Wälder

Warnung vor den Eichenprozessionsspinnern

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma, saugt Eichenprozessionsspinner vom Stamm einer Eiche ab. Im Frühjahr und Somme breiten sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus.

Vorsicht vor Brennhaaren von Eichenprozessionsspinnern beim Waldspaziergang oder Waldarbeiten. Alte Nester sollten in keinem Fall angefasst oder selbständig entfernt werden. Die Gefahr durch Brennhaare von Eichenprozessionsspinnern ist zur Zeit des Raupenfraßes am höchsten.

„Die Eichenwälder im Land sind gerade grün geworden, da werden sie in manchen Regionen des Landes schon wieder kahl. Ursache hierfür sind die gefräßigen Raupen des Eichenprozessionsspinners. Die stark behaarten Raupen des Eichenprozessionsspinners können für Menschen, die allergisch reagieren, weitreichende Gesundheitsfolgen haben. Wer sich in der Nähe von befallenen Eichen aufhält oder arbeitet, sollte daher äußerste Vorsicht walten lasse.“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Montag, 9. Mai 2022 in Stuttgart.

Die winzigen Mikrohaare des Eichenprozessionsspinners (EPS) können Hautreizungen und Allergien bis hin zu asthmaartigen Symptomen auslösen. Der Kontakt mit diesen Raupen, die bis Mitte Juli auftreten oder mit den zurückbleibenden Häutungsresten, die noch Monate später im Wald zu finden sind, sollte daher unbedingt vermieden werden. Bei körperlichen Beschwerden nach einem Kontakt rät der Minister, einen Arzt aufzusuchen.

„Das Vorkommen der Raupen ist unbedingt den Forstdienststellen oder den Bürgermeisterämtern mitzuteilen, damit gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. In besonders schwierigen Fällen müssen die Raupen von fachkundigen Spezialisten reguliert werden. Vor Selbsthilfe, zum Beispiel in Hausgärten, ist nur zu warnen", betonte Minister Hauk. Er wies darauf hin, dass in besonders betroffenen Waldbereichen die Raupen zum Schutz der Menschen und zum Erhalt der Wälder im Mai reguliert würden.

Was macht den Eichenprozessionsspinner für den Menschen gefährlich?

Der Nachtfalter selbst ist harmlos. Während der Entwicklung der Raupen, bilden diese neben ihren langen feinen Härchen winzige, kaum erkennbare Brennhaare als Fressschutz aus, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Dies kann bei Menschen und Tieren Reaktionen auslösen „Die Haare der Raupe, die 0,1 bis 0,3 Millimeter lang sind, sind mit Widerhaken versehen, die eine schmerzhafte Entzündung der Haut und Schleimhäute auslösen können. Die Reaktionen können auch erst etliche Stunden nach der Berührung entstehen. Bitte achten Sie in den Wäldern auf entsprechende Warnhinweise und bleiben Sie möglichst auf den Wegen“, erklärte Minister Hauk.

Was tun beim Fund eines Eichenprozessionsspinner-Nestes?

Sollten Sie im Wald oder auf dem eigenen Grundstück ein Eichenprozessionsspinner-Nest entdecken, halten Sie unbedingt genügend Abstand und berühren Sie auf keinen Fall das Gespinst-Nest, auch nicht, wenn es schon alt ist. Sensibilisieren Sie unbedingt ihre Kinder, denn die interessant aussehenden Nester animieren oft zum Spielen. Ein Eichenprozessionsspinner-Nest an öffentlichen beziehungsweise stark frequentierten Plätzen sollten Sie der örtlichen Gemeinde melden. Dann wird entschieden, ob eine Entfernung durch Fachkräfte notwendig ist. Wichtig ist zudem, dass Haustiere, wie Hunde und Pferde möglichst keinen Kontakt mit den Nestern haben, denn auch hier gilt, ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für die Tiere.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Wald und Naturerlebnis

Das Blatt wenden – Gemeinsam für die Zukunft unserer Wälder

Aktuelle Hinweise zum Eichenprozessionsspinner

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Der Waldknigge

Weitere Meldungen

Grüne Woche 2026
Landwirtschaft

Baden-Württemberg bei der Grünen Woche 2026 erleben

Legehennen im Freien (Quelle: dpa).
Vogelgrippe

Verlängerung des Aufstallungsgebots

Kisten mit Gemüse und Obst.
Ernährung

Sechster Förderaufruf für regionale Bio-Produkte

von links nach rechts: Abteilungsleiter „Landwirtschaft" Dr. Konrad Rühl, Ministerialdirektorin Isabel Kling, Minister Peter Hauk und Abteilungsleiterin „Markt und Ernährung“ Petra Mock
Landwirtschaft

Spitzengespräch zu Erzeugerpreisen

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
Streuobst

Streuobstwiesen schützen und genießen

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Schmeck den Süden
Ernährung

Genussführer 2026 vorgestellt

Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
Landwirtschaft

Land fördert Unterstützungsnetzwerk für Land- und Weinwirtschaft

Eine junge Frau legt an Heiligabend mehrere Geschenke unter einen Weihnachtsbaum.
Verbraucherschutz

Verbrauchertipps zu Reklamation und Umtausch nach dem Weihnachtsfest

Feuerwerk am Nachthimmel
Silvester

Tiere vor Silvesterfeuerwerk schützen und Müll ordnungsgemäß entsorgen

Ein Silvesterböller wird mit einem Feuerzeug gezündet. (Foto: © dpa)
Silvester

Mit kleinem Feuerwerk sicher ins neue Jahr

Baden-Württemberg, Seebach: Fichten und eine Buche stehen im Nationalpark Schwarzwald im Nebel.
Bundesrat

Hauk fordert Entlastung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe

Fischer fischen im Bodensee (Foto: dpa)
Artenschutz

Projekt zum Fischartenschutz und Kormoranmanagement startet

Ein Integrationsmanager erarbeitet mit zwei jugendlichen Flüchtlingen aus Eritrea Bewerbungsschreiben. (Foto: © dpa)
Integration

Rund 1,55 Millionen Euro für Integrationsarbeit in ländlichen Räumen