Kunst und Kultur

Naturkundemuseum Stuttgart hat neuen wissenschaftlichen Direktor

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Prof. Dr. Lars Krogmann

Prof. Dr. Lars Krogmann ist der neue wissenschaftliche Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart. Der Entomologe ist ein ausgewiesener Wissenschaftler mit großer Erfahrung in der Museumsleitung.

Der Entomologe Prof. Dr. Lars Krogmann ist neuer wissenschaftlicher Direktor und Leiter des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart. Der 46-Jährige übernimmt gleichzeitig die Professur für Biologische Systematik an der Universität Hohenheim. Er hat das Museum bereits kommissarisch geleitet.

Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sagte am 15. September 2022: „Ich freue mich sehr, dass wir mit Prof. Dr. Lars Krogmann einen ausgewiesenen Wissenschaftler und großen Kenner des Naturkundemuseums für die wissenschaftliche Direktion unseres größten naturkundlichen Museums im Land gewinnen konnten. Seine souveräne Persönlichkeit, seine umfassenden Museumserfahrungen, seine internationalen Kooperationen und seine ausgeprägte Fähigkeit, naturkundliche Themen einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln sind die besten Voraussetzungen für diese verantwortungsvolle Aufgabe. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement gegen das Artensterben und für den Erhalt der Biodiversität.“

Naturkundemuseum zu Forschungsmuseum weiterentwickeln

Mit seinem Konzept, das Naturkundemuseum zu einem in der Gesellschaft verankerten Forschungsmuseum weiterzuentwickeln und die internationale Sichtbarkeit als Forschungs-, Bildungs- und Kultureinrichtung weiter zu steigern, hat Prof. Dr. Krogmann sowohl die Findungskommission des Ministeriums wie auch die Berufungskommission der Universität Hohenheim überzeugt. Gemeinsam mit der Universität kann nun der Aufbau eines Exzellenznetzwerks für taxonomische Forschung und Biodiversität entscheidend vorangetrieben und gestärkt werden.

Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim betonte: „Gemeinsam können wir so einem der größten Probleme unserer Zeit entgegentreten: dem Artenschwund. Es freut mich, dass die langjährige Kooperation mit dem Naturkundemuseum auf diese Weise weiter ausgebaut wird. Das stärkt auch das Kompetenzzentrum Biodiversität und Integrative Taxonomie KomBioTa, das 2020 an der Universität Hohenheim und am Naturkundemuseum aus Landesmitteln eingerichtet wurde. Ich bin davon überzeugt, dass Prof. Dr. Krogmann gerade in seiner Doppel-Funktion als Leiter des Museums und Professor an der Universität Hohenheim noch mehr Menschen für den Artenschutz begeistern wird.“

Die Berufung erfolgte nach dem sogenannten Jülicher Modell. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Professur mit reduzierter Lehrverpflichtung an der Universität, die es Prof. Dr. Krogmann ermöglicht, parallel das Museum zu leiten.

Lösungen zur Arten- und Klimakrise

Prof. Dr. Lars Krogmann sagte: „Ich werde das Naturkundemuseum Stuttgart zu einer Zukunftswerkstatt weiterentwickeln, in der mit exzellenter und international vernetzter Forschung an Lösungen zur Arten- und Klimakrise gearbeitet wird. Im Mittelpunkt stehen weiterhin unsere einmaligen Forschungssammlungen, die wir zu digitalen Archiven der Vielfalt ausbauen und der gesamten Gesellschaft zugänglich machen werden. Als führendes Kommunikationsinstitut werden wir neue partizipative Vermittlungsangebote entwickeln und allen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an naturkundlicher Forschung ermöglichen.“

Die Wahl traf eine Findungskommission unter dem Vorsitz von Ministerialdirigentin Dr. Claudia Rose gemeinsam mit einer Berufungskommission der Universität Hohenheim. Weitere Mitglieder der Findungskommission waren Prof. Dr. Bettina Reichenbacher (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Heribert Hofer (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Berlin) und Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele (Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn).

Prof. Dr. Lars Krogmann

Prof. Dr. Lars Krogmann ist ein international anerkannter Entomologe, der die evolutionären Grundlagen des extremen Artenreichtums von Insekten erforscht. Dabei widmet sich der 46-Jährige Insektenkundler vor allem der Evolution parasitischer Wespen sowie der Entdeckung und Beschreibung neuer Arten. Nach seiner Promotion an der Universität Hamburg und einem von der Alexander-Humboldt-Stiftung geförderten Aufenthalt ab 2007 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (sogenannter „postdoctoral researcher“) an der University of Adelaide in Südaustralien wechselte er 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Stuttgarter Naturkundemuseum. Seit 2018 leitete er hier die entomologische Forschungsabteilung und lehrt an der Universität Hohenheim das Fachgebiet Systematische Entomologie. Ab Februar 2021 war er zudem Interimsdirektor des Museums.

Naturkundemuseum Stuttgart

Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart ist das größte naturkundliche Museum des Landes Baden-Württemberg. Mit seinen Sammlungen von knapp zwölf Millionen Objekten (Botanik, Zoologie, Paläontologie) sowie seiner wissenschaftlichen Expertise und seinen Forschungsleistungen zählt es zu den bedeutendsten naturkundlichen Forschungsmuseen Europas. Ein Kennzeichen des Museums ist die enge Verbindung von naturkundlicher Forschung und breit gefächerter Wissensvermittlung durch vielfältige Ausstellungs-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Es ist eines der besucherstärksten Museen des Landes und strebt die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft an.

Universität Hohenheim

Gegründet im Jahr 1818 als Antwort auf verheerende Hungersnöte ist die Universität Hohenheim die älteste Universität Stuttgarts. Auch 200 Jahre später folgt die stark spezialisierte Universität ihrem Gründungsauftrag, durch Forschung und Lehre innovative Beiträge zur Lösung globaler Herausforderungen zu liefern. Sie ist heute Deutschlands Nummer 1 in Agrarforschung und Food Sciences sowie stark und einzigartig in Natur-, Wirtschafts-, Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Die Universität Hohenheim lehrt und forscht unter anderem zu Themen wie Bioökonomie, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Artenschutz, Ernährungssicherung oder alternative Energie- und Rohstoffquellen.

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

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