Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 2. Mai 2023

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Die Kabinettsmitglieder sitzen am Kabinettstisch der Villa Reitzenstein.

Das Kabinett hat die Einführung einer Ehrenamtskarte in Modellkommunen beschlossen. Weitere Themen waren die Hochschulmedizin in Mannheim, die Wassermangelstrategie, der Bau von Windkraftanlagen im Staatswald sowie die Ergebnisse der Integrationsministerkonferenz.

Land stärkt bürgerschaftliches Engagement mit Ehrenamtskarte

Etwa die Hälfte aller Menschen ab 14 Jahren in Baden-Württemberg engagiert sich ehrenamtlich. Damit liegt das Land bundesweit an der Spitze. Ziel der Landesregierung ist es, dieses Engagement zu fördern und die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Neben entsprechenden Förderprogrammen und einem Ausbau der Kinder- und Jugendbeteiligung wird daher unter anderem ab Sommer dieses Jahres eine Ehrenamtskarte für zwölf Monate in ausgewählten Modellkommunen eingeführt. Das hat das Landeskabinett in seiner Sitzung am Dienstag, 2. Mai, 2023, beschlossen.

Mehr

Landesregierung setzt sich für Hochschulmedizin in Mannheim ein

Das Kabinett hat sich außerdem mit der Sicherung des Medizinstandortes Mannheim und der Realisierung eines Universitätsklinikverbunds Heidelberg-Mannheim befasst. Es geht einerseits um die Gewährung einer landesseitigen Überbrückungshilfe für das in finanziellen Schwierigkeiten steckende Uniklinikum Mannheim, zum anderen um Kosten für die organisatorische Umsetzung des Verbundes. Damit soll die drohende Insolvenz abgewendet und die Mannheimer Klinik im Verbund mit dem Universitätsklinikum Heidelberg zukunftsfähig gemacht werden.

Land wappnet sich für Wasserextreme

Im Sommer vergangenen Jahres hat die Landesregierung eine Wassermangelstrategie mit einem 12-Punkte-Programm beschlossen. Umweltministerin Thekla Walker hat das Kabinett heute über den aktuellen Stand der Umsetzung unterrichtet. Die ressortübergreifende Lenkungsgruppe Wasserextreme hat sich mittlerweile konstituiert und in ihrer Sitzung mit einer wassersensiblen Siedlungsentwicklung befasst. Das Umweltministerium hat zudem eine Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Dialogforums Wasser und Boden durchgeführt, um die Bürgerinnen und Bürger bei diesen Themen intensiv einzubinden.

Im Staatswald entstehen immer mehr Windkraftanlagen

Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat dem Kabinett über den aktuellen Stand der Vermarktungsoffensive Windkraft im Staatswald berichtet. Der Staatsforst bietet in seiner aktuellen vierten Tranche fast 2.900 Hektar Wald an sieben Standorten, überwiegend im Nordschwarzwald an. Das bietet rechnerisch das Potential für über 90 bis 140 Windräder. Seit 2021 haben Projektierer auf jede angebotene Fläche im baden-württembergischen Staatsforst im Schnitt 15 Gebote abgegeben. Vergleichbare Flächen des Bundes wurden bisher oft wesentlich weniger nachgefragt. Unter den Projektierern finden sich regionale Bürgergenossenschaften, ebenso wie Stadtwerke aber auch internationale Interessenten. Auch das Leuchtturmprojekt Altdorfer Wald, derzeit mit 39 Windkraftanlagen geplant, soll zu einem großen Teil auf Flächen des Staatswaldes realisiert werden. In Summe aller Tranchen wurden somit seit Beginn der Vermarktungsoffensive rund 6.900 ha Staatswald-Fläche bereitgestellt. Dies ermöglicht rechnerisch den Bau von 230 bis 340 Windrädern.

Integrationsministerkonferenz unterstützt Vorschläge aus Baden-Württemberg

Die Staatssekretärin für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Ute Leidig, hat das Kabinett über die diesjährige Integrationsministerkonferenz am 26. und 27. April 2023 in Wiesbaden informiert. Baden-Württemberg hat zur 18. Integrationsministerkonferenz vier Beschlussvorschläge eingebracht, die – mit einer Ausnahme – ohne Gegenstimmen beschlossen wurden. Unter den Beschlüssen der Konferenz sind folgende besonders erwähnenswert:

  • Der Bund wird zu einer stärkeren Unterstützung von (post)migrantischen Vereinen und Organisationen im In- und Ausland aufgefordert. Sie tragen zur Integration bei und stärken die Teilhabe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  • Außerdem fordert das Land vom Bund besondere Unterstützungs- und Integrationsmaßnahmen für Roma und Romnja, die auf Grund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, in Deutschland Schutz suchen. Meist haben sie in ihren Herkunftsländern Diskriminierungen erfahren, sprechen nur die Minderheitensprache Romanes und lebten im Herkunftsland in äußerst prekären Verhältnissen. Baden-Württemberg kann bereits auf die guten Erfahrungen und Wirkungen des vom Sozialministerium geförderten Projektes ReFIT (Regionale Förderung von Inklusion und Teilhabe) des Verbands der Sinti und Roma (VDSR) verweisen. Konkrete Maßnahmen zur Unterstützung konnten in den letzten Monaten erfolgreich umgesetzt werden.
  • Darüber hinaus unterstützt Baden-Württemberg den Antrag zur Stärkung des Schutzes und der gesellschaftlichen Anerkennung von LSBTIQ*-Geflüchteten. Bund und Länder sind in der Pflicht, entsprechende Strukturen für diesen Schutzbedarf sowohl in der Aufnahme und Unterbringung, als auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz und Integration zu schaffen und auszubauen.

Quelle:

\red

Weitere Meldungen

Ein Ingenieur kontrolliert in einem Labor mit einem Mikroskop einen Chip zum Einsatz in einen Quantencomputer.
Innovation

Land fördert 14 Prototypen für Zukunftstechnologien

Erster Wolf im Süden Sachsen-Anhalts entdeckt
Naturschutz

Fähe im Enztal-Territorium als sesshaft nachgewiesen

Polizisten kontrollieren ein Auto.
Verkehrssicherheit

Autoposerszene bundesweit im Fokus

Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Innovation

Land fördert Technologie­kooperation mit der Ukraine

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Neuer Studienjahrgang startet an der Hochschule für Polizei

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Wirtschaft

Land fördert innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion

Bescheidübergabe am 31. März 2026
Wirtschaft

Land stärkt Automotive-Standort im Rems-Murr-Kreis

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schienenverkehr

Grundlage für Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Fünf Exemplare der Publikation „Kabinettsausschuss für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung – Abschlussbericht“
Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung im Land weiter gestärkt

Ehrenamtskarte Baden-Württemberg
Bürgerengagement

Neue Angebote bei Ehrenamtskarte

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenbau

500 Millionen Euro für Straßenerhalt im Land

Gefärbte Eier stehen in einer Palette (Foto: © dpa)
Verbraucherschutz

Unbeschwertem Ostergenuss steht nichts im Weg

von links nach rechts: Herr Knödler von der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall, Justizministerin Marion Gentges und Herr Mack von der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Justiz

108 neue Justizvollzugsbeamte im Land

Bauarbeiter laufen in Stuttgart an Neubauten der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) vorbei. (Foto: © dpa)
Wohnraumförderung

Bau von 3.367 Sozialwohnungen bewilligt