Ländlicher Raum

Praxisleitfaden stärkt Bürgerkommunikation im Ländlichen Raum

Ein vom Land gefördertes Projekt hat einen Leitfaden entwickelt, der ländliche Kommunen bei einer bürgernahen und effektiven Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

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Eine Frau tippt auf einem Tablet. Daneben liegt ein Smartphone.
Symbolbild

„Die Bereitstellung von Informationen in unseren Kommunen und eine damit verbundene Kommunikation zwischen kommunaler Verwaltung und den Bürgerinnen sowie Bürgern ist von wichtiger Bedeutung für den demokratischen Diskurs und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dies trägt dazu bei, dass sich Bürgerinnen und Bürger informiert sowie mitgenommen fühlen. Zudem werden das Verständnis und die Akzeptanz von kommunalen Entscheidungen und der Arbeit der kommunalen Verwaltungen gestärkt. Bürgernähe stärkt die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimatkommune und unterstreicht die Lebensqualität im Ländlichen Raum. Als Land haben wir deshalb ein Projekt gefördert, das ländliche Kommunen bei der Bereitstellung und Kommunikation von Informationen unterstützt, indem wir ihnen mit einem Handlungsleitfaden (PDF) konkrete, praxistaugliche Tipps und Maßnahmen für eine erfolgreiche Kommunikation mit Bürgern an die Hand geben“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.

Ziel des Projekts am Institut für angewandte Sozialwissenschaften der Dualen Hochschule Stuttgart war es, regional spezifische, innovative und zugleich authentische Formate im Bereich der Kommunikation zwischen Kommunalverwaltung und Bürgerinnen sowie Bürgern zu entwickeln und zu kommunizieren.

Die Duale Hochschule Stuttgart hatte hierfür zunächst mit den Projektpartnern von Gemeindenetzwerk und Gemeindetag eine Online-Befragung mit Kommunalverwaltungen im Ländlichen Raum durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung dienten anschließend als Grundlage für einen Vertiefungsworkshop mit Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Kommunen. Daraus entstanden ist ein Praxisleitfaden für Kommunen, der die Potenziale einer effizienten, bürgernahen Öffentlichkeitsarbeit aufzeigt, Impulse für ein lokales Informationsmanagement liefert und praktische Hinweise zur Realisierung dieser mit Blick auf vorhandene Kapazitäten darlegt. Eine Checkliste soll dabei helfen, Prioritäten aufgrund vorhandener Ressourcen zu setzen.

Viele Wege führen zum Ziel

Grundsätzlich gilt, dass eine Informationsübermittlung zwischen Verwaltung und Bürgerschaft unabhängig vom Kommunikationsweg ungemein wichtig und dabei umso wirkungsvoller ist, je zielgruppenspezifischer die Aufbereitung und je aktueller die weitergegebenen Informationen sind. Homepage und Amtsblatt sind immer noch der Dauerbrenner unter den genannten Informationskanälen. Auch das Radio ist ungebrochen als Informationskanal sehr beliebt. Als ergänzende Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten wünschen sich viele Menschen Newsletter per Mail, Pushnachrichten und Infos in unterschiedlichen sozialen Medien, wobei Instagram und YouTube ganz oben stehen.

„Es freut mich sehr, dass die Kommunikation mit der Verwaltung von Bürgerinnen und Bürgern insgesamt als überwiegend positiv beurteilt wird. Vor allem in kleineren Kommunen im Ländlichen Raum mit weniger als 5.000 Einwohner messen zahlreiche Bürgerinnen und Bürgern auch direkten Austauschformaten wie Gesprächsrunden mit anderen Bürgern und der Verwaltung eine hohe Bedeutung bei. Weitere Potenziale können zudem in der Einführung von Bürger-Apps liegen, die Informationen aus dem Gemeindelegen oder der Kommunalpolitik bereitstellen und bündeln.“, so Minister Hauk.

Die praxisnahe Handreichung, der Fragebogen sowie Ergebnisse der Onlinebefragung stehen kostenfrei online über das Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart zur Verfügung.

Aufbau und Ablauf des Projektes

Das Sozialwissenschaftliche Institut für angewandte Sozialwissenschaften der Dualen Hochschule Stuttgart beantwortete unterstützt von den Projektpartnern Gemeindenetzwerk und Gemeindetag und im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Zeitraum von November 2023 bis März 2025 folgende Fragen: Welche Medien eignen sich, um Bürgerinnen und Bürger vonseiten der Verwaltung zu informieren? Welche Rolle spielen das Amtsblatt und welche Social-Media-Kanäle oder Künstliche Intelligenz(KI)-gesteuerte Lösungen? Wie sollten diese genutzt werden, um die Menschen, die man erreichen möchte, auch tatsächlich zeitnah zu erreichen? Das Projekt umfasste neben der Konzeptionierung und Auswertung zwei Phasen:

In Phase 1 wurde eine Online-Befragung durchgeführt, die an Kommunalverwaltungen im Ländlichen Raum (im engeren Sinn und in Verdichtungsbereichen im Ländlichen Raum laut Landesentwicklungsplan) gerichtet war.

In Phase 2 wurden die Ergebnisse der Online-Befragung mit ausgewählten Kommunen vertieft. Dazu wurde ein lokal angepasster Fragebogen mit den aus Phase 1 gewonnenen Daten für die Einwohnerinnen und Einwohner aufgebaut.

Die Ergebnisse dienten anschließend als Grundlage für einen Vertiefungsworkshop mit Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Kommunen.

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