Forschung

Landesforschungspreise 2026 nach Tübingen, Mannheim und Freiburg

Die Landesforschungspreise 2026 gehen an Prof. Dr. Largus Angenent von der Universität Tübingen, Prof. Dr. Irena Kogan von der Universität Mannheim und Prof. Dr. Robert Zeiser von der Universität Freiburg.

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Preisträger Landesforschungspreis 2026
Die Preisträger des Landesforschungspreises 2026: Prof. Dr. Largus Angenent (links), Prof. Dr. Irena Kogan (Mitte), Prof. Dr. Robert Zeiser (rechts)

Der mit insgesamt 200 000 Euro höchstdotierte Preis eines Landes für Forschung würdigt in diesem Jahr herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Mikrobiotechnologie, der Migrationsforschung und in der Immunologie. 

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Die drei Ausgezeichneten stehen einmal mehr für die enorme Bandbreite und Qualität der Forschung in Baden-Württemberg. Ihre Arbeiten reichen von innovativen Lösungen für eine klimaneutrale Nahrungsmittelversorgung über zentrale Fragen gesellschaftlicher Integration bis hin zu wegweisenden Fortschritten in der Krebsmedizin. Alle drei verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Wir gratulieren herzlich!“

Zwei Auszeichnungen in der Grundlagenforschung

In der Grundlagenforschung vergibt die Jury aufgrund der außergewöhnlich hohen Qualität der Einreichungen zwei Preise: an Prof. Dr. Largus Angenent von der Universität Tübingen und Prof. Dr. Irena Kogan von der Universität Mannheim. Der Landesforschungspreis für Angewandte Forschung geht an Prof. Dr. Robert Zeiser von der Universität Freiburg. Der Landesforschungspreis wird am 11. Juni 2026 in Stuttgart verliehen.

Prof. Dr. Largus Angenent forscht zur nachhaltigen Nutzung mikrobieller Gemeinschaften in der Energiegewinnung und zur Reinigung von Umweltverschmutzungen. Prof. Dr. Irena Kogan, eine führende Soziologin, hat wichtige Beiträge zur Erforschung von sozialer Ungleichheit, Migration, Ethnizität, Übergängen von Schule zu Beruf sowie vergleichenden Sozialstrukturanalysen geleistet. Prof. Dr. Robert Zeiser verbindet immunologische Grundlagenforschung mit klinischer Anwendung und setzt mit seinen Arbeiten zu Stammzelltransplantationen und Immuntherapien neue Maßstäbe in der Krebstherapie. Seine Forschung hat bereits zu innovativen Behandlungsstrategien geführt und die Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessert.

Die Vergabe der Preise erfolgt auf Vorschlag eines Auswahlausschusses unter dem Vorsitz des Präsidenten der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich.

Die Preisträger im Überblick

Prof. Dr. Largus Angenent (Universität Tübingen): Seine Forschung konzentriert sich auf die optimale Nutzung von Bakterien in der Gasfermentation, einer wichtigen Quelle für die saubere Energie der Zukunft. Durch die Analyse der Zusammensetzung und des Zusammenspiels von Mikrobengemeinschaften in verschiedenen Umgebungen, wie beispielsweise in der Luft von Krankenhäusern oder in Fermentierungsanlagen, hat er grundlegende Erkenntnisse gewonnen, die er erfolgreich in Anwendungen umsetzt. So entwickelt und optimiert er in seiner eigenen Firma Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan, was einen wichtigen Schritt zu einer nachhaltigeren Energieversorgung darstellt.

Prof. Dr. Irena Kogan (Universität Mannheim): Sie erforscht Bildungs- und Berufschancen von Migrantinnen und Migranten. Sie leitet am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) das vom Europäischen Forschungs­rat geförderte Projekt „Partner­schafts­bildung von Geflüchteten in Deutschland“ (PARFORM), das Partner­schafts­prozesse im Kontext ungleicher Geschlechterverteilung und ausgeprägter kultureller und sozialer Distanz unter­sucht. Ihre Forschung liefert wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die mit Migration und Integration verbunden sind, und trägt damit zur Entwicklung von effektiven Strategien für eine integrativere Gesellschaft bei.

Prof. Dr. Robert Zeiser (Universität Freiburg): Sein Ziel ist es, neue Erkenntnisse über Immunvorgänge bei Tumorerkrankungen und Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen zu gewinnen, um diese in klinische Studien und letztendlich in die Zulassung neuer Medikamente umzusetzen. Durch seine Arbeit hat er einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung innovativer Therapieansätze und Diagnoseverfahren geleistet, die bereits zu neuen Therapien und veränderten Behandlungsleitlinien geführt haben.

Landesforschungspreis Baden-Württemberg

Der Landesforschungspreis würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Leistungen aller Disziplinen. Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus unterschiedlichen Bereichen – von der Biologie über die Philologie bis zur Finanzwissenschaft. Als höchstdotierter Forschungspreis eines Bundeslandes werden je 100.000 Euro an eine Forscherin oder einen Forscher aus der Grundlagenforschung und eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler aus der anwendungsbezogenen Forschung vergeben.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die Möglichkeit, ein Forschungsvorhaben ihrer Wahl anzugehen. Über die Vergabe des Landesforschungspreises entscheidet eine interdisziplinäre Jury aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Mediathek: Bilder zum Herunterladen

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