf sie Bleibendes. Dabei hatte sie immer auch Familien, Kinder und Jugendliche sowie ältere Mitbürger im Blick. Zudem konnte unter ihrer Ägide Reutlingens Hausberg, die Achalm, in den Besitz der Stadt überführt werden. Als Oberbürgermeisterin, langjährige Kreisrätin, Mitglied des Regionalverbands der Region Neckar-Alb und als Präsidentin des Städtetags engagierte sich Frau Bosch für den Erhalt und die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung. Darüber hinaus setzt sich Barbara Bosch als Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes nach Kräften für das gesellschaftliche Miteinander ein.

Edmund Brenner, Bad Mergentheim

Edmund Brenners Vita ist eng mit der Entwicklung der Sparkassenorganisation in Baden-Württemberg verzahnt: ob als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Bad Mergentheim oder nach der Fusion bei der Sparkasse Tauberfranken, stets wurden seine Sachkompetenz sowie sein reicher Erfahrungsschatz in den verschiedenen Gremien sehr geschätzt. Bei seiner Tätigkeit hatte Herr Brenner dabei stets nicht bloß die Gewinnmaximierung im Blick, sondern auch das Gemeinwohl und den Kunden. Darüber hinaus bringt er sich an der Spitze verschiedener Aufsichtsräte in mittelständischen Unternehmen seiner Heimat ein. Ebenso engagiert er sich als Beiratsmitglied der Kitzberg-Klinik für Psychotherapie Bad Mergentheim. Des Weiteren liegt Herrn Brenner die Stiftungsarbeit stets am Herzen; so setzt er etwa beim Deutschen Roten Kreuz, beim Fachverband der deutschen Jugendorchester, bei der Stiftung Lebenshilfe, im Fechtsport Tauberbischofsheim, bei der Wirthwein-Stiftung sowie im Freundeskreis der Stadtkirche Weikersheim wegweisende Akzente in der Gemeinwohlarbeit.

Dr. h.c. Gernot Erler, Freiburg im Breisgau

Der Name Gernot Erler ist unbestritten eng mit deutscher Außenpolitik verbunden. Die Beziehungen zwischen Russland, Deutschland und Europa, die Außen- und Friedenspolitik, und vor allem der Ausgleich zwischen Ost und West sind Dr. Erlers Lebensthema. Er warb in 30 Jahren als Bundestagsabgeordneter und auch aus seinen verantwortungsvollen Ämtern im Auswärtigen Amt heraus – gerade in schwierigen Zeiten – stets dafür, politische Differenzen zwischen Deutschland und Russland konstruktiv zu bewältigen. Seine Schwerpunkte legte Herr Dr. Erler auf die Außen-, Verteidigungs- und Entwicklungspolitik sowie auf die Menschenrechte. Als Staatsminister im Auswärtigen Amt unterstützte er über Jahre hinweg die Arbeit des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier. Herr Dr. Erler gilt als einer der Väter der EU-Zentralasien-Strategie und wurde Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft. Seine Arbeit in zahlreichen Gremien und Institutionen fand auch im Ausland hohe Wertschätzung. Dabei war und ist es Herrn Dr. Erler besonders wichtig, Differenzen zwischen Staaten und Gesellschaften im Miteinander zu überwinden, Vertrauen aufzubauen und so Konflikte auf politischem Wege zu lösen.

Prof. Dr. Cornelia Ewigleben, Karlsruhe

Seit 2005 leitet Frau Prof. Dr. Ewigleben das Landesmuseum Württemberg mit Passion und höchster wissenschaftlicher Kompetenz. Sie hat das größte kulturhistorische Museum des Landes fit für das 21. Jahrhundert gemacht. Noch viel mehr als bisher spricht die Neukonzeption ein breites Publikum an. Ihr Credo lautet „Museum, das ist nicht nur die Wissenschaft, das sind wir alle“. Die Schätze der Schausammlungen, das Kindermuseum Junges Schloss, die „Großen Landesausstellungen“ und Sonderpräsentationen ziehen Besucher jeden Alters in den Bann. Heute ist das Alte Schloss ein lebendiger Bildungs- und Erlebnisort und somit zugleich ein Forum für den gesellschaftlichen Dialog. Steigende Besucherzahlen belohnen den Mut der Museumsdirektorin und ihres Teams. Frau Prof. Dr. Ewigleben ist eine starke Stimme in der gesamten Museumslandschaft – sowohl in Stuttgart und in Baden-Württemberg als auch in ganz Deutschland, bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie den Historischen Museen Hamburg.

Martina Feierling-Rombach, Freiburg i. Br.

Martina Feierling-Rombach entstammt einer traditionsreichen Freiburger Brauerei-Familie. Früh führte sie ihr Vater in die von Männern dominierte Brauereibranche ein. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Rombach wagte Martina Feierling-Rombach vor 30 Jahren den Neustart und gründete die Hausbrauerei Feierling, die mit ihrem Biergarten in Freiburg zu einer echten Institution wurde. Martina Feierling-Rombach war Zeit ihres Lebens jedoch nicht nur unternehmerisch, sondern auch politisch engagiert: 15 Jahre lang hat sie sich als Gemeinderätin und CDU-Fraktionsvorsitzende für die Belange ihrer Heimatstadt eingesetzt. Ebenso lange war sie auch Vorsitzende des Vereins „Gastliches Freiburg“. Sie unterstützt soziale Einrichtungen und spendet so beispielsweise jedes Jahr den Erlös ihres Biergarten-Adventsmarkts wohltätigen Zwecken. Als Landesvorsitzende des Verbandes deutscher Unternehmerinnen Baden stärkt sie weibliches Unternehmertum und gibt ihre Erfahrungen gerne an angehende Selbstständige weiter.

Pavel Hoffmann, Reutlingen

Pavel Hoffmann erlebte als Kleinkind die Herrschaft der Nationalsozialisten in all ihrer Grausamkeit: Mit vier Jahren wurde er 1943 zusammen mit seiner Mutter in das KZ Theresienstadt deportiert, wo seine Mutter kurze Zeit später verstarb. Zwei Jahre lebte Pavel Hoffmann im KZ. Noch vor Kriegsende 1945 wurde seine Verschickung mit weiteren 1.200 jüdischen Häftlingen in die Schweiz angeordnet. Dadurch kam Herr Hoffmann wieder in Freiheit. Mit seiner Lebensgeschichte wendet er sich seit vielen Jahren vor allem an junge Menschen, um seine Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln und seine Mitmenschen zu „Zeugen der Zeitzeugen“ zu machen. Er ruft dazu auf, wachsam mit dem umzugehen, was um uns herum passiert. Dadurch bewegt er seine Mitmenschen, über ihre eigenen Handlungsspielräume nachzudenken und ein eigenes Engagement gegen jede Form von Antisemitismus zu entwickeln. Mit seinem Einsatz zeigt Herr Hoffmann, was jeder und jede einzelne tun kann und muss, damit sich vergangenes Unrecht nicht wiederholt.

Felix Huby, Berlin

Mit seiner nie versiegenden Quelle an Phantasie hat Felix Huby, der Wahl-Berliner mit schwäbischer Seele, seinem Publikum über Jahrzehnte stets qualitätsvolle Unterhaltung und viele schöne Stunden vor dem Fernsehapparat geboten. So gehört Kommissar Bienzle zu Stuttgart wie der Fernsehturm. Aber was wie ein Selbstläufer erscheint, ist nicht möglich ohne ein Höchstmaß an Können, Fleiß und Energie. In den 1970er Jahren kam Felix Huby, wie er selbst sagt, „vom Recherchieren zum Fabulieren“. Er veröffentlichte Kinderkrimis und die ersten „Bienzle“-Fälle für Erwachsene. Ab den 1980er Jahren avancierte er rasch zu einem der erfolgreichsten Drehbuchautoren von Fernsehfilmen, Tatort-Episoden und TV-Serien in der deutschen Fernsehlandschaft. Aus seiner Feder stammt einer der beiden Schimanski-Pilotfilme. „Oh Gott, Herr Pfarrer“ bescherte der ARD phantastische Einschaltquoten und „Der König von Bärenbach“ wurde zu einem wahren Sympathieträger für die Schwaben und das Schwäbische. Viele hundert Drehbücher hat Felix Huby verfasst, dazu Theaterstücke, Hörspiele, ein Musical, drei „Erinnerungsromane“ und jüngst ein gemeinsames Werk mit Hartwin Gromes über die Familie Kerner.

