Pflegestatistik 2023

Starker Zuwachs an Pflegebedürftigen im Land

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Sozialminister Manne Lucha betont, dass die Herausforderungen in der Pflege von Bund, Land und Kommunen gemeinsam angegangen werden müssen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Pflegekraft hilft einer alten Frau beim Trinken aus einem Becher in einem Seniorenheim (Bild: Patrick Pleul / dpa)
Symbolbild

Anlässlich der vom Statistischen Landesamt vorgestellten Pflegestatistik 2023 sagte Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha: „Die Zahlen der Pflegestatistik 2023 waren in dieser Höhe erwartbar. Der Anstieg an pflegebedürftigen Menschen hat uns daher nicht überrascht. Der Zusammenhang zwischen Hochaltrigkeit (Personen ab dem 80. Lebensjahr oder älter) und Pflegebedürftigkeit ist bekannt. Unsere Pflegepolitik ist daher langfristig ausgerichtet; Maßnahmen und Vorschläge müssen wir daher schon jetzt parat haben.

Bund, Land und Kommunen gemeinsam gefordert

Wichtig ist aber, sich vor Augen zu führen, dass die Herausforderungen in der Pflege auf allen Verantwortungsebenen angegangen werden müssen: von Bund, Land und Kommunen. Wesentliche Weichen, wie etwa die nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung oder Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Pflege, kann nur der Bund stellen. Unter Federführung von Baden-Württemberg hat daher eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform (BLAG Pflegereform) weiterführende Vorschläge erarbeitet, wie zum Beispiel einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege oder ein Diskussionspapier zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in der Langzeitpflege beziehungsweise die darin enthaltenen Lösungsansätze. Ich hoffe sehr, dass die neue Bundesregierung diese von den Ländern einstimmig vorgelegten Vorschläge schnell aufgreift und in konkrete Gesetze gießt.

Land fördert Pflege in den eigenen vier Wänden

Angesichts des Umstandes, dass die Pflege ganz überwiegend zu Hause, also in den eigenen vier Wänden, stattfindet, fördert und stärkt das Land Angebote der Kurzzeitpflege und die Unterstützungsstrukturen im Vor- und Umfeld von Pflege. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts belegen einmal mehr, dass der Großteil der Pflege zu Hause geleistet wird. Ohne das großartige Engagement der An- und Zugehörigen wäre eine Sicherstellung der Pflege für die Bevölkerung unmöglich.

Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Einrichtungen insgesamt zugenommen hat. Die Zahl der stationären Pflegeeinrichtungen hat sich dabei auf 2.059 Einrichtungen erhöht.

Erfreulicher Trend bei generalistischer Pflegeausbildung

Obwohl ein geringer Rückgang der Auszubildenden in den Pflegeeinrichtungen festgestellt wurde, zeigt die Gesamtzahl der Neueintritte in die generalistische Pflegeausbildung über alle Sektoren (ambulant, stationär, akut) hinweg ein anderes Bild. Ausgehend von den Eckdaten zur Statistik der Pflegeausbildung konnten für das Jahr 2023 etwa 7.300 Eintritte in die generalistische Pflegeausbildung verzeichnet werden. Damit ist die Zahl der Neueintritte gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent gestiegen. Wir gehen insoweit auch von weiteren Steigerungen im Jahr 2024 aus. Positiv auf die Ausbildungszahlen dürften sich insbesondere die weiter verbesserten Rahmenbedingungen in der Pflege ausgewirkt haben. Diesen erfreulichen Trend möchten wir weiter verstärken durch die zahlreichen, bereits ergriffenen Maßnahmen im Bereich der Pflegeausbildung und der Gewinnung in- und ausländischer Fachkräfte.“

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 11. März 2025: 2023 waren rund 625.000 Menschen in Baden-Württemberg pflegebedürftig

Weitere Meldungen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Anzeige nach der Karenzzeitregelung

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) spricht bei der Auftaktsitzung der Zukunftskommission für Baden-Württemberg.
Verwaltung

Land und Kommunen starten Entlastungsoffensive

Luftaufnahme des Bodensees mit niedrigem Wasserstand und freigelegtem Uferbereich neben bewaldetem Land
Klimaschutz

Folgen des Hitzesommers 2026 und entsprechende Maßnahmen

Gruppenbild mit EU-Generaldirektorin Kerstin Jorna (5. von links) und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (4. von rechts)
Wirtschaft

EU-Generaldirektorin Kerstin Jorna besucht Baden-Württemberg

Sechs Personen unterhalten sich auf einem Balkon eines mehrstöckigen Gebäudes mit sichtbaren Betonstützen und Pflanzgefäßen
Wohnen

Land will Mietpreisbremse verlängern

Gründungsveranstaltung Medicus
Digitalisierung

MEDI:CUS-Plattform wird zukunftsfest aufgestellt

Drei jugendliche Berufsschüler und eine lächelnde Berufsschülerin erkunden gemeinsam die Funktionsweise eines Tablets, das einer der Schüler in der Hand hält.
Berufliche Bildung

Klare Regeln für die Förderung von Auszubildenden im Blockunterricht

Wappen der Polizei Baden-Württemberg. (Bild: © Steffen Schmid)
Sicherheit

Start der zweiten landesweiten Sicherheitsbefragung

In drei übereinander angeordneten Bildausschnitten sind die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen zu sehen; sie sitzen jeweils in separaten Büros an einem Schreibtisch mit den jeweiligen Länder-Flaggen.
Automobilwirtschaft

Drei Autoländer – eine gemeinsame Botschaft

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Aktion „WIR FÜR EUCH“ zum Schulstart

Europafahne
Internationale Zusammenarbeit

Europa und Kanada müssen noch enger zusammenrücken

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Berufliche Ausbildung

Land fördert praxisnahe Berufsorientierung von Jugendlichen

Kinder beim Schwimmunterricht.
Schulsport

Land prüft Vergabe von Rettungsschwimmernachweisen

Eine Ärztin impft ein junges Mädchen mit einer Spritze in den Oberarm.
Gesundheitsschutz

Baden-Württemberg stärkt Impfschutz mit Aktionsplan

Das Opernhaus in Stuttgart (Foto: © dpa)
Sanierung Opernhaus

Expertenanhörung zur Sanierung der Stuttgarter Oper vorgeschlagen