Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen
Verkehrsminister Winfried Hermann hat dem Ministerrat am Dienstag, 3. Februar 2026, über Maßnahmen für sichere Wege zur Schule berichtet. Bereits seit 2022 gibt es das Programm „MOVERS – Aktiv zur Schule“, mit dem die selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen gefördert werden soll. Ein zentraler Baustein für sichere Schulwege ist die Einrichtung von Schulstraßen und Schulzonen. Sie schaffen vor Schulen zeitweise oder dauerhaft autofreie Bereiche und entschärfen gefährliche Situationen genau dort, wo Kinder besonders schutzbedürftig sind. Ein Erlass des Verkehrsministeriums erleichtert den Kommunen in Baden-Württemberg seit August 2025 die Einführung deutlich: rechtliche Fragen wurden geklärt, bürokratische Hürden gesenkt, aufwendige Verkehrszählungen sind nicht mehr erforderlich. Nun wird ein neuer, praxisorientierter Leitfaden (PDF) zur Umsetzung von Schulstraßen und -zonen veröffentlicht und damit die Umsetzung gezielt vorangetrieben.
Neue Führungsgrundsätze in der Landesverwaltung
Die Landesregierung hat bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Verwaltungsmodernisierung und -vereinfachung getroffen, beispielsweise die Gründung der Entlastungsallianz oder die Einrichtung des Normenkontrollrats (NKR). Um darüber hinaus auch eine Veränderung in der Führungskultur der Verwaltung zu bewirken und ein lösungsorientiertes Handeln anzuregen, hat der Ministerrat heute neue Führungsgrundsätze (PDF) beschlossen, die für alle rund 4000 Führungskräfte in der Landesverwaltung (ohne Polizei, Hochschulen, Lehrpersonal und Justiz) bindend sind und Kompass und Richtschnur für ein kontinuierliches Fortbildungsangebot nach einheitlichen Grundsätzen in der Landesverwaltung sein sollen.
Land stellt Initiative „NaturErleben PLUS“ vor
Die Landesinitiative „NaturErleben PLUS“ soll Naturerfahrungen und Outdoor-Pädagogik in Kindertagesstätten und Schulen stärken. Mit einem Budget von drei Millionen Euro im Jahr 2025 und sieben Millionen Euro ab 2026 soll die Initiative ökologisches Wissen, Artenkenntnis, das Verständnis ökologischer Zusammenhänge und einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen vermitteln. Gefördert werden Projekte, die bewusst im Freien stattfinden und Natur sinnlich erlebbar machen. Es gibt vier Handlungsbereiche, die gefördert werden: Fachpersonal mit dem Schwerpunkt „Artenkenntnis“, Naturerfahrungsprojekte, Kooperationsmaßnahmen mit Großschutzgebieten und Naturerfahrungsmaßnahmen externer Bildungspartner. Die Anträge werden von der Koordinierungsstelle der Landesinitiative geprüft und bewertet. Schulbauernhöfe und Naturparks sollen ebenfalls gefördert werden, um Schulklassen Aufenthalte zu ermöglichen. Dabei soll das Erleben von Natur, die Artenkenntnis und eine nachhaltige Entwicklung vertieft werden. Insbesondere die Naturparke sollen in ihrer Bildungsarbeit für eine nachhaltige Entwicklung gestärkt werden, indem sie eine intensivere Vernetzung der Großschutzgebiete und zusätzliche Unterstützung von Naturparkschulen und -kindergärten erhalten.
Umweltportal Baden-Württemberg: NaturErleben-App
Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Schulgarteninitiative
Umsetzungsstand Roadmap Strategiedialog Landwirtschaft
Die im Rahmen des Strategiedialogs Landwirtschaft erarbeiteten Maßnahmen für die Landesregierung wurden zur Umsetzung im Dezember 2024 als Roadmap (PDF) beschlossen. Staatssekretär Florian Haßler berichtete dem Ministerrat heute vom aktuellen Umsetzungsstand ausgewählter Maßnahmen.
Im Staatsministerium wurde im Frühsommer 2025 ein Runder Tisch Bildung mit allen betroffenen Bildungsträgern und Ressorts veranstaltet, in dem weitere Aktivitäten beschlossen wurden, um die Themen Landwirtschaft und Biodiversität in der Bildung besser zu verankern. Das Landwirtschaftsministerium hat unter anderem mit dem Kulturlandschaftsrat ein neues Beratungsgremium geschaffen, bestehend aus Marktbeirat und Beirat für nachhaltige Landwirtschaft und Ökosystemdienstleistungen. Außerdem wurden für 2026 zwei neue Fördermaßnahmen geschaffen, die die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Baden-Württemberg unterstützen. Im Bereich des Umweltministeriums wurden die Biodiversität und Klimaanpassung im Obstbau gefördert und Wiedervernässungsmaßnahmen im Moorschutz ergriffen. Daneben konnten Landschaftserhaltungsverbände gestärkt und Beratungsangebote ausgeweitet werden. Das Wissenschafts- und Forschungsministerium hat ein Förderprogramm auferlegt, um Forschung und Entwicklung im Bereich Ökolandbau zu fördern. Das Kultusministerium veröffentlichte im Juli 2025 einen weiterentwickelten Orientierungsplan für Kitas (PDF), der die Themen Ernährung, Kochen, und Essen stärker berücksichtigt.
Erfolgreiche Spitzenforschung in Baden-Württemberg
Der Ministerrat wurde heute über die aus dem Erfolg des Landes im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder resultierenden Unterbringungsbedarfe informiert. Unter den bundesweit 70 ausgewählten Exzellenzclustern des Förderzeitraumes 2026 bis 2032 sind 13 aus Baden-Württemberg. Damit hat das Land erneut seinen Ruf als Spitzenstandort der Forschung bestätigt und sogar ausgebaut. Für den dadurch entstehenden zusätzlichen Flächenbedarf wurden eine Ausnahmegenehmigung entsprechend dem Energie- und Klimaschutzkonzept und eine finanzielle Unterstützung zur Umsetzung der Unterbringungskonzepte bewilligt. Der geschätzte Finanzierungsbedarf für die Maßnahmen beträgt rund 400 Millionen Euro für die reine Unterbringung der Exzellenzcluster.
Innovativer Holzeinsatz im Bausektor
Landwirtschaftsminister Peter Hauk berichtete dem Ministerrat heute vom innovativen Holzeinsatz im baden-württembergischen Bausektor. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren als bundesweiter Vorreiter für klimaschonendes und ressourceneffizientes Bauen mit Holz etabliert. Maßgeblich dazu beigetragen hat unter anderem die seit 2018 bestehende Landesstrategie der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg. Dadurch konnten Holzbauprojekte, Klimaschutz und Arbeitsplätze im ländlichen Raum gefördert werden. Nichtsdestotrotz ist der Holzbau insbesondere im Objekt- und Geschossbau noch nicht flächendeckend zum Standard geworden und bietet deutliche Ausbaupotenziale. Aufgrund aktueller Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Klima, kann der Holzbau als Vorbild für regionale, nachhaltige und auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Wirtschaftsmodelle dienen. Um die Vorreiterrolle Baden-Württembergs zu stärken, liegen die künftigen Schwerpunkte daher in der flächenschonenden Stadt- und Dorfentwicklung, dem Ausbau digitaler Planungs- und Bauprozesse sowie der Anpassung rechtlicher und förderpolitischer Rahmenbedingungen an Klima- und Ressourcenschutzziele.
















