Pflegeberufe

Lucha auf Delegationsreise in Indien

Im Fokus der einwöchigen Delegationsreise von Gesundheitsminister Manne Lucha in den indischen Bundesstaat Maharashtra steht das Anwerben von Pflegefachkräften.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.
Symbolbild

Mit rund 30 Personen aus Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Pflegeschulen, Verbänden sowie Vertreterinnen und Vertretern von Politik, Bundesagentur für Arbeit und der Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften bricht der Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Manne Lucha am Sonntag, 30. November 2025, zu einer einwöchigen Reise in den indischen Bundesstaat Maharashtra auf. Neben der Wirtschafts- und IT-Metropole Mumbai besucht die baden-württembergische Delegation auch Pune, einen wichtigen Bildungsstandort mit langjährigen deutsch-indischen Verbindungen. Im Zentrum der Reise stehen die Anwerbung von Pflegefachkräften, der Austausch mit den örtlichen Gesundheitsbehörden sowie der Aufbau neuer Kooperationen zwischen baden-württembergischen und indischen Partnern im Gesundheitsbereich.

„Die Sicherung der pflegerischen Versorgung ist eine der drängendsten Aufgaben der kommenden Jahrzehnte. Angesichts von demografischem Wandel, steigendem Pflegebedarf und gleichzeitig sinkenden Fachkräftezahlen brauchen wir neue und nachhaltige Strategien, um gut ausgebildete Menschen für eine Tätigkeit in der Pflege bei uns zu gewinnen – auch aus dem Ausland“, sagte Lucha im Vorfeld der Reise am Freitag, 28. November 2025, in Stuttgart..

Anwerben von Pflegefachkräften im Fokus

Gesundheitsminister Manne Lucha betonte die Ziele der Delegationsreise: „Erstens wollen wir bestehende Kontakte in Maharashtra auch auf politischer Ebene intensivieren und neue Partnerschaften im Pflegebereich entwickeln. Zweitens sollen Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegeschulen aus Baden-Württemberg direkte Kooperations- und Rekrutierungsmöglichkeiten kennenlernen. Und drittens möchten wir vor Ort ein klares Signal für eine nachhaltige und partnerschaftliche Fachkräftegewinnung nach den Grundsätzen der Fairen Migration setzen – als Gewinn für alle Beteiligten: für die Pflegefachkräfte, für unsere und die indische Gesellschaft. Jährlich drängen Millionen junger Menschen in Indien auf den Arbeitsmarkt und finden keinen Job, während wir händeringend Pflegekräfte suchen!“

Maharashtra als Schlüsselpartner in der Fachkräftegewinnung

Der Bundesstaat Maharashtra mit rund 114 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gilt als wichtiger Standort für die medizinische Ausbildung in Indien – hunderte von Pflegeschulen und Colleges bilden dort jährlich tausende Pflegekräfte aus. Baden-Württemberg und Maharashtra verbindet seit 2015 eine Länderpartnerschaft, die seit 2024 auch Bereiche wie Gesundheit und berufliche Bildung einschließt. Rund 300.000 Pflegefachkräfte sind in Maharashtra registriert: ein erhebliches Potenzial für die Anwerbung.

Treffen auf Regierungsebene und Austausch mit möglichen Kooperationspartnern

Während der Reise ist ein Treffen mit dem örtlichen Kabinettsminister für Medizinische Ausbildung und die Unterzeichnung einer politischen Absichtserklärung („Letter of Intent“) geplant. Ein zentrales Element der Reise ist auch der Besuch der Deccan Education Society (DES) in Pune. Minister Manne Lucha wird dort gemeinsam mit der Leitung des College und Delegationsmitgliedern über Ausbildungsinhalte, Sprachförderung und Anerkennungsverfahren sprechen. Die DES gilt in Indien als renommierter Bildungsträger und könnte künftig ein zentraler Partner beim Aufbau eines nachhaltigen Rekrutierungsprogramms werden.

Darüber hinaus besucht die Delegation mehrere Krankenhäuser und Nursing Colleges, darunter das King Edward Memorial Hospital in Mumbai und das Jehangir Hospital in Pune. Der Besuch beim Serum Institute of India, einem weltweit führenden Impfstoffhersteller, unterstreicht die Bedeutung internationaler Gesundheitskooperationen.

Neben der Fachkräftegewinnung ist auch die nachhaltige soziale Integration indischer Pflegekräfte in Baden-Württemberg Teil der Zielsetzung. Lucha erläuterte dazu: „Es reicht nicht, Menschen nur anzuwerben. Wir müssen ihnen auch ein gutes Ankommen und langfristiges Bleiben bei uns ermöglichen. Dazu gehören Sprachförderung, strukturelle Begleitung und soziale Unterstützung – etwa durch Mentorennetzwerke.“

Pflegebedarf in Baden-Württemberg wächst

Laut Berechnungen des Statistischen Landesamts könnte die Zahl der Pflegebedürftigen im Land bis 2040 um rund 25 Prozent steigen, bis 2060 sogar um 50 Prozent. Gleichzeitig wird die Zahl der inländischen Pflegefachkräfte zurückgehen, obwohl die Zahl der Ausbildungseintritte in der generalistischen Pflegeausbildung zuletzt gestiegen ist (plus elf Prozent 2024 gegenüber 2023). Hintergrund ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Schon bis 2040 werden etwa 24.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt.

Die sechstägige Reise führt die Delegation vom 1. bis zum 6. Dezember nach Mumbai und Pune. Neben Besuchen von Kliniken und Pflegeausbildungsstätten stehen ein Workshop zur Pflegeausbildung sowie eine Baden-Württemberg-Empfangsveranstaltung am Goethe-Institut Pune auf dem Programm.

Weitere Meldungen

Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Termine für Workshops zum nachhaltigen Bauen

In Westen gekleidete Polizisten stehen in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Silas Stein/dpa)
Sicherheit

Baden-Württemberg ist und bleibt sicher

Landschaft von oben im Neckar-Odenwald-Kreis
Ländlicher Raum

Flurbereinigung in Ravenstein bedeutet Fortschritt und Zukunft

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Wirtschaft

„Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird fortgesetzt

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Städtebauförderung

Nichtinvestive Städtebau­förderung 2026 startet

Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Landwirtschaft

Pragmatischer Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Ein Scan-Auto, das automatisch Parksünder registriert, fährt bei einem Pilotversuch an vor der Universität Hohenheim geparkten Fahrzeugen vorbei.
Parkraumüberwachung

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Festnahme eines deutschland­weit aktiven Serieneinbrechers

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
SPNV

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Neue Prämien für Entsiegelung und Flächenmanagement