Forst

Holzbaulösungen für Kommunen und die Wohnungswirtschaft

Minister Peter Hauk hat bei einer Veranstaltung in Stuttgart die Bedeutung der Bauwende hin zu einer klimafreundlichen Baukultur mit Holz betont.

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Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Symbolbild

„Die Bauwende hin zu einer klimafreundlichen Baukultur mit Holz entscheidet sich in der Vergabe mit Kompetenz, Mut und klaren Zielen. Denn mit dem Holzbau haben wir eine wirksame Technologie in der Hand, um die Probleme des Klimawandels zu lösen. Wenn wir mit Holz bauen, schützen wir das Klima, schaffen dringend benötigten Wohnraum und stärken unsere regionale Wirtschaft – genau diese Verbindung brauchen wir jetzt“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Veranstaltung „Zukunft Bauen – mit Holz und Haltung. Kompetenz im Holzbau für Planerinnen und Planer in Baden-Württemberg“ im Haus der Architekten in Stuttgart.

Mit der Veranstaltung ziehen die Architektenkammer und die Ingenieurkammer Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Ministerium Bilanz aus sieben Jahren Holzbau-Offensive Baden-Württemberg und fünf Jahren Bildungs-Offensive „Auf Holz bauen“ und richten zugleich den Blick nach vorn. Im Mittelpunkt stehen Holzbaulösungen für Kommunen und die Wohnungswirtschaft, insbesondere im Bestand, bei Nachverdichtung und Aufstockung.

Modellregion für nachhaltiges und innovatives Bauen mit Holz

„Baden-Württemberg ist Modellregion für das nachhaltige und innovative Bauen mit Holz. Wir führen seit Jahren die bundesweite Holzbaustatistik an und setzen den Maßstab für klimafreundliches Bauen.

Holz speichert Kohlenstoffdioxid (CO₂), ersetzt emissionsintensive Baustoffe und nutzt unsere heimischen Ressourcen. So wird die Bauwende im Gebäudesektor ganz konkret“, betonte Hauk.

Bildungs-Offensive „Auf Holz bauen“ läuft weiter

Die Bildungs-Offensive „Auf Holz bauen“ wurde 2020 als Teil der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg gemeinsam mit der Architektenkammer und der Ingenieurkammer gestartet. Sie richtet sich gezielt an Architekten, Ingenieure, Mitarbeiter in Verwaltungen sowie an Verantwortliche in Kommunen und Unternehmen der Wohnungswirtschaft.

„Die Resonanz ist enorm, die Nachfrage nach qualifizierten Holzbau-Fortbildungen, nach guten Praxisbeispielen und fachlichem Austausch ist ungebrochen. Daher setzen wir die beliebte Bildungs-Offensive bis Ende 2029 fort und entwickeln sie bedarfsorientiert weiter“, erklärte Minister Hauk.

Vergabe als Schlüssel der Bauwende – Leitfaden „Holzbau in Wettbewerben“ vorgestellt

Ein wichtiges Thema der Veranstaltung war die der Rolle professioneller Vergabeverfahren.

„Eine nachhaltige und innovative Baukultur entscheidet sich in großen Teilen bereits in der Vergabe. Dort legen wir fest, welche Qualitäten wir einkaufen, welche Klimawirkung ein Projekt hat und wie zukunftsfähig ein Gebäude wirklich ist“, unterstrich Minister Hauk.

Vergabe sei kein rein technischer Verwaltungsakt, sondern ein entscheidender Hebel für Kosten, Qualität und Klimaschutz:

Um Kommunen, Wohnungsunternehmen sowie Architekten und Ingenieure bei der Ausschreibung von Objekten in Holzbauweise zu unterstützen, hat das Ministerium im Rahmen der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg den neuen Leitfaden „Holzbau in Wettbewerben“ in Auftrag gegeben.

Der Leitfaden „Holzbau in Wettbewerben“ ist ein praxistaugliches Arbeitsmittel, das Büros und Verwaltungen zeigt, wie sie den klimafreundlichen Baustoff Holz klar und rechtssicher in Ausschreibungen verankern können. „Wer sein Bauvorhaben explizit mit Holz bauen möchte, soll es auch ausdrücklich in Holzbauweise ausschreiben können“, erläuterte Hauk.

Die Publikation wurde im Auftrag der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg von Architekt Gerd Grohe, einem erfahrenen Wettbewerbsbetreuer und Preisrichter, in Kooperation mit der Redaktion des Informationsdienst Holz erarbeitet und im Rahmen der Veranstaltung erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg

Baden-Württemberg erreicht seit Jahren die höchste Holzbauquote im Bundesvergleich und gilt als Benchmark für das Bauen mit Holz. Mit der interministeriellen Holzbau-Offensive Baden-Württemberg fördert das Land eine klimafreundliche und nachhaltige Baukultur mit Holz. Zusätzlich positioniert sich Baden-Württemberg als Modell-Region und Impulsgeber für den klimafreundlichen Holzbau und Carbon-Removals. Im Rahmen der Holzbau-Offensive BW werden zudem internationale Kooperationen initiiert und ausgebaut. Mit Förderprogrammen, Bildungsmaßnahmen und der Unterstützung von Forschungsprojekten werden Impulse für die Transformation des Bausektors und der verstärkten Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen gesetzt.

Die Bildungs-Offensive „Auf Holz bauen“ bündelt seit 2020 gemeinsam mit Architektenkammer und Ingenieurkammer Fortbildungsangebote für Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltungen sowie weitere Akteure der Baupraxis. Sie wird aufgrund der hohen Nachfrage und Wirksamkeit bis Ende 2029 fortgeführt und legt einen Schwerpunkt auf Bauen im Bestand, Nachverdichtung, Holz-Hybridbau, Kreislauffähigkeit und wirtschaftlichen Holzbau.

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