Arbeit

Immer mehr Frauen im Land ergreifen MINT-Berufe

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (M.) beim Bilanzgespräch „Frauen in MINT-Berufen“ am 9. Oktober 2017 (Foto: © Franziska Kraufmann)

In Baden-Württemberg liegt der Frauenanteil an den Erwerbstätigen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik über dem Bundesdurchschnitt. Doch das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ sieht sich noch lange nicht am Ziel.

Im Rahmen des Wirtschaftsforums „Digitale Zukunft – chancenreich und chancengleich“ haben sich auf Einladung von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut die Partner des Bündnisses „Frauen in MINT-Berufen“ zu ihrem jährlichen Bilanzgespräch getroffen.

Ziel ist es, die Frauenerwerbstätigkeit im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu erhöhen sowie die maßgeblichen MINT-Akteure und -Fördermaßnahmen entlang einer lebensphasenorientierten Gesamtstrategie zu bündeln und weiterzuentwickeln, um Breitenwirkung zu erzielen.

Deutliche Erfolge, aber noch lange nicht am Ziel

„Die Zahl der erwerbstätigen Frauen in MINT-Berufen ist von 2012 bis 2016 von 213.000 auf 247.000 um fast 16 Prozent angestiegen“, betonte Hoffmeister-Kraut. Damit habe sich der Frauenanteil an den Erwerbstätigen in MINT-Berufen im genannten Zeitraum von 14,4 Prozent auf 15,7 Prozent erhöht und liege damit über dem Bundesdurchschnitt von 15,0 Prozent. Den höchsten Anstieg gab es in dem für die Digitalisierung besonders wichtigen Bereich Informatik von 16.000 auf 26.000 – ein Anstieg um 62,5 Prozent.

„Wir sehen deutliche Erfolge, immer mehr Frauen ergreifen die zukunftsträchtigen MINT-Berufe. Doch wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir müssen die Chancen und die Faszination der Technik- und IT-Berufe an Mädchen und Frauen noch besser vermitteln. Wie dies gelingen kann, haben wir im Rahmen des heutigen Bilanzgesprächs anhand eines konkreten Praxisprojektbeispiels mit Schülerinnen diskutiert.“

Fachkräftebedarf steigt durch Digitalisierung weiter an

Zu Gast war die AG „what the frog“ des Stuttgarter Königin-Katharina-Stiftes. Diese Arbeitsgruppe, in der mehrheitlich Mädchen aktiv sind, baut Roboter mit denen sie bereits etliche Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen haben.

Die Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung in MINT-Berufen ist eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe. Baden-Württemberg hat mit 27 Prozent den bundesweit höchsten Anteil an MINT-Beschäftigten. Durch die digitale Transformation steigt der Fachkräftebedarf in diesen Berufen weiter an.

Das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung. Frauen sollen verstärkt für zukunftsträchtige Berufe gewonnen werden und den digitalen Wandel und die Wirtschaft 4.0 mitgestalten. Unternehmen werden beim Recruiting und der Weiterentwicklung ihrer Unternehmenskultur unterstützt.

„Es freut uns sehr, dass das Bündnis, welches in dieser Form eine Vorreiterrolle in Deutschland hat, großen Zuspruch erfährt und seine Maßnahmen stetig weiter ausbaut. Auch in diesem Jahr konnten wir ein weiteres Bündnismitglied aufnehmen. Mit den Webgrrls! sind es nun 52 Mitglieder im Bündnis ‚Frauen in MINT-Berufen‘“, so die Ministerin abschließend.

Das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“

Am 4. Juli 2011 wurde das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ geschlossen. Zum Bündnis gehören mittlerweile 52 Partner aus vier Ministerien, Arbeitgeber-, Branchen- und Berufsverbänden, Gewerkschaften, BWIHK, BWHT, Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Frauennetzwerken, Hochschulen, Stiftungen und Kontaktstellen Frau und Beruf. Die Landesinitiative und das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ leisten ihren Beitrag zu den Zielen der Fachkräfte-Allianz Baden-Württemberg und der Initiative Wirtschaft 4.0: Die Beschäftigung von Frauen zu steigern und die Zahl der Beschäftigten in den MINT-Berufen zu erhöhen.

Wirtschaftsforum Baden-Württemberg eröffnet

Frauen in MINT-Berufen in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Ein Mann programmiert einen Roboterarm, der in einer Produktionslinie einer Smart Factory eingebaut ist.
Innovation

Baden-Württemberg bleibt Patent-Spitzenreiter

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bundesrat

Land setzt sich für landeseigene Forschungsinstitute ein

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Land fördert zukunftsweisende Chip-Technologien

Ein Produktionstechnologe in Ausbildung arbeitet an einem Simulator für die Bewegungseinheit eines Laser. (Foto: © dpa)
Wirtschaftsstandort

Erweiterung der Hensoldt Optronics GmbH in Aalen

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Eine Forscherin arbeitet im AI Research Buildung der Universität Tübingen, das zum „Cyber Valley“ gehört, an einem Code.
Wirtschaft

Strategieprozess stärkt Zukunft der Dienstleistungswirtschaft

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut kritisiert Industrial Accelerator Act

Besucher der Gamescom erleben mit VR-Brillen die virtuelle Realität.
Digitalisierung

Land fördert immersive Technologien mit 2,4 Millionen Euro

Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne
Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.
Medizintechnik

Land setzt sich für Reformen in der Medizintechnikbranche ein

Businessfrau sitzt an einem PC
Arbeit

Karriere-Tipps für junge Frauen

Fähnchen der Europäischen Union und der Schweiz stehen im Nationalratssaal in Bern
Europa

Vertragspaket zwischen der EU und der Schweiz unterzeichnet

Spatenstich Geradstetten
Berufliche Bildung

21 Millionen Euro für Neubau des Bildungscampus Geradstetten