Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Das Kabinett hat die Weichen für einen dauerhaften Weiterbetrieb der Gesundheitscloud MEDI:CUS gestellt. Die Datenplattform stärkt den Austausch und die Nutzung von Gesundheitsdaten in Forschung und Versorgung.

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Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne

Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 3. März 2026, die Weichen für einen dauerhaften Weiterbetrieb der Gesundheitscloud MEDI:CUS gestellt. Das Mitte 2023 gestartete ressortübergreifende Projekt hat damit ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Mit MEDI:CUS baut das Land eine sichere, landesweite, cloudbasierte Datenplattform für den Gesundheitsbereich auf.

Die Plattform ist ein bundesweiter Leuchtturm im Bereich Gesundheitsdaten und ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitsstandorts.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„MEDI:CUS ist ein hervorragendes Beispiel für die ressortübergreifende Zusammenarbeit. Die Plattform ist ein bundesweiter Leuchtturm im Bereich Gesundheitsdaten und ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitsstandorts. Denn die Entwicklung neuer und innovativer Produkte, Therapien und Medikamente und eine optimale Gesundheitsversorgung profitieren davon, dass Gesundheitsdaten besser genutzt werden können. Das Projekt MEDI:CUS leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Und heute haben wir die Weichen für den zukünftigen Regelbetrieb gestellt“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates.

Der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl sagte: „MEDI:CUS ist nicht länger nur eine Idee auf Papier, sondern wird in den kommenden Monaten ausgerollt. Jetzt haben wir im Kabinett die rechtsförmlichen Beschlüsse gefasst: Der Vogel hat fliegen gelernt, jetzt entlassen wir ihn in die Freiheit. Wir haben in intensiver Projekt- und Entwicklungsarbeit den Grundstein für eine zukunftsfähige Infrastruktur gelegt, die Vorbildcharakter hat und als Erfolgsbeispiel dienen kann.“

Übergabe in eine Regelorganisation

Nach einer Konzeptionsphase im Jahr 2024 ist nun der Weg bereitet, damit MEDI:CUS in eine Regelorganisation übergeben werden kann. MEDI:CUS ist nach den erfolgreichen ersten technischen Anbindungstests im Herbst vergangenen Jahres in die Pilotierungsphase gegangen und soll in den kommenden Monaten in 17 klinischen Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Trägerschaft in Baden-Württemberg ausgerollt werden. „Die Infrastruktur kann nun mit ersten Fachanwendungen und in unterschiedlichen Konstellationen auf Herz und Nieren geprüft werden. Das Besondere an MEDI:CUS ist, dass die teilnehmenden Einrichtungen durch die konsequent cloudbasierte und gleichzeitig anbieterunabhängige Infrastruktur von einer Vielzahl von Aufwänden entlastet werden. Die Plattform erfüllt höchste Sicherheitsstandards und bietet perspektivisch immer höhere Verfügbarkeit von Daten dort, wo sie im Versorgungsprozess oder in der Forschung wirklich gebraucht werden“, betonte der Digitalisierungsminister.

Zur Überführung in eine selbstständige und leistungsfähige Regelorganisation beschloss das Kabinett die Gründung eines Vereins, in dem das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration das Land als Ehrenmitglied vertreten soll. Alle am Projekt beteiligten Ministerien bekräftigten ihr langfristiges Engagement für die MEDI:CUS-Plattform. Darüber hinaus sollen sich insbesondere die nutzenden Einrichtungen in diesem Verein engagieren und die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung von MEDI:CUS vorantreiben. „Das schafft Vertrauen und zeigt: Das Land Baden-Württemberg steht auch in Zukunft sichtbar und verlässlich hinter der MEDI:CUS-Vision“, so Strobl.

Die operative Weiterentwicklung und der Betrieb von MEDI:CUS sollen in einer kleinen und leistungsstarken GmbH organisiert werden, die durch den Verein gegründet wird und von diesem den strategischen Rahmen erhält. Dies führt den erfolgreichen Projektansatz einer größtmöglichen und verantwortlichen Beteiligung aller Stakeholder konsequent fort. Gleichzeitig wird die operative Arbeit und der Betrieb weitgehend autark erfolgen, um so Geschwindigkeit und Dynamik der Digitalisierung auch zukünftig mitgehen zu können. 

Versorgung im Land weiter verbessern

Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha sagte: „Schritt für Schritt werden wir mit MEDI:CUS Silos in der Versorgungslandschaft aufbrechen und ein gemeinsames Ökosystem schaffen, um die Versorgung im Land immer weiter zu verbessern und unsere Leistungserbringer fit für die Zukunft zu machen.“

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski betonte: „MEDI:CUS ist unser Zukunftsversprechen für eine starke Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg. Wir vernetzen Forschung und Versorgung einrichtungsübergreifend – damit Patientinnen und Patienten überall im Land schneller, einfacher und besser versorgt werden. Mit echter technischer Innovation begegnen wir strukturellen Herausforderungen und schaffen die Grundlage für eine moderne, leistungsfähige Gesundheitsversorgung von morgen. Mit unserer heutigen Entscheidung bekennen wir uns einmal mehr klar zu diesem zentralen Vorhaben und seiner Umsetzung.“

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: „MEDI:CUS stärkt die angewandte Forschung und hilft forschenden Unternehmen in Baden-Württemberg, neue Lösungen schneller zur Marktreife zu bringen. Künftig profitieren auch Start-ups von dieser sicheren Gesundheitsdaten-Infrastruktur und den darin integrierten KI‑Werkzeugen.“

Projekt MEDI:CUS

Das Projekt „MEDI:CUS“ (Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher) wird als Teil der dritten Förderrunde unter dem Dach des „Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ seit 2023 bis Ende 2026 vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus mit insgesamt 25,6 Millionen Euro finanziert und unter der organisatorischen Federführung des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen umgesetzt. Ziel ist der Aufbau einer resilienten landesweiten cloudbasierten Datenplattform für den Gesundheitsbereich, die die Implementierung von digitalen Fachanwendungen für die Akteurinnen und Akteure des Gesundheitsbereichs vereinfachen und dadurch langfristig den Austausch und die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung ermöglichen soll.

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