Schule

Sprachbildung an Schulen wird intensiviert und verbindlich

Sprache ist für Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Voraussetzung für ihren Lernerfolg. Daher wird das Konzept der Durchgängigen Sprachbildung nun zum Standard an allen Schulen.

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Eine ausländische Schülerin füllt während eines Deutschkurses ein Arbeitsblatt aus. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Mit der Verordnung „Grundsätze zur Sprachbildung und Sprachförderung“ erhalten alle Schulen den Auftrag, die sprachliche Bildung und Förderung über die gesamte Bildungsbiografie hinweg fächerübergreifend und aufeinander abgestimmt umzusetzen.

Sprache ist der Schlüssel zur Welt und für alle Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Voraussetzung für ihren Lernerfolg. Viele Kinder haben jedoch umfassende Sprachförder- und Sprachbildungsbedarfe. Daher wird die Durchgängige Sprachbildung (DSB) nun zum Standard an allen Schulen. Alle Lehrkräfte sind künftig angehalten, sprachliches und fachliches Lernen zusammenzudenken und fächerübergreifend zu integrieren – die Durchgängige Sprachbildung stellt somit einen Paradigmenwechsel dar.

Kultusministerin Theresa Schopper sagte: „Es besteht wissenschaftlich Konsens, dass zu viele Schülerinnen und Schüler einen zu kleinen Wortschatz haben und mit Fachsprache nicht umgehen können. Man kann aber noch so gut im Rechnen sein – wer die Textaufgabe nicht versteht, der kann sie nicht lösen. Sprache ist das Fundament für alles andere und muss deshalb am Anfang allen Lernens stehen. Daher setzen wir auf die durchgängige, fächerübergreifende Sprachbildung an allen Schularten.“

Sprachbildung Bestandteil aller Unterrichtsfächer

Die DSB-Schulen erhalten Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer spezifischen Sprachbildungskonzepte. Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) begleitet die Lehrkräfte bei der systematischen Abstimmung von Sprachbildung und Sprachförderung sowie bei der Verzahnung der zusätzlichen Förderangebote mit dem Regelunterricht. Beispiel: die Lesebänder-Lesestrategien werden in allen Fächern durchgängig angewandt. Die vielfältigen, an den Schulen bereits bestehenden Maßnahmen werden miteinander verbunden und der Regelunterricht um die Perspektive der Sprachbildung erweitert. Das heißt: auch in Chemie oder in Musik muss künftig das Augenmerk neben dem fachlichen Lernen auch auf der Sprachbildung liegen.

So sieht Durchgängige Sprachbildung konkret aus:

  • Sprachliches und fachliches Lernen wird stärker miteinander verzahnt.
  • Sprachliches Lernen wird in allen Unterrichtssituationen und Förderangeboten noch stärker gebündelt.
  • Übergänge und Verbindungen zwischen den Sprachfördermaßnahmen und dem Regelunterricht werden optimiert.
  • Alle Lehrkräfte und das gesamte pädagogische Personal wird in das sprachliche Lernen miteingebunden.

Kultusministerin Theresa Schopper ergänzte: „Die Durchgängige Sprachbildung ist ein Paradigmenwechsel, aber wir fangen nicht bei null an. Bewährte Prozesse werden fortgesetzt, viele Schulen sind bereits sehr gut aufgestellt und können auf ausgereifte Sprachbildungs- und Sprachförderangebote zurückgreifen.“

Sprachförderung von zugewanderten Schülerinnen und Schülern

Mit der neuen Verordnung Sprachbildung und Sprachförderung werden außerdem die Regelungen der bisherigen Verwaltungsvorschrift „Grundsätze zum Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit nicht deutscher Herkunftssprache und unzureichenden Deutschkenntnissen in allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ (2017) weiterentwickelt und konkretisiert. Die neugefassten Regelungen enthalten wichtige pädagogische und rechtliche Weiterentwicklungen zur Förderung der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler wie begriffliche Klärungen, eine Systematisierung der Sprachförderangebote und eine Konkretisierung der Unterstützungsmöglichkeiten im Unterricht und bei Leistungsfeststellungen.

Sprachförderprogramm SprachFit

Über das neue Sprachförderprogramm SprachFit sind in diesem Schuljahr bereits 50 Grundschulen mit der Einführung der Durchgängigen Sprachbildung an den Start gegangen. 200 weitere Grundschulen werden über SprachFit folgen. Die weiterführenden Schulen werden ab dem nächsten Schuljahr ebenfalls die DSB schrittweise einführen.

Landesrecht BW: Verordnung des Kultusministeriums über die Grundsätze zur Sprachbildung und Sprachförderung (Sprachbildungsverordnung)

Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums über die Grundsätze zur Sprachbildung und Sprachförderung (VwV Sprachbildung und Sprachförderung – SprachbildungsVwV) (PDF)

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