Hochschulen

Erste vier Wrangell-Juniorprofessuren gehen nach Freiburg und Tübingen

Portraits der vier ausgewählten Wissenschaftlerinnen des Margarete von Wrangell-Programms
Die vier ausgewählten Juniorprofessorinnen (von links nach rechts): Dr. Silja Mordhorst, Dr. Marlene Walk, Dr. Theresa Jäckh und Dr. Kathrin Blumenstein

Mehr Frauen in der Wissenschaft: Im Rahmen des neuen Margarete von Wrangell-Juniorprofessorinnen-Programms hat das Land vier Wissenschaftlerinnen aus Freiburg und Tübingen ausgewählt. Das Programm soll die Chancengleichheit in der Wissenschaft voranbringen.

Das neue Juniorprofessorinnen-Programm des Landes ist erfolgreich gestartet: Vier ausgewählte Wissenschaftlerinnen aus Freiburg und Tübingen werden auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur unterstützt. Mit dem neu aufgelegten Margarete von Wrangell-Programm sollen hochqualifizierte Frauen im Wissenschaftssystem gehalten werden.

Chancengleichheit in der Wissenschaft voranbringen

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Wir müssen die Chancengleichheit in der Wissenschaft voranbringen. Dafür sind verlässliche und transparente Karrierewege in der Post-Doc-Phase entscheidend. Die Erfahrungen mit planbaren Qualifizierungsmöglichkeiten wie Juniorprofessuren zeigen, dass wir mit dem neuen Margarete von Wrangell-Programm die richtigen Anreize setzen. Mehr Frauen für die Wissenschaft zu gewinnen, ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Unser Land lebt von kreativen Menschen und guten Ideen aus allen Perspektiven.“

Dank der Förderung können die Juniorprofessorinnen für drei Jahre eine frisch promovierte Wissenschaftlerin beschäftigen, um so das eigene Forschungsprofil zu schärfen. Im Gegenzug erhält die Nachwuchswissenschaftlerin eine Vollzeitbeschäftigung und die Möglichkeit, sich für eine Post-Doc-Position wie Nachwuchsgruppenleiterin oder Juniorprofessorin zu qualifizieren.

Die ausgewählten Juniorprofessorinnen

Jeweils zwei Margarete von Wrangell-Juniorprofessuren gehen an Wissenschaftlerinnen der Universität Freiburg und an die Universität Tübingen.

  • Juniorprofessorin Dr. Kathrin Blumenstein ist Lehrstuhlinhaberin (mit Tenure Track) im Fachbereich Baumpathologie an der Universität Freiburg. Mit ihrer Forschung will sie die natürliche Widerstandskraft von Bäumen gegenüber mikrobiellen Schaderregern in Zeiten des Klimawandels stärken. Deshalb untersucht Kathrin Blumenstein die Wechselwirkung von Wirtsbäumen und der Mikrobiota, wie beispielsweise Pilzen und Bakterien. Durch den Klimawandel breiten sich unter anderem invasive Pathogene vermehrt aus und befallen durch Trockenstress geschwächte Bäume.
     
  • Dr. Marlene Walk ist seit Januar 2023 Juniorprofessorin (mit Tenure Track) für Public und Nonprofit Management an der Universität Freiburg. Für diese Position ist sie aus den USA zurückgekehrt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den interdisziplinären Themen Personalmanagement, organisationales Verhalten und organisationaler Wandel. Marlene Walk untersucht beispielsweise, warum Menschen für Nonprofit-Organisationen arbeiten und welche Faktoren sie in dem Bereich halten. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der Frage, wie Fach- und Lehrkräfte auf die Einführung von „Inklusion“ in Kindertagesstätten und Grundschulen reagieren – und wie sie ihre Arbeitsorganisation anpassen.
     
  • Dr. Theresa Jäckh ist Juniorprofessorin (mit Tenure Track) für die Geschichte des Mittelalters mit Schwerpunkt Mittelmeerraum und Naher Osten an der Universität Tübingen. Neben Geschichte hat sie Islamwissenschaft sowie Jüdische Studien studiert und dafür relevante Sprachen erlernt. Ihr Interesse gilt insbesondere der religiösen, sprachlichen, sozialen und kulturellen Vielfalt im islamisch und latein-christlich beherrschten Mittelmeerraum. Ziel ihrer Forschung ist es, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit im Hinblick auf ihre Rechtspraktiken zu durchdringen.
     
  • Dr. Silja Mordhorst ist seit April 2022 Juniorprofessorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität Tübingen. In Freiburg hat sie im Zuge des Fast-Track-Programms der Fakultät für Chemie und Pharmazie promoviert und anschließend an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich geforscht. Sie beschäftigt sich mit bioaktiven Naturstoffen, mit dem Ziel, „new-to-nature“-Verbindungen für medizinische und pharmazeutischen Anwendungen zu entwickeln. Solche Verbindungen können die Basis für neue Arzneimittel sein.

Margarete von Wrangell-Juniorprofessorinnen-Programm

Für das Margarete von Wrangell-Juniorprofessorinnen-Programm steht ein Budget von gut 14 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden 5,67 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellt. Mit diesen Mitteln lassen sich rund 50 Förderungen finanzieren.

