Europa

Kretschmann auf Delegationsreise in der Schweiz

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Arbeitsgespräch mit dem Regierungsrat des Kantons Zürich
Besuch der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich)
Podiumsdiskussion in Zürich zum Thema: „Klimaschutz und Versorgungssicherheit: Aufbruch oder Rolle rückwärts für die grüne Transformation?“

Zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einer Delegation für zwei Tage in die Schweiz gereist. Die Schweiz ist einer der wichtigsten Handelspartner von Baden-Württemberg. Das Land will die Kooperation bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder im Gesundheitsbereich weiter intensivieren.

„Für die Landesregierung ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Schweiz als einem unserer wichtigsten Handelspartner von ganz besonderer Bedeutung. Uns verbindet insbesondere, dass sowohl die Schweiz als auch Baden-Württemberg wichtige Hightechstandorte sind und einen leistungsstarken Mittelstand haben. Von der engen Zusammenarbeit und dem grenzüberschreitenden Austausch profitieren daher beide Seiten“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstag, 28. April 2022, in Zürich zum Auftakt seiner Delegationsreise in die Schweiz, die ihn am Freitag, 29. April 2022, noch nach Basel führen wird.

Kooperation bei Zukunftsthemen weiter intensivieren

„Aktuell erleben wir ja einmal mehr, wie sehr uns die Abhängigkeit von Großmächten wie China und Russland beeinträchtigt“, so Kretschmann: „Vor diesem Hintergrund muss Europa noch näher zusammenrücken. Es ist für uns von herausragender Bedeutung, dass wir die Kooperationen mit der Schweiz bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Mobilität, im Energiesektor oder Gesundheitsbereich weiter intensivieren. Gleichzeitig verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen der Schweiz und Europa.“

Begleitet wird Ministerpräsident Kretschmann von der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, dem Minister für Verkehr, Winfried Hermann, dem Staatssekretär im Staatsministerium und Vertreter des Landes bei der Europäischen Union, Florian Hassler, den Landtagsabgeordneten Niklas Nüssle (Grüne) und Emil Sänze (Alternative für Deutschland) sowie der Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Freiburg Bärbel Schäfer.

Gespräch über die Folgen des gescheiterten Rahmenabkommens

Zum Start der Reise findet ein Arbeitsgespräch an der kantonalen Universität Zürich mit dem Regierungsrat des Kantons Zürich statt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen des gescheiterten Rahmenabkommens vor allem in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht sowie grenzüberschreitende Verkehrs- und Klimaschutzthemen wie etwa die Initiative klimaneutraler Bodensee oder die Umsetzung der Verkehrsstudie Hochrhein-Bodensee.

Florian Hassler, Staatssekretär für politische Koordination und Europa, machte deutlich: „Der bilaterale Weg zwischen der Europäischen Union (EU) und der Schweiz ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit. Die Rahmenbedingungen werden zwar in Brüssel und Bern verhandelt und abgeschlossen – aber bei uns in Baden-Württemberg oder in Zürich wirken sie sich sehr konkret aus. Die mögliche Erosion der bilateralen Verträge bereitet uns große Sorgen. Es entstehen neue, längst überwundene Hürden beim Handel und bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.“ Auch neue Kooperationen und Abkommen in Bereichen, die noch nicht über Bilaterale Verträge geregelt sind, würden erschwert – etwa im Energiebereich, Klimaschutz, Gesundheitswesen. „Wir werden deshalb als Mittler weiter intensive Gespräche mit allen Beteiligten führen, damit die offenen institutionellen Fragen zwischen der EU und der Schweiz bestmöglich gelöst werden“, so Hassler.

Zusammenarbeit bei Schlüsselbranchen der Zukunft

Am frühen Nachmittag ist dann ein Besuch der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) vorgesehen. Hier bestehen mit Blick auf die Gesundheitswirtschaft und künstliche Intelligenz als Schlüsselbranchen der Zukunft bereits enge Kooperationen – etwa mit dem Cyber Valley in Tübingen, dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung oder dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung. Diese Zusammenarbeit soll erweitert und vertieft werden.

„Die abgebrochenen Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU haben negative Folgen auch für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – auf beiden Seiten“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Wir dürfen die exzellenten Hochschulkooperationen zwischen dem Kanton Zürich und Baden-Württemberg keinesfalls erodieren lassen. Daher freue ich mich sehr, dass neue Initiativen für grenzüberschreitende Graduiertenschulen kraftvoll vorangebracht werden. Das ist ein klares Signal aus der Wissenschaft für ein gemeinsames Europa.“ Die Forschungskollaborationen sind im Bereich der Systembiologie und medizinischer Anwendungen geplant. So gibt es vorbehaltlich der Finanzierung derzeit Planungen für Graduiertenschulen zwischen der ETH Zürich und dem Max-Planck-Institut für Medizinforschung in Heidelberg sowie zwischen der ETH, der Universität Basel und der Universität Heidelberg im Bereich „Molecular Systems Engineering“.

Podiumsdiskussion zum Thema grüne Transformation

Am Abend findet im Züricher Kulturhaus Kosmos eine öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Titel „Klimaschutz und Versorgungssicherheit: Aufbruch oder Rolle rückwärts für die grüne Transformation?“ statt. Auf dem Podium vertreten sind neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Zürcher Nationalrätin Corina Gredig sowie der Schweizer Ökonom und Politologe Philipp Hildebrand.

Am Freitag, 29. April 2022, wird die Delegationsreise im Kanton Basel-Stadt fortgeführt. Dort wird nach einem Gespräch mit der Kantonsregierung eine Gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Auf dem Programm stehen zudem ein Besuch bei der Hoffmann-La Roche AG und eine Führung durch das Smart City Lab Basel.

Pressemitteilung vom 29. April 2022: Kretschmann besucht Basel

Mediathek: Bilder zum Herunterladen

Weitere Meldungen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit den Mitgliedern des Normenkontrollrats Baden-Württemberg
Bürokratieabbau

Normenkontrollrat übergibt Tätigkeitsbericht 2025

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Digitaler Knoten Stuttgart

Digitale Ausrüstung von Schienenfahrzeugen gefördert

Ein Wanderer betrachtet bei Bad Urach den Uracher Wasserfall. (Bild: dpa)
Geodaten

Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Grüne Woche 2026
Landwirtschaft

Baden-Württemberg bei der Grünen Woche 2026 erleben

Eine Frau tippt auf einem Tablet. Daneben liegt ein Smartphone.
GesellschaftsReport BW

Vielfältige Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Symbolbild: Symbolbild: Ein Passant geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei. Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag, 5. November 2019, sein Urteil zu Leistungskürzungen für unkooperative Hartz-IV-Bezieher verkündet. (Bild: picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)
Bürgergeld

Hoffmeister-Kraut unterstützt geplante Bürgergeld-Reform

Pressekonferenz LKA zu Terrorgram
Sicherheit

Kriminologische Studie zur deutschen „Terrorgramszene“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht den Sternsingerinnen und Sternsingern eine Geldspende.
Aktion Dreikönigssingen

Kretschmann empfängt Sternsingergruppen

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Landeswahlausschuss lässt 21 Landeslisten zu

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Schienenverkehr

Verbesserungen für Fahrgäste dringend notwendig

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Modernisierung der Wahlverfahren in der Justiz

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert