Verkehrswende

Land tritt Branchenvereinbarung für saubere Busantriebe bei

Das Land tritt der bundesweiten Branchenvereinbarung zur Umsetzung des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetzes bei – mit klaren Quoten für saubere und emissionsfreie Busantriebe.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
von links nach rechts: Yvonne Hüneburg, Geschäftsführerin WBO; Franz Schweizer, Präsident WBO; Verkehrsminister Winfried Hermann; Ulrich Weber, Geschäftsführer VDV Baden-Württemberg
von links nach rechts: Yvonne Hüneburg, Geschäftsführerin WBO; Franz Schweizer, Präsident WBO; Verkehrsminister Winfried Hermann; Ulrich Weber, Geschäftsführer VDV Baden-Württemberg

Baden-Württemberg tritt der bundesweiten Branchenvereinbarung zur Umsetzung des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetzes bei. Die Vereinbarung legt einen Mindestanteil emissionsfreier und sauberer Antriebe bei der Beschaffung neuer Busse fest. Verkehrsminister Winfried Hermann und Franz Schweizer, Präsident des Verbandes Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e. V. (WBO), haben die Vereinbarung gemeinsam in Stuttgart unterzeichnet.

Klare Zielvorgaben für emissionsfreie und saubere Antriebe

Verkehrsminister Hermann betonte bei der Unterzeichnung: „Mit dem Beitritt setzen wir ein starkes Signal für die Verkehrswende in Baden-Württemberg. Die Vereinbarung steckt den Weg zum emissionsfreien Busverkehr klar ab. Wir sind den Wünschen der Branche bei der Umsetzung des Beschaffungsgesetzes gefolgt. Ich erwarte, dass unsere Partner sich jetzt engagiert dafür einsetzen, dass die Zielvorgaben in Baden-Württemberg erfüllt werden. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass der Straßenverkehr in Zukunft sauberer, leiser und klimafreundlicher wird.“

WBO-Präsident Franz Schweizer sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Der Beitritt zur Branchenvereinbarung ist richtig und wichtig, weil so im Schulterschluss mit den anderen Bundesländern ein effizienter Klimaschutz ermöglicht wird. In Zeiten knapper Kassen der öffentlichen Hand und vor dem Hintergrund, dass die Antriebstransformation hohe Investitionskosten in Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur verursacht, ist zur Erreichung der Klimaziele die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zwingend erforderlich.“

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Baden-Württemberg und die Land- und Stadtkreise als Aufgabenträger für den Busverkehr sind bereits durch ihre Bundesorganisationen in der Vereinbarung vertreten. Die Busverbände und die Stadt- und Landkreise übernehmen mit dem Beitritt zur Branchenvereinbarung die Verantwortung dafür, dass die Mindestanteile des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetzes bei den Verkehrsunternehmen erfüllt werden. Die Verbände haben eine solche Branchenlösung gegenüber der alternativ erwogenen Regelung im Landesmobilitätsgesetz bevorzugt.

Ziel: Saubere Antriebe im Linienbusverkehr gemeinsam voranbringen

Das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz, welches aus Vorgaben der Europäischen Union (EU) entstanden ist, verpflichtet öffentliche Auftraggeber und Verkehrsunternehmen bei der Beschaffung von Bussen zur Einhaltung verbindlicher Anteile für saubere und emissionsfreier Fahrzeugantriebe. Saubere Fahrzeuge sind in einer EU-Richtlinie (2014/94/EU) (PDF) als solche Fahrzeuge geregelt, die mit alternativen Kraftstoffen oder anderen umweltfreundlicheren Antriebsarten betrieben werden. Darunter fallen zum Beispiel Fahrzeuge, die mit Biokraftstoffen betrieben werden, oder Plug-In-Hybride. Emissionsfrei sind Busse, die weniger als ein Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen. Für das Jahr 2025 müssen bei der Beschaffung neuer Busse mindestens 45 Prozent sauber angetrieben werden. Die Hälfte davon (22,5 Prozent) muss emissionsfrei sein.

Die Branchenvereinbarung ermöglicht es, diese Quoten flexibel und gemeinsam umzusetzen, indem der Erfüllungsgrad der einzelnen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger aufgerechnet werden kann. Über ein abgestimmtes Melde- und Auswertungsverfahren werden Daten zu Fahrzeugbeschaffungen transparent erhoben und die Einhaltung der Quoten abgesichert. Die Vereinbarung wurde zwischen zahlreichen Bundesländern, kommunalen Spitzenverbänden sowie Branchen- und Unternehmensverbänden des öffentlichen Personennahverkehrs geschlossen.

Der WBO – eine starke Rolle für baden-württembergische Verkehrsunternehmen

Für die Busbranche in Baden-Württemberg spielt der WBO eine wichtige Rolle. Als Unterzeichner und Mitglied in der Branchenvereinbarung vertritt er die Interessen vieler mittelständischer Verkehrsunternehmen im Land. Der Beitritt verpflichtet den Verband und seine Mitglieder, an der regelmäßigen Datenerhebung und Berichterstattung im Rahmen der Vereinbarung mitzuwirken und sich aktiv für die Erreichung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestquoten bei der Busbeschaffung einzusetzen.

Die Branchenvereinbarung

Die Branchenvereinbarung basiert auf dem Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz des Bundes und unterstützt die Umsetzung der Clean Vehicles Directive (EU) 2019/1161. Durch ein abgestimmtes Vorgehen auf Länderebene soll sichergestellt werden, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Quoten für saubere und emissionsfreie Busse im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erreicht werden. Zur Umsetzung wurde ein bundesweiter Koordinierungskreis eingerichtet, der Daten zur Fahrzeugbeschaffung analysiert und regelmäßig Empfehlungen zur Zielerreichung ausspricht.

Weitere Meldungen

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Vertragsunterzeichnung "Programm Flächendeckung" beim BMDS
Digitalisierung

Digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen

von links nach rechts: Gerald Knaus, Staatssekretär Siegfried Lorek, Birgit Sippel, Dr. Thomas Gutschker
Migration

Lorek fordert stärkere Positionierung der EU in der Migrationspolitik

Schematische Darstellung von CCS-Prozessen zur on-shore-Speicherung (links) und off-shore-Speicherung (rechts).
Klimaschutz

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Bildung

Mit MINT- und Begabtenförderung das Land zukunftsfest machen

Tag der Nationalhymne in Rumänien
Handwerk

Wirtschaftsministerin reist nach Rumänien

von links nach rechts: Prof. Peter Middendorf (Rektor der Universität Stuttgart), Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Jan Hesthaven (Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))
Sicherheit

Innovationen für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Auswahlprozess für neuen Jugendberaterkreis gestartet

Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Radverkehr

Radfahrabzeichen stärkt Fahrradkompetenz von Kindern

Ein Zug steht an einem neuen Bahnsteig.
Schienenverkehr

Land schreitet bei Reaktivierung von Schienenstrecken voran