Antragsberechtigt sind alle W1-Professorinnen (Juniorprofessorinnen, Tenure Track-Professorinnen), die an einer staatlichen Hochschule in Baden-Württemberg beschäftigt sind, in den ersten eineinhalb Jahren nach Amtsantritt. Unterstützt wird zudem die weitere Qualifizierung einer jungen Wissenschaftlerin, deren Promotion bei Antragsstellung weniger als zwei Jahre zurückliegt. Neben der Förderung des Beschäftigungsverhältnisses (E13/E14) steht für die frisch promovierte Wissenschaftlerin ein Qualifizierungsbudget von 5.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, das von der entsprechenden Hochschule finanziert wird.

Die Ausschreibung des Programms erfolgt fortlaufend. Die Anträge können ab sofort bis zunächst zum 31. Mai 2025 gestellt werden – sie werden fortlaufend bewilligt. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg bietet weitere individuelle Förderprogramme.

Weitere Meldungen

Auswärtige Kabinettssitzung in der Landesvertretung in Brüssel
  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 20. Februar 2024

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos.
  • Wasserstoffwirtschaft

Land fördert Wasserstoff­tankstellen in drei Gemeinden

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
  • Ländlicher Raum

Positionspapier zur Weiterent­wicklung des EFRE überreicht

Ein fünfjähriger Junge sitzt allein auf einer Schaukel auf einem Abenteuerspielplatz. (Bild: © dpa)
  • Soziales

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.
  • Gesundheits- und Pflegeberufe

Fachkräfteoffensive für mehr Pflegekräfte aus dem Ausland

Baden-Württemberg und die Vereinigten Arabischen Emirate vereinbaren Zusammenarbeit in Energie- und Wirtschaftsfragen (von links): Energieministerin Thekla Walker, Minister für Industrie und Fortschrittstechnologien der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Dr. Sultan Ahmed al Jaber, und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
  • Klimaschutz

Zusammenarbeit mit den Ver­einigten Arabischen Emiraten

Eine Hebamme hört mit einem CTG die Herztöne eines Babys ab.
  • Geburtshilfe

Land fördert Hebammenkreißsäle

Ein Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts Stuttgart hält eine Platte mit Gewebekulturen in seinen Händen. (Bild: Michele Danze / dpa)
  • Tierschutz

Land fördert Forschung zur Vermeidung von Tierversuchen

Screenshot der Website www.jumpz-bw.de mit Suchfeld für Beratungsstellen in der Nähe und Illustrationen von einem Jungen auf Skateboard und sitzende junge Frau
  • Familien

Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

  • Kultur

CO2-Rechner für Kultur­einrichtungen aktualisiert

Symbolbild: Ländlicher Raum. (Bild: Elke Lehnert / Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Ländlicher Raum

Online-Konsultation zur künf­tigen Ausrichtung von EFRE

Logo des Dr.-Rudolf-Eberle-Preises: Der Stauferlöwe in einem gelben Kreis steht vor dem Schriftzug „INNOVATION BW – Innovationspreis Baden-Württemberg – Dr.-Rudolf-Eberle-Preis“ auf weißem Hintergrund
  • Innovation

Innovationspreis 2024 ausgeschrieben

Porträtfoto Stefan Brockmann
  • Gesundheit

Stefan Brockmann wird Mitglied der Ständigen Impfkommission

Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Dr. Ute Leidig in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel mit Leinwand im Hintergrund.
  • Integration

Integrationsmanagement in Brüssel vorgestellt

Ein Schild mit der Aufschrift "Universitätsklinikum" steht in Mannheim an einer Einfahrt zum Universitätsklinikum.
  • Hochschulmedizin

Antrag für Universitätsklinikverbund Heidelberg/Mannheim

Brachebegrünung beim Winzerhof Vogel
  • Landwirtschaft

Ausnahme der Flächen­stilllegung rasch umsetzen

Ein Admiral (Vanessa atalanta) sitzt bei Bergatreute auf einer Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia).
  • Naturschutz

2,5 Millionen Euro für Naturschutzprojekte

Eine Familie sitzt am Frühstückstisch.
  • Familien

Bildungsfreizeiten für besonders belastete Familien

Ehemalige Tonofenfabrik in Lahr
  • Städtebau

„Nördliche Altstadt“ in Lahr erfolgreich saniert

Ein Ingenieur kontrolliert in einem Labor mit einem Mikroskop einen Chip zum Einsatz in einen Quantencomputer.
  • Forschung

Mikroorganismen als Helfer im Klimaschutz

Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht. (Foto: © dpa)
  • Notruf

Tag des Europäischen Notrufs 112

Züge der Regio S-Bahn Donau-Iller
  • Nahverkehr

Ausbau der Regio S-Bahn Donau-Iller

Ein Auszubildender im Handwerk arbeitet am an einer Berufsschule an einer Werkbank mit Holz.
  • HANDWERK

Land fördert Deutsches Handwerksinstitut

Blick in den Wald
  • Landwirtschaft

Europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur