Luft- und Raumfahrt

Luft- und Raumfahrtstandort Baden-Württemberg stärken

Mit einer Luft- und Raumfahrtstrategie treibt das Land seit 2023 die Stärkung der Branche in Baden-Württemberg kontinuierlich voran. Sie bündelt Maßnahmen im Umfang von 42 Millionen Euro. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus.

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Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Symbolbild

Technologische Exzellenz und Innovation sind der Schlüssel zur Sicherung einer führenden Rolle Europas in der Welt. Luft- und Raumfahrt ermöglichen den digitalen und vernetzten Alltag. Daten aus dem All helfen bei der Bewältigung des Klimawandels. Insbesondere für die Sicherheit und die Verteidigungsfähigkeit ist die Luft- und Raumfahrt von zentraler Bedeutung. Baden-Württemberg treibt seit 2023 als „THE aerospace LÄND“ die Stärkung der Branche kontinuierlich voran. Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 13. Mai 2025, daher die Entwicklungen in der Branche diskutiert und auf zwei Jahre der Luft- und Raumfahrtstrategie zurückgeblickt.

Die Luft- und Raumfahrtbranche ist seit Jahren Technologieschrittmacher für zahlreiche Wirtschaftsbereiche. Weltraumgestützte Infrastrukturen, dazu zählen insbesondere Navigation, Kommunikation und Erdbeobachtung, sind für ein sicheres und souveränes Europa unerlässlich.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„Die Luft- und Raumfahrtbranche ist seit Jahren Technologieschrittmacher für zahlreiche Wirtschaftsbereiche. Weltraumgestützte Infrastrukturen, dazu zählen insbesondere Navigation, Kommunikation und Erdbeobachtung, sind für ein sicheres und souveränes Europa unerlässlich. Wachsende geopolitische Spannungen und die Neuorientierung von langjährigen Verbündeten zwingen uns, hier noch kraftvoller voranzugehen. Zugleich ergeben sich auch Beschäftigungs- und Wachstumschancen, die es vor dem Hintergrund der strukturellen Veränderungen der Industrie im Land zu nutzen gilt. Mit unserer Landesstrategie ‚THE aerospace LÄND‘ bündeln wir seit zwei Jahren unsere Aktivitäten für einen starken Luft- und Raumfahrtstandort Baden-Württemberg“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats.

Baden-Württemberg hat führende Stellung in der Luft- und Raumfahrt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, erklärte: „Die Luft- und Raumfahrt setzt Impulse in den Themenfeldern Leichtbau, Ultraenergieeffizienz, Objektpositionierung sowie Navigation. Gerade die Raumfahrt erschließt zudem durch ihre Datendienste ein nahezu unendliches Potenzial für neue Geschäftsideen und spielt damit auch zunehmend in der Gründerszene eine bedeutende Rolle. Im Rahmen unserer Luft- und Raumfahrtstrategie denken wir zudem Dual-Use, und damit auch Sicherheit und Verteidigung, von Anfang an aktiv mit. Vor dem Hintergrund der weiteren geopolitischen Verschärfungen war dies der richtige Ansatz. Als Land sind wir hier breit aufgestellt: Das Produktportfolio unserer Unternehmen reicht von Lenkflugkörpern und Radartechnik über Flugzeugsystemen und Beobachtungssatelliten bis hin zu Satellitenkommunikationssystemen. Alles Bereiche der Luft- und Raumfahrt, in denen wir in Baden-Württemberg eine führende Stellung einnehmen. Die Vernetzung der Akteure aus Forschung und Wirtschaft über diese einzelnen Projekte hinweg schafft die Grundlage, um die Luft- und Raumfahrt in Baden-Württemberg nachhaltig und erfolgreich aufzustellen.“

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Die Luft- und Raumfahrtforschung hat in den vergangenen Jahren für die zentralen Zukunftsthemen wie Cybersicherheit, Kommunikation, Klimaschutz und Mobilität enorm an Bedeutung gewonnen. Die explizite Nennung des Themas Raumfahrt im neu zugeschnittenen Bundesforschungsministerium spiegelt das wider. Baden-Württemberg ist mit seiner exzellenten Luft- und Raumfahrtforschung sowie der Landesstrategie bereits bestens aufgestellt. ‚THE aerospace LÄND‘ wird in den weiteren Überlegungen des Bundes eine wichtige Rolle spielen müssen.“

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: „Den Luftverkehr klimafreundlich zu machen, ist dringend notwendig. Es ist aber auch eine große Herausforderung. Daher fördert das Verkehrsministerium insbesondere die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe. Es geht um den Einsatz von Sustainable Aviation Fuels (SAF) und Wasserstoff. Parallel dazu erarbeiten und kommunizieren wir Konzepte, damit der Einsatz von SAF auch in der Europäischen Union (EU) gelingt. Dazu muss die EU bessere und funktionierende Regelungen schaffen. Die von uns erarbeitete Landesstrategie ‚Roadmap reFuels für BW‘ (PDF) zahlt auch auf die Strategie ‚THE aerospace LÄND‘ ein.“

Aktivitäten im Rahmen der Luft- und Raumfahrtstrategie

Mit der Bestellung von Koordinatoren für Luftfahrt (Herr Prof. Dr.-Ing. Stephan Staudacher) und Raumfahrt (Herr Eckard Settelmeyer) und der Ausrichtung zahlreicher Veranstaltungen in Stuttgart, Berlin und Brüssel wurde seit dem Start der Landesstrategie im Juli 2023 mehr Sichtbarkeit für die Branche geschaffen. Im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz hat Ministerpräsident Kretschmann zudem gemeinsam mit den Regierungschefs der weiteren Bundesländer im Dezember 2024 klare Forderungen an die Bundesregierung (PDF) zur finanziellen Ausstattung des nationalen Raumfahrtprogramms und der Erhöhung des Budgets bei der europäischen Weltraumagentur ESA gerichtet. Gezielte Maßnahmen der beteiligten Ressorts stärken die Luft- und Raumfahrt entlang der zentralen Fokusbereiche – Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kooperation.

Luft- und Raumfahrtstrategie des Landes

Die Luft- und Raumfahrtstrategie wird getragen durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Ministerium für Verkehr und das Staatsministerium Baden-Württemberg. Die 2023 verabschiedete Strategie zielt auf die Bündelung von Maßnahmen, die bessere Vernetzung der Akteure sowie die Schaffung von mehr Sichtbarkeit für die Luft- und Raumfahrt mit Maßnahmen im Umfang von 42 Millionen Euro.

Die Luft- und Raumfahrtbranche gibt jährlich über 17 Prozent ihres Umsatzes für Innovationen aus. Rund 200 Unternehmen in Baden-Württemberg erwirtschaften mit etwa 16.000 Beschäftigten einen Umsatz von über fünf Milliarden Euro.

Die Maßnahmen im Überblick

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