Innovation

Testzentrum für Künstliche Intelligenz in der Produktion gefördert

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Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Übergabe des Förderbescheids an Vertreter des Netzwerks AI-Matters in Stuttgart.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Vierte von links) bei der Übergabe des Förderbescheids an Vertreter des Netzwerks AI-Matters in Stuttgart.

Ein Konsortium aus Baden-Württemberg erhält rund 7,9 Millionen Euro für ein Test- und Erprobungszentrum für Künstliche Intelligenz in der Produktion. Damit entsteht für die Wirtschaft im Land eine in Deutschland einmalige Infrastruktur, mit der Unternehmen bei der Einführung von zuverlässiger Künstlicher Intelligenz begleitet werden.

„Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Zukunftstechnologie, sie verändert bereits heute fast alle Branchen. Auch für das produzierende Gewerbe gilt es, die Chancen von KI jetzt zu ergreifen und für sich zu nutzen. Uns geht es vor allem um unsere kleinen und mittleren Unternehmen: Sie wollen wir unterstützen, die eigenen KI-Lösungen in Produktionsprozesse zu überführen und zur Marktreife zu bringen“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, am 20. April 2023 anlässlich der Übergabe eines Förderbescheids an Vertreter des Netzwerks AI-Matters in Stuttgart. „Mit noch mehr ‚KI made in BW‘ wollen wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Baden-Württemberg leisten und gleichzeitig unsere digitale Souveränität in Europa sichern“, so die Ministerin weiter. 

Fördermittel für Konsortium aus Baden-Württemberg

Das Netzwerk AI Matters konnte sich in einem von der Europäischen Kommission durchgeführten Wettbewerb um eine Förderung für die Errichtung von Test- und Experimentierinfrastrukturen für KI im Bereich Produktion erfolgreich durchsetzen. Es besteht aus 25 Einrichtungen aus acht Ländern der Europäischen Union (EU). Insgesamt erhält das Netzwerk 60 Millionen Euro an Förderung, davon 30 Millionen Euro von der EU und 30 Millionen Euro aus den beteiligten Mitgliedstaaten. Das Konsortium aus Baden-Württemberg, bestehend aus dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, demInstitut für Elektrische Energiewandlung und der ARENA2036 der Universität Stuttgart, ist zentraler Partner des Netzwerks und erhält rund 3,95 Millionen Euro von der EU. Das Land Baden-Württemberg stellt mit dem heute übergebenen Förderbescheid eine Kofinanzierung in gleicher Höhe.

 „Mit dem Test- und Erprobungszentrum für KI entsteht für die baden-württembergische Wirtschaft eine in Deutschland einmalige Infrastruktur, mit der Unternehmen bei der Einführung von zuverlässiger KI begleitet werden“, sagte der Institutsleiter des Fraunhofer IPA, Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, heute bei der Bescheidübergabe in Stuttgart. „Über das mit dem heutigen Förderbescheid vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der EU kofinanzierte Gesamtprojekt AI-Matters erhalten Unternehmen aus der Region und Deutschland insgesamt zusätzlichen Zugriff auf das geballte Know-how der führenden europäischen Forschungs- und Transferorganisationen für KI, Robotik und Automatisierung“, so Bauernhansl mit Blick auf das europäische Gemeinschaftsprojekt.

Netzwerk AI-Matters

Das Netzwerk AI-Matters wird Unternehmen aus ganz Europa ab 2024 voraussichtlich an sieben Standorten Test- und Experimentieranlagen zur Verfügung stellen. Das Fraunhofer IPA wird die deutschen Partner des Projekts (Fraunhofer IPA, Institut für Elektrische Energiewandlung und ARENA2036 der Universität Stuttgart sowie Physikalisch-Technische Bundesanstalt) koordinieren. Ab Mitte 2024 können Anbieter von KI-basierten Komponenten für das produzierende Gewerbe ihre Leistungen an den AI-Matters-Standorten in realistischer Umgebung testen, bewerten und gegebenenfalls zertifizieren lassen. Gerade auch kleine und mittlere Unternehmen mit Produktionsprozessen sollen ihre konkreten Einsatzszenarien für KI experimentell erproben können. Die Förderphase dauert bis Ende 2027.

Hintergrund zum EU-Wettbewerb

Im Rahmen ihres Programms „Digital Europe“ startete die Europäische Kommission am 15. Februar 2022 den Förderaufruf Cloud Data and TEF (DIGITAL-2022-CLOUD-AI-02). Insgesamt vier als „Testing and Experimentation Facility“ (TEF) bezeichnete Netzwerke in den Bereichen Produktion, Gesundheit, Agrarwirtschaft/Ernährung sowie Smarte Städte sollen mit EU-Mitteln in Höhe von insgesamt 110 Millionen Euro gefördert werden. Diese Förderung wird von den Mitgliedsstaaten in selber Höhe kofinanziert. Zentrales Anliegen aller „Testing and Experimentation Facility“ ist es, KI-Forschungsergebnisse in den genannten Bereichen zu marktfähigen KI-Lösungen weiterzuentwickeln. Für eine Bewerbung haben sich Forschungseinrichtungen aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten bereits im Vorfeld zu grenzüberschreitenden Netzwerken zusammengeschlossen. Im Bereich Produktion haben sich die deutschen Partner (neben den genannten Einrichtungen ist auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt Projektpartner) mit den international renommierten Forschungseinrichtungen CEA-LIST (Frankreich), DTI-Robotics (Dänemark), Brainport-Industries (Niederlande), CIIRC-CTU (Tschechien), Tecnalia (Spanien), MADE (Italien) und LMS (Griechenland) zum Netzwerk „AI-Matters“ vereint.

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