Gesundheits- und Pflegeberufe

Modellprojekte zur Intensivpflege an Universitätskliniken

Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19 Intensivstation.

Das Land hat fünf Modellprojekte zur Intensivpflege an Universitätskliniken in Baden-Württemberg genehmigt. Diese Modellprojekte sind ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Intensivpflege und sichern den Fachkräftebedarf.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration hat fünf Modellprojekte an den Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm genehmigt, mit denen eine schnellere Weiterbildung und damit ein schnellerer Personaleinsatz in der Intensivpflege ermöglicht wird. 

Innovativer Ansatz für Berufswunsch Intensivpflege

Gesundheitsminister Manne Lucha zeigte sich über das Engagement und den Ansatz der Universitätskliniken erfreut und betonte die Bedeutung der Modellprojekte: „Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir auf den Intensivstationen gut ausgebildete Fachkräfte haben. Nur so können wir die Gesundheitsversorgung der Menschen in Baden-Württemberg sicherstellen. Die Modellprojekte der Unikliniken zeigen hier einen innovativen Ansatz auf.“

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer betonte: „Die Ausbildung qualifizierter Pflegekräfte im Bereich der Intensivpflege ist ein wichtiger strategischer Schwerpunkt, um den Fachkräftebedarf unserer Universitätskliniken zu sichern. Mit dem Modellprojekt sind sie erneut Vorreiter und wichtiger Impulsgeber für Baden-Württemberg. Die angehenden Intensivpflegekräfte werden gezielt auf das komplexe Berufsbild vorbereitet und dessen Attraktivität gesteigert.“

Helmut Schiffer, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Freiburg, sagte stellvertretend für die Pflegedirektorinnen und -direktoren der baden-württembergischen Universitätskliniken: „Mit diesem bundesweit einmaligen Modellprojekt wird der Berufswunsch Intensivpflege deutlich schneller erreichbar und damit attraktiver. Das berufsbegleitende Coaching und die gleichbleibend hohe Qualität der Ausbildung machen den Ansatz für künftiges Pflegefachpersonal ebenso attraktiv wie für Universitätskliniken. Wir sind uns sicher, dass das Modellprojekt sehr gut angenommen wird und Nachahmer finden wird."

Vollwertige Qualifikation auf zeitlich kürzerem Ausbildungsweg

Über dieses neue Konzept der Modellprojekte besteht die Chance, ein attraktives Berufsbild in der Pflege und Intensivpflege zu schaffen und zugleich durch die kürzere und an der Qualität ausgerichtete Ausbildungszeit mehr und entsprechend qualifizierte Intensivpflegekräfte für die Krankenhäuser auszubilden.

Das sogenannte „3+1-Modell“ sieht vor, dass im direkten Anschluss an die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann an den Universitätskliniken in Baden-Württemberg die Weiterbildung für eine Tätigkeit auf der Intensivstation erfolgen kann. „Mit diesem Modell“, so Lucha, „stehen qualifizierte Intensivpflegekräfte nach insgesamt vierjähriger Aus- und Weiterbildungszeit und damit eineinhalb Jahre früher zur Verfügung.“ Derzeit beträgt die gesamte Mindestausbildungszeit noch fünfeinhalb Jahre, nämlich drei Jahre Ausbildung als Pflegefachperson, ein Jahr Berufserfahrung und eineinhalb Jahre Weiterbildung.

Ausbildungsinhalte der generalistischen Pflegeausbildung und Weiterbildungsinhalte der Intensivpflege werden dabei so verknüpft, dass die Teilnehmenden der Modellweiterbildung gezielt auf das komplexe Berufsfeld der Intensivpflege vorbereitet werden. Die Modellweiterbildung bietet die vollwertige Qualifikation für die Intensivpflege auf einem zeitlich kürzeren Ausbildungsweg, verknüpft mit der Möglichkeit, zusätzliche Fachkräfte für den Arbeitsmarkt der Pflegeberufe nachhaltig zu gewinnen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Darüber hinaus gewinnt auch der Ausbildungsstandort Baden-Württemberg an Attraktivität. 

Qualitätssicherung und Begleitprogramm

Die notwendige Qualität wird unter anderem dadurch gesichert, dass Ausbildungsinhalte aus der generalistischen Pflegeausbildung im Bereich Intensivpflege für die Weiterbildung angerechnet werden. Zudem wird hervorgehoben, dass sich die Prüfungsinhalte nicht von denen der bisherigen Weiterbildung unterscheiden.

Um eine Überforderung der Pflegekräfte zu vermeiden, ist ein Begleitprogramm vorgesehen, das unter anderem ein Resilienz-Training, Coaching und Supervision enthält. Ebenso sind die Modellträger verpflichtet, Angebote für eine seelsorgerische Betreuung der Auszubildenden über den kompletten vierjährigen Aus- und Weiterbildungszeitraum zur Verfügung zu stellen. Das Modell ist zunächst angelegt auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2027. Eine abschließende Evaluierung ist vorgesehen.

Mitglieder des Landespolizeiorchesters beim Spielen. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
  • Polizei

Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters in Rottweil

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski mit der die bisherige Wissenschaftsrat-Vorsitzenden Prof. Dorothea Wagner und der neue Vorsitzende Prof. Wolfgang Wick
  • Wissenschaft

Wolfgang Wick ist neuer Vorsitzender des Wissenschaftsrats

Paragraphen-Symbole
  • Corona-Verordnungen

Aktuelle Änderungen der Corona-Verordnungen

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
  • Wohngeld

Digitaler Wohngeldantrag für Kommunen

Schüler eines Musikgymnasiums spielen Geige.
  • Schule

Viertes baden-württembergisches Musikgymnasium

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
  • Schule

Land stärkt Gesellschaftswissenschaften und MINT an Schulen

Die Kabinettsmitglieder sitzen am Kabinettstisch der Villa Reitzenstein.
  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Januar 2023

Symbolbild: Ein junger Mann trägt vor einer einfahrenden Stadtbahn in Stuttgart eine Atemschutzmaske. (Bild: picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
  • Corona-Verordnung

Land passt Corona-Verordnung an

Bauarbeiter laufen in Stuttgart an Neubauten der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) vorbei. (Foto: © dpa)
  • Wohnungsbau

Mehr Sozialwohnungen in Baden-Württemberg

Eine Forscherin arbeitet im AI Research Buildung der Universität Tübingen, das zum „Cyber Valley“ gehört, an einem Code.
  • Künstliche Intelligenz

Einrichtungen aus dem Land werden Teil des Netzwerks „AI-Matters“

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
  • Weiterbildung

Land fördert Weiterbildung zu nachhaltiger Bauwirtschaft

An Fahnemasten hängen die Fahne der EU, die französische Fahne und die baden-württembergische Fahne.
  • Europa

Schulen feiern Deutsch-Französischen Tag

Frau am Computer. (Bild: Land Baden-Württemberg)
  • Hochschulen

Fellowships für digitale Hochschullehre

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) steht mit seiner Ehefrau Gerlinde und den Mitgliedern der Landesregierung auf der Bühne und spricht zu den Gästen.
  • Neujahrsempfang

In der Krise zusammenstehen und die Demokratie pflegen

Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg.
  • Auszeichnung

Staufermedaillen für Margit und Karl-Friedrich Fischbach

An einem Tisch großen Tisch in einer Kunstwerkstatt arbeiten Künstler an Bildern.
  • Inklusion

Land fördert 22 innovative Inklusionsprojekte

Der Wettbewerb „KI-Champion BW“ startet. (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Künstliche Intelligenz

Wettbewerb „KI-Champions BW“ geht in die vierte Runde

Eine einzelne Rose
  • Anteilnahme

Brandunglück in Einrichtung der besonderen Wohnformen

Mehrere Kinder stehen nebeneinander in einem Kindergarten. (Bild: © Christian Charisius/dpa)
  • Armutsbekämpfung

Land fördert Präventionsangebote gegen Kinderarmut

Eine Lehrerin mit einem Tablet in der Hand steht vor einer digitalen Tafel.
  • Schule

Datengestützte Qualitätsentwicklung an Schulen

Eine Erzieherin ließt drei Kleinkindern aus einem Buch vor (Bild: © dpa).
  • Frühkindliche Bildung

Start der Kita-Kampagne „Mehr bekommst du nirgendwo!“

Ein Smartphone wird in Händen gehalten.
  • Gesellschaft

Hass und Hetze im Netz entgegentreten

Schülerinnen und Schüler melden sich in einer Klasse.
  • Schule

Land investiert in gerechteres Bildungssystem

Der Schriftzug „Bäckerei“ ist am Laden von einer Bäckerei zu sehen. (Bild: © picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)
  • Weiterbildung

Land fördert Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks

Ministerin Nicole Razavi besichtigt den Umbau von denkmalgeschützten Stallungen zu Wohnungen in Karlsruhe
  • Denkmalpflege

Aus Stallungen werden Wohnungen