Gleichstellung

13. Bilanzgespräch zu „Frauen in MINT-Berufen“

Nur 18 Prozent aller Beschäftigten im Land in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind Frauen. Es gibt vielfältige Initiativen zur Steigerung dieses Anteils.

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Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Symbolbild

Beim 13. MINT-Bilanzgespräch und Jahrestreffen der Landesinitiative und des Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ am 14. November 2024 ging es um die vielfältigen Initiativen von Organisationen und Unternehmen in Baden-Württemberg zur Gewinnung von mehr Mädchen und Frauen für zukunftsrelevante MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Wie dies gelingen kann, darüber diskutierte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, gemeinsam mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaft in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart.

Nur 18 Prozent aller MINT-Beschäftigten im Land sind Frauen

„Nach wie vor sind Frauen im MINT-Bereich unterrepräsentiert. Im vergangenen Jahr waren in Baden-Württemberg rund 290.000 Frauen in einem MINT-Beruf beschäftigt. Das sind zwar rund 60.000 mehr als noch vor fünf Jahren, aber anteilig nur 18 Prozent aller MINT-Beschäftigten im Land“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut. Unternehmen sollten daher die Talente und Potenziale von Frauen in den MINT-Berufen noch stärker in den Blick nehmen und sie für die Mitgestaltung dieser Zukunftsaufgaben begeistern.

Mögliche Wege, um den MINT-Anteil von Frauen zu erhöhen sind eine zielgruppenspezifische Ansprache und Heranführung, eine klischeefreie Berufsorientierung und Ausbildung, aber auch die Themen Wiedereinstieg und Quereinstieg in MINT-Berufe müssen in den Blick genommen werden. Und es geht um Chancengleichheit und eine nachhaltige Bindung und Personalentwicklung in den Unternehmen. Die bisherigen Praxiserfahrungen bestätigen, dass Frauen in gewerblich-technischen Berufen die Arbeitswelt bereichern. Unternehmen, die auf gemischte Teams und gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen setzen, sind deutlich innovativer und letztlich erfolgreicher.

Konzertierte Aktion soll mehr Frauen und Mädchen für MINT-Berufe begeistern

Neben der Wirtschaftsministerin nahmen Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Claus Paal, Präsident der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und Vize-Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Research and Development, Festo SE & Co. KG sowie Mathias Haase, Vorstandsvorsitzender, Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V., an dem Bilanzgespräch teil.

Wirtschafts- und Arbeitsministerin Hoffmeister-Kraut machte im Bilanzgespräch deutlich: „Wir wollen in einer konzertierten Aktion mehr Frauen und Mädchen für MINT-Berufe begeistern und deren berufliche Entwicklung unterstützen. Eine Zusammenarbeit vieler Keyplayer, Partnerorganisationen und Unterstützer-Unternehmen entlang der MINT-Bildungskette ist notwendig, um die Berufswahlmuster und das Mindset zu verändern und mehr Diversität in technischen Berufsfeldern zu erreichen. Die Maßnahmen unserer Bündnispartnerinnen und Bündnispartner im MINT-Landesbündnis sind branchenoffen – angefangen vom mittelständischen Handwerksbetrieb bis hin zum Global Player Industrieunternehmen.“

Aus Sicht der Bündnispartner sind eine chancengleiche Unternehmenskultur, etablierte Strukturen und Netzwerke sowie Role Models und Führungskräfte Anknüpfungspunkte auf dem Weg zu einer höheren Anzahl von Frauen, die MINT-Berufe auch tatsächlich ausüben. Damit sollen weiterhin mehr Mädchen und Frauen für MINT-Berufe gewonnen, MINT-Berufe für diese attraktiver gemacht sowie Frauen in MINT-Berufen dauerhafte Perspektiven und Karrieremöglichkeiten geboten werden, um den Standort Baden-Württemberg nachhaltig zu stärken und zukunftsfest zu machen. „Eine Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen gelingt uns nur in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen“, so das Credo der Ministerin.

Plattform Beteiligungsprogramm@MINT unterstützt Unternehmen im Land

Mit dem Beteiligungsprogramm@MINT unterstützt die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ Unternehmen in Baden-Württemberg bei der Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften. Beispielsweise finden jährlich zwei virtuelle Netzwerktreffen für Unternehmensvertreterinnen und -vertreter statt, bei denen Unternehmen aus dem Land Best Practice-Beispiele zur Sicherung des MINT-Fachkräftebedarfs vorstellen und sich untereinander austauschen.

Außerdem bieten Unterstützer-Unternehmen MINT-Dialog-Days in Zusammenarbeit mit der Landesinitiative exklusiv zum Beispiel für Schülerinnen oder Studentinnen aus MINT-Studiengängen an. Im Rahmen einer meist halbtägigen Veranstaltung am Unternehmensstandort erhalten die Teilnehmerinnen ein vielfältiges Informationsangebot über Einstiegsmöglichkeiten und Betriebsbesichtigungen bis hin zu Gesprächen mit Fach- und Führungskräften und weiblichen Rolemodels aus dem MINT-Bereich. Hoffmeister-Kraut sagt: „MINT-Berufen kommt eine zentrale Rolle für die Gestaltung von zukunftsweisenden Aufgaben zu – wie der Energie- und Verkehrswende oder dem Klimaschutz.“

Die Landesinitiative berät die Unternehmen bei der Durchführung und unterstützt bei der Vermarktung über die Kanäle der Landesinitiative. Damit trägt sie dazu bei, den Bedarf der Unternehmen an weiblichen MINT-Fachkräften zu sichern und fördert zugleich die Entwicklung einer modernen Unternehmenskultur 4.0.

Landesbündnis wächst weiter

Mit der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ und dem gleichnamigen Landesbündnis besteht bereits ein gemeinsames Instrument zur Koordinierung sowie Zusammenarbeit maßgeblicher Akteure auf Landesebene. In diesem Jahr nahm das Landesbündnis drei neue Institutionen als Bündnispartner auf: den Verband kommunaler Unternehmen – Landesgruppe Baden-Württemberg e.V., die HOPP FOUNDATION for Computer Literacy & Informatics gGmbH sowie die Bechtle Stiftung gGmbH.

Zum Bündnis gehören damit 77 Partnerorganisationen, unter anderem fünf Ministerien, Arbeitgeber-, Branchen- und Berufsverbände, Gewerkschaften, BWIHK, Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V. (BWHT), die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Frauennetzwerke, Hochschulen, Stiftungen und die Kontaktstellen Frau und Beruf.

Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“

Das landesweite Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ wurde am 4. Juli 2011 geschlossen. Das Bündnis verfolgt das Ziel, die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung von Mädchen und Frauen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik deutlich zu steigern sowie die maßgeblichen MINT-Akteure und -Fördermaßnahmen entlang einer lebensphasenorientierten Gesamtstrategie zu bündeln und weiterzuentwickeln, um Breitenwirkung zu erzielen. Die Landesinitiative und das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ leistet einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der Fachkräfte-Allianz Baden-Württemberg und der Initiative Wirtschaft 4.0.

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