Wirtschaft

Strategieprozess stärkt Zukunft der Dienstleistungswirtschaft

Mit einem breit angelegten Szenarien- und Strategieentwicklungsprozess stärkt das Land die Dienstleistungswirtschaft. Ein Impulspapier enthält konkrete Maßnahmen.

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Eine Forscherin arbeitet im AI Research Buildung der Universität Tübingen, das zum „Cyber Valley“ gehört, an einem Code.
Symbolbild

Die Dienstleistungswirtschaft ist ein wichtiger Pfeiler der baden-württembergischen Wirtschaft. Sie sichert Wertschöpfung und Beschäftigung, treibt Innovationen voran und gewinnt im Zuge des industriellen Strukturwandels weiter an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus einen breit angelegten Szenarien- und Strategieentwicklungsprozess zur Zukunft der Dienstleistungswirtschaft im Land initiiert und erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, tragfähige Zukunftsbilder für diesen dynamisch wachsenden Wirtschaftsbereich zu entwickeln und konkrete Maßnahmen zu seiner nachhaltigen Stärkung abzuleiten.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, sagte: „Die Dienstleistungswirtschaft ist ein zentraler Wachstumsmotor unseres Landes. Sie trägt maßgeblich zu Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung bei – und sie wird in Zeiten des industriellen Wandels noch wichtiger. Mit dem Szenarien- und Strategieprozess haben wir gemeinsam mit Wirtschaft und Forschung wertvolle Schlüsse für eine strategische Weiterentwicklung dieses Wirtschaftszweigs gewonnen.“

Die Dienstleistungswirtschaft ist bereits heute eine tragende Säule des Wirtschaftsstandorts. Im Jahr 2024 entfielen 61,5 Prozent der Bruttowertschöpfung und 68,9 Prozent der Beschäftigten in Baden-Württemberg auf diesen Sektor. Vor dem Hintergrund des tiefgreifenden industriellen Strukturwandels kommt der Dienstleistungswirtschaft im Land zudem eine strategische Schlüsselrolle zu: Sie kann industrielle Transformationsprozesse flankieren, Wertschöpfungsverluste kompensieren, eigenständige Wachstumsimpulse setzen und als Innovationstreiber neue Geschäftsmodelle hervorbringen.

Breit angelegter Szenarien- und Strategieprozess

Zwischen Juli und November 2025 entwickelten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Forschungseinrichtungen sowie aus den Fachabteilungen des Wirtschaftsministeriums mögliche Zukunftsszenarien für die Dienstleistungswirtschaft und zeigten strategische Handlungsmöglichkeiten auf. Besonders in den Blick genommen wurden vier Fokusbranchen, die im Bundesvergleich bereits überdurchschnittlich stark in Baden-Württemberg vertreten sind und seit Jahren dynamisch wachsen: IT-Dienstleistungen einschließlich Softwareentwicklung, die Finanz- und Versicherungswirtschaft, Ingenieurs- und industrienahe Dienstleistungen sowie Beratungsdienstleistungen. Diese wissensintensiven und technologieorientierten Bereiche stellen einen besonderen Wettbewerbsvorteil des Landes dar und bergen erhebliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale.

Als ein Ergebnis des Prozesses wurde ein Impulspapier (PDF) erarbeitet, das zehn zentrale Maßnahmen beinhaltet, die sich in den Zukunftsszenarien als robuste strategische Handlungsmöglichkeiten abzeichneten. Ein erster konkreter Schritt wurde dabei bereits umgesetzt: Das „Kompetenzzentrum Smart Services“, das in den Jahren 2019 bis 2025 die Digitalisierung und Innovation in der baden-württembergischen Dienstleistungswirtschaft erfolgreich unterstützte, wurde zum „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“ weiterentwickelt. Damit wird die strategische Bedeutung industrienaher Dienstleistungen weiter gestärkt.

Neue Wachstumsfelder stärken

Im Impulspapier wird zudem die Bedeutung neuer Wachstumsfelder nach Vorbild des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn, einer fortentwickelten Binnenmarktstrategie der Europäischen Union (EU) mit dem Abbau regulatorischer Hürden sowie einer höheren Standortattraktivität im internationalen Wettbewerb um die besten Talente und international tätige Dienstleistungsunternehmen festgehalten. Zentrale Bedeutung kommt außerdem einem intensiveren Forschungs-, Entwicklungs- und Transfergeschehen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie weiterentwickelten Finanzierungsinstrumenten insbesondere für Scale-Ups und Ausgründungen zu. Bestehende Lücken bei der Finanzierung von dienstleistungsbasierten Geschäftsmodellen sollen mit neuen Konzepten und Verfahren geschlossen werden. Der Staat wird sowohl in seiner Rolle als Dienstleister als auch als bedeutsamer Abnehmer von Dienstleistungen adressiert. Schließlich wird der nicht zu unterschätzende Faktor einer eigenen Dienstleistungskultur betont, die es gemeinschaftlich zu fördern gilt.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, sagte: „Ich bin dankbar für den intensiven Einsatz der Expertinnen und Experten in diesem Prozess. Das Resultat spricht für sich: Die erarbeiteten Szenarien und die vorgeschlagenen Maßnahmen geben uns Orientierung und zeigen uns auf, wie wir die Dienstleistungswirtschaft als bedeutende Säule unseres Wohlstandes nicht nur wetterfest machen, sondern gezielt stärken können. Es ist wichtig, die Impulse in der nächsten Legislaturperiode weiterzuverfolgen.“

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