Forschung

Forschungsvorhaben „Ultraeffizienzfabrik“ gestartet

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (Bild: © dpa)

Umweltminister Franz Untersteller hat bei der „Kick-off-Tagung für Digitalisierung & Ultraeffizienz“ in Stuttgart die Entwicklung einer sogenannten Ultraeffizienzfabrik angekündigt. Das Land benötige in Zukunft modernste Produktionsstätten mit geschlossenen Stoff- und Energiekreisläufen, so Untersteller.

„Die industrielle Produktion steht vor einem gewaltigen Umbruch“, hat Umweltminister Franz Untersteller bei der „Kick-off-Tagung für Digitalisierung & Ultraeffizienz“ in Stuttgart gesagt. „Als führende und innovative Wirtschaftsregion wollen wir daher in Baden-Württemberg eine effiziente Fabrik ohne Immissionen im städtischen Bereich entwickeln, die sogenannte Ultraeffizienzfabrik.“

Die Art und Weise, wie wir heute produzieren, gehöre auf den Prüfstand, sagte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Zum einen müsse in ökologisch immer sensiblere Gebiete eingedrungen werden, um den zunehmenden Rohstoffhunger der Welt zu stillen. So habe sich der globale Ressourcenverbrauch in den letzten 30 Jahren auf derzeit knapp 80 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt. „Dies bedroht und zerstört sowohl die Lebensgrundlage vieler Menschen als auch einmalige Naturregionen, außerdem geht damit ein Verlust an Biodiversität einher“, betonte Untersteller. „Daher benötigen wir in Zukunft modernste Produktionsstätten mit geschlossenen Stoff- und Energiekreisläufen, die die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient nutzen.“

Ultraeffizienzfabrik bietet große Chancen für Menschen, Unternehmen und Umwelt

Auch würden immer mehr Menschen in Städten leben, Studien der Vereinten Nationen gehen von fast 70 Prozent der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 aus, sagte der Umweltminister. In einer zunehmend vernetzten Gesellschaft und immer flexibler werdenden Arbeitswelt verwischten außerdem die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. „Sowohl für die Lebensqualität der Menschen als auch um die Umwelt zu entlasten, brauchen wir möglichst kurze Arbeitswege. Daher müssen die Produktionsstätten aus den Industriegebieten vor der Stadt wieder in die innerstädtischen Bereiche zurückkehren. Das geht aber nur, wenn die Fabriken ihre Nachbarschaft weder mit Lärm, noch mit Gerüchen oder mit schädlichen Abgasen belasten.“ Das innerstädtische Umfeld könne hiervon sogar profitieren, wenn zum Beispiel Abwärme aus dem Produktionsprozess für Heizzwecke an die Nachbarschaft abgegeben werde.

Mit seinem großen Forschungsvorhaben wolle das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zeigen, dass das Konzept der Ultraeffizienzfabrik funktioniere und welche große Chancen hiermit für die Menschen, die Unternehmen und die Umwelt verbunden seien, betonte der Minister. „Mit der heutigen Auftaktveranstaltung macht sich Baden-Württemberg auf den Weg, zusammen mit der Wissenschaft und der Wirtschaft eine Ultraeffizienzfabrik für Forschungs- und Demonstrationszwecke im Land zu entwickeln. Damit Baden-Württemberg auch künftig ein attraktiver Industriestandort sein wird, in dem die Produktion im Einklang mit den Menschen und der Natur steht.“

Weitere Informationen

Das Forschungsvorhaben ist Teil der ressortübergreifenden Digitalisierungsstrategie „digital@bw“. In verschiedenen Teilprojekten wird in dem Vorhaben zum Beispiel untersucht werden, wie die energie- und ressourceneffiziente Produktion der Zukunft aussehen soll, wie Abfallprodukte künftig ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll demontiert und die enthaltenen Rohstoffe bestmöglich wiederverwertet werden können oder welchen Beitrag die Digitalisierung hierbei leisten kann. Erste Ergebnisse des Vorhabens werden voraussichtlich im Jahr 2018 vorliegen.

Ultraeffizienzfabrik

Weitere Meldungen

Businessfrau sitzt an einem PC
Wirtschaft

Ungenutztes Arbeitskräfte­potenzial von Frauen

Logo von Start up BW
Start-up BW

SquareNeo GmbH gewinnt den Regional Cup Karlsruhe

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

ILA 2026
Luft- und Raumfahrt

Land setzt Zeichen für Innovation und Technologie

Logo von Start up BW
Gründungsprogramm

Starthilfe für junge Unternehmen

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

German Expo Pavilion / Hotaka Matsumura - German Pavilion - to download, click on "high-res download"
Kreislaufwirtschaft

Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Beratung Landwirtschaft
Landwirtschaft

Beratungssystem „Beratung.Zukunft.Land“ wird fortgeführt

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
Unternehmensgründungen

Pilotprojekt „Schneller Gründen“ gestartet

Sieger Regional Cup Südlicher Oberrhein
Start-up BW

AugRep GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Sieger Regional Cup Ludwigsburg
Start-up BW

Camperr im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“