Uta Lüttich, Stuttgart

Uta Lüttich flüchtete 1944/45 mit ihrer Familie über Ostpreußen nach Berlin, Pommern und Itzehoe und kam 1950 schließlich in Stuttgart an. Diese Kindheitserfahrungen prägten ihr Leben und die Pflege ihrer Heimatkultur spielt eine große Rolle in ihrem Leben. Dafür setzt sie sich mit all ihrer Kraft ehrenamtlich in zahlreichen Organisationen und Einrichtungen ein. So ist sie unter anderem Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der heimatvertriebenen Frauen im Landesvorstand des Bundes der Vertriebenen und zugleich Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen in Baden-Württemberg. Mit der Vermittlung von traditionellen Handarbeitstechniken und ihre Teilnahme am jährlichen Ostermarkt im Haus der Heimat belebt sie die ostpreußische Kultur. Durch die Vermittlung ostpreußischer Kultur und Geschichte, für die sich Uta Lüttich unermüdlich einsetzt, schlägt sie eine wichtige Brücke zur jüngeren Generation und unterstützt die deutsche Minderheit in Ostpreußen.

Waltraut Maier, Fellbach

1919 wurde auf der Stuttgarter Uhlandshöhe der Grundstein für die Waldorfschulbewegung gelegt. Heute, genau 100 Jahre später, orientieren sich weltweit rund 1100 Schulen und 2000 Kindergärten an der Pädagogik und Philosophie Rudolf Steiners. Waltraud Maier ist Teil dieser großen Gemeinschaft, die mit und für den Wahlspruch lebt: „Lokal handeln, global wirken“. Als Mutter von vier Kindern gehört sie 1970 zu den treibenden Kräften im Förderkreis zur Einrichtung eines Waldorfkindergartens in Fellbach. Sie übernahm Verantwortung im Vorstand und hatte einen großen Anteil daran, dass der Kindergarten eröffnet werden konnte. Das Konzept fand bei den Eltern großen Zuspruch und Waltraut Maier begleitete Generationen von Kindern bei ihren ersten Schritten ins Leben. Auch heute noch ist Waltraud Maier aktiv und leitet die Eltern-Kind-Gruppen. Mit einer Ganztagsbetreuung hielt sie zudem frühzeitig mit der gesellschaftlichen Entwicklung Schritt. Der Kindergarten und die später eröffnete Waldorfschule sind ihr und ihrem Mann zur Herzensangelegenheit geworden. Auch in seinem Sinn unterstützt sie deshalb den Campus Waldorf Fellbach mit ihrer Stiftung und gibt ihre weitreichenden Erfahrungen innerhalb regionaler wie auch internationaler Vereinigungen der Waldorfkindergärten weiter.

Wolf Ekkehard Melzer, Heidelberg

Wolf Ekkehard Melzer, 1943 in Erfurt geboren, erlebte eine typische Nachkriegskindheit. Früh erkannte er, was es bedeutet, in der DDR in Unfreiheit zu leben. Nach der Flucht des Vaters gelang es ihm 1961, diesem mit seiner Mutter in letzter Minute in den Westen zu folgen. All dies hat Herrn Melzer zutiefst für sein weiteres Leben geprägt – im Beruf als Lehrer und im Privaten. Seit über 10 Jahren engagiert er sich gegen Hass und Hetze im Internet. Als „ekkwolf“ kämpft Herr Melzer tagtäglich im Kommentarforum „Epoch Times“ gegen menschenfeindliche, rassistische und undemokratische Töne an. Sein Ziel ist es, konstruktiv mit Zahlen und Fakten zu argumentieren, mit neuen Aspekten Anstöße zu geben und im besten Fall zu überzeugen. Seit vielen Jahren zeigt Herr Melzer damit klare Kante, bringt Sachlichkeit in nicht selten aufgeheizte Debatten und wirbt mit Fairness, Respekt und Gelassenheit für eine Gesellschaft, in der jede und jeder einen Platz hat.

Prälat Dr. Peter Neher, Freiburg i. Br.

Prälat Dr. Peter Neher wurde 1983 in Augsburg zum Priester geweiht, es folgten mehrere Stationen in Bayern, bis er 2003 nach Freiburg kam. Seither leitet er die Geschicke des Deutschen Caritasverbands als dessen Präsident. Durch zahlreiche Vorträge, Interviews und Publikationen sensibilisiert er die Öffentlichkeit für soziale Themen und nimmt aktiv an der öffentlichen Meinungsbildung teil. Wenn nötig, legt er den Finger in die Wunde und weist auf Fehlentwicklungen hin: in der Kirche, im Staat und in der Gesellschaft. Dies verlangt Mut und ein waches Auge für die Menschen, die nicht selten im Schatten unserer Gesellschaft leben. Ob bei Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Bildung oder Wohnungsnot: Dr. Neher stößt Prozesse des gesellschaftlichen Zusammenhalts an und hat immer ein offenes Ohr für Schwache und Bedürftige, was besonders in seiner Arbeit bei Caritas International zum Ausdruck kommt. Langfristige Hilfen für Opfer von Kriegen und Katastrophen sind ihm ein Herzensanliegen. Wo immer es möglich ist – ob regional, national und international – gestaltet Dr. Neher das MIteinander aktiv mit.

Prof. Dr. Ortwin Renn, Potsdam

Professor Dr. Renn ist einer der führenden Sozialwissenschaftler in Deutschland. Besonders hervorzuheben sind seine Verdienste in der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik, Verwaltung und Management. Dabei verschafft Prof. Dr. Renn gerade denjenigen Interessen Gehör, die nicht meinungsstark in der Öffentlichkeit organisiert sind. Mit seiner Arbeit legte Prof. Dr. Renn die wissenschaftlichen Grundlagen für die Politik des „Gehörtwerdens“ und war für Baden-Württemberg ein wertvoller Berater in Politik- und Wissenschaft. Sein glänzender wissenschaftlicher Ruf führte Prof. Dr. Renn auch in die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ sowie in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen. Bei seiner Arbeit hat Prof. Dr. Renn immer eine nachhaltige und gerechte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung im Blick. Es ist daher größtenteils sein Verdienst, dass die notwendigen Weichenstellungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende vorgenommen werden konnten.

Heide Rühle, Stuttgart

Seit Jahrzehnten engagiert sich Heide Rühle für die Grünen in Baden-Württemberg, so war sie deren Landesvorsitzende und viele Jahre Mitglied des Parteirats. Aber auch auf Bundesebene engagierte sie sich als Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen und als Politische Geschäftsführerin der dann mit Bündnis 90 vereinigten Partei. Darüber hinaus war Frau Rühle auch Mitglied des Parteirats auf Bundesebene. Aber nicht nur in Bund und Land brachte sie sich ein, sondern vor allen Dingen als Mitglied des Europäischen Parlaments wirkte sie über viele Jahre als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA an der konstruktiven Sacharbeit mit. Ob es um den Binnenmarkt, die kommunale bürgernahe Daseinsvorsorge oder den Verbraucherschutz ging – Frau Rühle wirkte in Ausschüssen und Gremien an zentralen Weichenstellungen entscheidend mit. Darüber hinaus erarbeitete sie sich einen exzellenten Ruf in Haushaltsfragen und brachte sich ehrenamtlich im überparteilichen Präsidium der Europa Union ein. Mit Beharrlichkeit, Geduld aber auch Kompromissbereitschaft hat sich Heide Rühle auf verschiedenen politischen Ebenen und Ämtern mit Lei-denschaft und Sachverstand engagiert.

Josef Schaut, Fronreute

Was bedeutet Heimat in Zeiten von Digitalisierung, Mobilität und Künstlicher Intelligenz? Für all diese Fragen gilt Herr Schaut als Experte; Antworten darauf gibt auch sein jüngstes Buch. Darüber hinaus ist er seit 33 Jahren Kopf und Seele des „Oberschwäbischen Kalenders“. Das besondere Gespür für die Befindlichkeit der Menschen in der Region macht den Kalender, der einst aus einem Berufsschulprojekt hervorging, unverwechselbar. Ein Verkaufsschlager ohnegleichen – und obendrein alles für einen guten Zweck. Finanzielle Überschüsse kommen Bildungsprojekten in Entwicklungsländern zugute. Darüber hinaus ist Herr Schaut in Fronreute als engagierter Kommunalpolitiker bekannt und zudem in der Seniorenarbeit aktiv. Darüber hinaus hat er sich neben zahlreichen anderen Projekten auch um die lebendige deutsch-polnische Freundschaft in Fronreute verdient gemacht. Und bis heute bringt Herr Schaut seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Sprache und Kultur unseres Nachbarn näher. Bei seiner Arbeit vermag Josef Schaut damit stets zu zeigen, wie viele Facetten Heimat hat.

Hans Richard Schwenninger, Stuttgart

Hans Richard Schwenninger setzt sich seit Jahrzehnten in vorbildlicher Art und Weise für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Als Biologe ist Herr Schwenninger landesweit einer der wenigen Wildbienen-Experten und engagiert sich im Entomologischen Verein Stuttgart 1869 e. V.. Zudem initiierte und erarbeitete er den Wildbienen-Kataster Baden-Württemberg, in dem über 450 bekannte Wildbienenarten systematisch archiviert werden. Seit vielen Jahren ist er darüber hinaus Sprecher des Arbeitskreises Wildbienen-Kataster am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Seine Datenbank wird weit über die Landesgrenzen hinaus als Referenz herangezogen. Er initiierte auch die Auslobung der „Wildbiene des Jahres“ und bringt sich im dortigen Kuratorium ein. Darüber hinaus ist er Anlaufstelle für unterschiedliche Behörden bis hin zur europäischen Ebene. Bei Tagungen und an Infoständen ist er Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema Biene. In seiner Arbeit vermag Herr Schwenninger die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur darzustellen und ermahnt zu Achtsamkeit und Fürsorge im gegenseitigen Miteinander.

Gerhard Stratthaus, Brühl

Finanzminister a. D. Gerhard Stratthaus wusste sein Talent für Zahlen, Haushalt und Steuern in seiner zehnjährigen Amtszeit als Finanzminister der Landesregierung stets sachkundig einzubringen. Und so präsentierte er in der Ära Oettinger nach rund 40 Jahren erstmals wieder einen Haushalt, der ohne neue Schulden auskam. Fast ein Vierteljahrhundert war Gerhard Stratthaus Mitglied des Landtags und versierter Politiker der CDU-Fraktion. Mit Herz und Verstand engagierte er sich zudem auch als Oberbürgermeister von Schwetzingen und als Bürgermeister der Gemeinde Brühl. Darüber hinaus war er Vorsitzender von Aufsichts- und Verwaltungsräten mehrerer landesbeteiligter Unternehmen, darunter die BW-Bank, die Badische Staatsbrauerei Rothaus sowie die Landeskreditbank. In Folge der Finanzmarktkrise übernahm er Verantwortung im Leitungsausschuss der Finanzmarktstabilisierungsanstalt und wurde in den Konvent für Deutschland berufen. Darüber hinaus sind die Schwetzinger Festspiele Gerhard Stratthaus ein Herzensanliegen und er trug in vielen Jahren mit Leib und Seele zum internationalen Renommee dieses Festivals bei.

Prof. Götz W. Werner, Stuttgart

Als gelernter Drogist und zudem Sohn einer traditionsreichen Drogistenfamilie legte Götz Werner früh den Grundstein für seinen einzigartigen unternehmerischen Erfolg. 1973 gründete er sein Unternehmen dm, das Götz Werner nicht zuletzt mit seinem Mut, seiner Disziplin und seinem Ehrgeiz zu einem der erfolgreichsten Europas machte. Und auch heute, über zehn Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen, begleitet Prof. Werner im Aufsichtsrat weiterhin die Entwicklung des Unternehmens, das von der wertschätzenden Philosophie seines Gründers geprägt ist. So geben etwa Beteiligung, Selbstverantwortung und Eigenkontrolle den dm-Mitarbeitenden Gestaltungsspielraum und erhöhen deren Zufriedenheit. In Aufsichtsräten und Beiräten ist sein Rat nach wie vor geschätzt. Aber auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Karlsruher dm-Arena sind mit ihm und seinem Namen verbunden. Darüber hinaus stößt Prof. Werner auch gesellschaftliche und politische Debatten mit großer Leidenschaft an und bezieht damit Stellung zu den wichtigen Themen unserer Zeit.

Dr. Ing. h.c. Manfred Wittenstein, Bad Mergentheim

Mit Herrn Dr. Wittenstein wird eine führende Ingenieurs- und Unternehmerpersönlichkeit unserer Zeit geehrt, die mit ihren Unternehmen in der mechatronischen Antriebstechnik national und international erfolgreich ist. Dabei lag der Schwerpunkt von Herrn Dr. Wittensteins Engagement schon früh auf der Innovationsförderung: als Wegbereiter für die „Industrie 4.0“ im Maschinenbau gibt er dem mittelständisch geprägten und oft familiengeführten Maschinenbau eine Stimme für Nachhaltigkeit, unternehmerische Verantwortung und Weitsicht. Unter anderem durch den Einsatz von Herrn Dr. Wittenstein werden kleine und mittlere Unternehmen in unserem Land nicht von der Digitalisierung abgekoppelt, sondern bleiben in hohem Maße wettbewerbsfähig. Als kompetentes Mitglied wird Herr Dr. Wittenstein in vielen Gremien hoch geschätzt, im letzten Jahr wurde er mit dem German Leadership Award ausgezeichnet. Denn Bildung und Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung sowie fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter sind für ihn wesentliche Voraussetzungen für einen gesunden Unternehmenserfolg. Dabei ist gerade auch die Nachwuchsförderung Herrn Dr. Wittenstein ein besonderes Anliegen – er entwickelte zahlreiche außerschulische Bildungsinitiativen, die Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Auseinandersetzung mit modernen Natur- und Ingenieurswissenschaften und Informationstechnologien ermöglichen.

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