Bundesrat

Geplante Sanktionierung des Punktehandels im Straßenverkehr

Baden-Württemberg begrüßt den Gesetzentwurf des Bundes zur geplanten Sanktionierung des sogenannten Punktehandels im Straßenverkehr ausdrücklich. Das Land sieht jedoch noch Nachbesserungsbedarf.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zahlreiche im Stau stehende Fahrzeuge sind durch den Außenspiegel eines Autos auf der A81 bei Sindelfingen zu sehen.
Symbolbild

Die Ministerin der Justiz und für Migration, Marion Gentges, hat im Bundesrat zur geplanten Sanktionierung des sogenannten Punktehandels im Straßenverkehr gesprochen. Baden-Württemberg begrüßt den Gesetzentwurf des Bundes ausdrücklich, sieht jedoch Nachbesserungsbedarf, um eine seit Jahren bestehende Vollzugslücke wirksam zu schließen. „Raser sind lebensgefährlich“, sagte Justizministerin Marion Gentges.

Beim Punktehandel übernehmen Dritte – häufig gegen Bezahlung – Bußgelder, Punkte in Flensburg oder Fahrverbote für die tatsächlichen Verkehrssünder. Dadurch bleiben insbesondere Mehrfachtäter unerkannt und können trotz wiederholter Verkehrsverstöße weiter am Straßenverkehr teilnehmen. Gentges machte im Bundesrat deutlich: „Dass Sanktionen bislang umgangen werden können, ist nicht tragbar.“

Rechtslücke bislang nicht geschlossen

Nach geltender Rechtslage ist der Punktehandel bislang regelmäßig sanktionslos. Strafrechtliche Vorschriften greifen häufig nicht, weil keine Straftat, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit vereitelt wird. Auch das Ordnungswidrigkeitenrecht bot bislang keine passgenaue Handhabe. Gerichte und Staatsanwaltschaften sind dadurch in der Praxis vielfach an einer wirksamen Ahndung gehindert. „Sanktionen müssen den treffen, der tatsächlich gegen Verkehrsregeln verstößt“, so Gentges.

Langjährige Forderung Baden-Württembergs

Baden-Württemberg drängt seit Jahren auf eine gesetzliche Lösung. Bereits 2018 und erneut 2022 hatte die Justizministerkonferenz auf Initiative Baden-Württembergs einstimmig die Sanktionierung des Punktehandels gefordert und den Bund zum Tätigwerden aufgefordert.

Der nun vorliegende Gesetzentwurf ist aus Sicht des Landes ein wichtiger Schritt. Allerdings reicht die vorgesehene Sanktionierung ausschließlich gewerbsmäßigen Punktehandels nach Auffassung Baden-Württembergs nicht aus. Ministerin Gentges betonte im Bundesrat: „Das allein genügt nicht. Es ist darüber hinaus notwendig, auch den einmaligen Punktehandel zu verbieten.“ Baden-Württemberg unterstützt daher den Vorschlag, im neuen § 23 StVG-E jede Form des Punktehandels zu erfassen. Zugleich bleibt eine differenzierte Sanktionierung möglich – mit höheren Bußgeldern bei gewerbsmäßigem Handeln. „Mit dieser Ergänzung schließen wir eine praxisrelevante Lücke, erhöhen die Verkehrssicherheit und stärken das Vertrauen in die Durchsetzung staatlicher Regeln“, so Gentges.

Weitere Meldungen

Gisela Splett mit Patenschaftsurkunde
Vermögen und Bau

Patenschaft für Kronenkranich in der Wilhelma

Die Strohgäubahn steht im Bahnhof von Korntal. (Foto: dpa)
Schienenverkehr

Land stärkt kommunale Nebenbahnen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Energieberatung für einkommens­schwache Haushalte verlängert

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 20. Januar 2026

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

von links nach rechts: Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration, Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Florian Haßler, Staatssekretär im Staatsministerium
Kabinettsausschuss

46 Maßnahmen gegen Hass und Hetze

Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) am 26. November 2025 an der Wilhelmsschule in Stuttgart-Wangen, an der ein Pilotprojekt der Familiengrundschulzentren eingerichtet wird.
Bildung

Land stärkt Erziehungspartnerschaft

Ein Apotheker holt eine Medikamentenverpackung aus einer Schublade in einer Apotheke.
Gesundheit

Kritische Arzneimittel wieder stärker in Europa produzieren

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit den Mitgliedern des Normenkontrollrats Baden-Württemberg
Bürokratieabbau

Normenkontrollrat übergibt Tätigkeitsbericht 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
Fußverkehr

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Schienenverkehr

340 Millionen Euro für Digitalen Knoten Stuttgart

Ein Wanderer betrachtet bei Bad Urach den Uracher Wasserfall. (Bild: dpa)
Geodaten

Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus