Landesverteidigung

Kabinett beschließt Bau-Turbo für die Bundeswehr

Mit Anpassungen im Landesrecht will die Landesregierung Infrastrukturvorhaben der Bundeswehr in Baden-Württemberg erleichtern oder beschleunigen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Hinweisschild mit dem Schriftzug „Bundeswehr“ steht auf dem Gelände einer Bundesliegenschaft.
Symbolbild

Der Ministerrat hat auf seiner Sitzung am Dienstag, 16. Dezember 2025, beschlossen, das von der Lenkungsgruppe Verteidigung und Resilienz erarbeitete „Gesetz zur Förderung von Bauvorhaben der Bundeswehr“ in den Landtag einzubringen. „Angesichts der zunehmenden militärischen Bedrohung in Europa, insbesondere durch Russland und seine Verbündeten, müssen wir unsere Verteidigungsfähigkeit stärken. Verteidigungsfähig werden, um sich nicht verteidigen zu müssen – darum geht es. Es wird Übungen und Truppenverlegungen geben, die Bundeswehr benötigt mehr und neue Infrastruktur. Meine Landesregierung hat deshalb unter Hochdruck Anpassungen im Landesrecht geprüft, mit denen Infrastrukturvorhaben der Bundeswehr erleichtert oder beschleunigt werden können. Wo immer möglich, soll es einen Vorrang für Verteidigung geben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats.

Meine Landesregierung hat unter Hochdruck Anpassungen im Landesrecht geprüft, mit denen Infrastrukturvorhaben der Bundeswehr erleichtert oder beschleunigt werden können. Wo immer möglich, soll es einen Vorrang für Verteidigung geben.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, erklärte: „Wir leben in hochdynamischen Zeiten: Wir haben Krieg in Europa, Russland ist eine Bedrohung und auf die Vereinigten Staaten können wir uns nicht mehr bedingungslos verlassen. Die Gefahrenlagen sind vielschichtig. Wir müssen also unsere Verteidigungsfähigkeit stärken, unsere Widerstandsfähigkeit massiv erhöhen und Sicherheitsstrategien anpassen, um die Menschen im Ernstfall bestmöglich zu schützen – und das auf allen Ebenen. Dieses Gesetz ist daher ein zentraler Baustein, um den Schutz unseres Landes vor Bedrohungen von außen rasch wieder herzustellen.“

Bauministerin Nicole Razavi, deren Ressort den Gesetzentwurf federführend erarbeitet hat, sagte: „Mit dem Gesetz wollen wir sicherstellen, dass Bauvorhaben der Bundeswehr, die der Landesverteidigung dienen, schnell, einfach und unbürokratisch realisiert werden können.“ Bereits bislang habe die Bundeswehr in Baden-Württemberg bei ihren Bauvorhaben kein förmliches Genehmigungsverfahren durchlaufen, sich allerdings gleichwohl an die entsprechenden Landesvorschriften halten müssen, erläuterte Razavi. „Nun gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir befreien die Bundeswehr beim Bau von Anlagen, die der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands dienen, von allen materiell-rechtlichen Vorschriften des Landes.“ Das betrifft unter anderem das Bauordnungsrecht, das Denkmalrecht, das Straßenrecht, das Wasserrecht und das Naturschutzrecht – Vorgaben, die sich aus höherrangigem Recht des Bundes und der Europäischen Union ergeben, müssen weiter eingehalten werden.

Gesetz zur Förderung von Bauvorhaben der Bundeswehr

Der Gesetzentwurf war im Rahmen der Lenkungsgruppe Verteidigung und Resilienz erarbeitet und vom Ministerrat Ende Oktober 2025 zur Anhörung freigegeben worden. Die Lenkungsgruppe wurde im Mai 2025 durch den Ministerrat eingerichtet und steht unter der Leitung von Staatsminister Jörg Krauss. Sie besteht aus den Amtschefs aller Ressorts beziehungsweise anlassbezogen weiteren Teilnehmenden. Neben dem Gesetzentwurf zur Förderung von Bauvorhaben der Bundeswehr hat sich die Lenkungsgruppe unter anderem auch mit den Planungen für einen Hyperschallkanal und einen Innovationscampus Verteidigung befasst.

Der Normenkontrollrat sowie die Bundeswehr begrüßten im Rahmen der Anhörung das Vorhaben ausdrücklich, die Natur- und Forstverbände äußerten hingegen Kritik. Da bundes- und europarechtliche Standards des Umwelt-, Klima- und Naturschutzes vom Gesetzentwurf unberührt bleiben, besteht allerdings aus Sicht der Landesregierung weiterhin ein angemessenes Schutzniveau.

Bauvorhaben im Sinne des Gesetzes sind alle Anlagen, die unmittelbar der Landesverteidigung dienen, wie zum Beispiel Gefechtsstände, Geschützstellungen, Funkanlagen, Flugplätze, Kasernen oder Versorgungslager. Es können darunter aber beispielsweise auch Wohnsiedlungen für Militärpersonen und ihre Angehörigen fallen, wenn eine räumlich-funktionale Zuordnung dieser Siedlungen zu bestimmten dienstlichen Einsatzorten des Militärpersonals besteht.

Pressemitteilung vom 20. November 2025: Sicherheitspolitischer Dialog zu Sicherheit und Verteidigung

Regierungserklärung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Thema Verteidigung und Resilienz am 23. Juli 2025

Pressemitteilung vom 28. Mai 2025: Runder Tisch Sicherheit und Verteidigung

Weitere Meldungen

Logo er Frauenwirtschaftstage 2026
Gleichstellung

22. Frauenwirtschaftstage eröffnet

Ehemalige Chapel auf dem Hospitalgelände in Heidelberg
Städtebau

Land fördert 45 Kommunen mit rund 16,6 Millionen Euro

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Hochschulen

Technologische Souveränität bei Künstlicher Intelligenz stärken

Staatssekretär des Ministeriums der Justiz und für Migration und Opferbeauftragter der Landesregierung Siegfried Lorek
Opferschutz

Modellprojekt „Prozessbegleitung Gewaltschutzverfahren“

GAP 2026
Landwirtschaft

Internationaler Agrarkongress in Stuttgart

Skulpturen von Homer (links) und Aristoteles stehen vor dem Haupteingang des Kollegiengebäude I (KG1) der Universität Freiburg während Menschen dazwischen hindurchgehen.
Forschung

Universität Freiburg erhält Exzellenztitel

Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg für besondere berufliche oder unternehmerische Leistungen, die der baden-württembergischen Wirtschaft dienen.
Auszeichnung

Wirtschaftsmedaille für BeneVit-Gründer Kaspar Pfister

Bei der Paneldiskussion „Wie viel Industriepolitik braucht Europa?“ in der Landesvertretung Baden-Württemberg hat sich die Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (links) mit Anna Cavazzini, Estelle Göger, Freya Lemcke und Daniele Pontarollo ausgetauscht.
Industrie

Bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft gefordert

Eine Apothekerin verkauft rezeptpflichtige Medikamente.
Wirtschaft

GKV-Reform darf Pharmastandort nicht schwächen

Minister Moritz Oppelt unterzeichnet den Staatsvertrag
Justiz

Mehr Überwachung von Gewalttätern durch elektronische Fußfesseln

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

Land fördert 27 Maßnahmen zur Flächengewinnung durch Innenentwicklung

Wetter in Baden-Württemberg
Kommunen

Zusatzbezeichnung „Mühlendorf“ für Ottenhöfen im Schwarzwald

Logo von Start up BW
Start-up BW

Land bringt Start-up-Ökosystem zusammen

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt bleibt unter Druck

von links nach rechts: Thomas Uhl von der Justizvollzugsanstalt Ravensburg, Amtschefin des Ministeriums der Justiz und für Migration Gerda Windey, Kevin Brennecke von der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Justiz

108 neue Vollzugsanwärter