Naturschutz

Land kauft natur- und klimaschutzwichtige Flächen

Baden-Württemberg hat 2024 für knapp 3,1 Millionen Euro rund 125 Hektar natur- und klimaschutzwichtige Flächen erworben.

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Steinkrebssee Löwenstein

Im Jahr 2024 hat das Land rund 125 Hektar an natur- und klimaschutzwichtigen Flächen erworben. Über 35 Hektar dieser Flächen sind Moore. Das Land hat dafür knapp 3,1 Millionen Euro investiert. Die Flächen wurden überwiegend aus Landesmitteln und aus Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds finanziert.

Umweltministerin Thekla Walker sagte: „Fast ein Viertel der erworbenen Gebiete sind Moore. Moorschutz ist natürlicher Klimaschutz, denn Moore binden Treibhausgase: Dieser Flächenerwerb ist damit ein wichtiges Puzzlestück auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Gleichzeitig sind Moore Lebensraum einer einzigartigen und vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und tragen so zum Erhalt der Artenvielfalt bei.“

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett betonte: „Mit den erworbenen Flächen investieren wir in unser Naturerbe und in unsere Zukunft. Ich bin den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Vermögen und Bau dankbar, dass sie so viele Erwerbsvorgänge erfolgreich abschließen konnten.“

Verteilung der Flächen

Nahezu 39 Hektar und damit fast ein Drittel der erworbenen Gesamtfläche wurden im Regierungsbezirk Karlsruhe gekauft. Im Rhein-Neckar-Kreis konnten 6,6 Hektar Flächen in Landeseigentum übergehen, darunter 1,9 Hektar Moore im Naturschutzgebiet „Hockenheimer Rheinbogen“. Auch konnten im Landschaftsschutzgebiet „Bergstraße-Nord“ wichtige Flächen für den Vogelschutz erworben werden. Das Gebiet stellt einer der letzten Standorte Baden-Württembergs für die stark gefährdete Vogelart „Zippammer“ dar. Damit können nun weitere Pflegemaßnahmen erfolgen, um die Standortbedingungen zu verbessern. Weitere wichtige Flächen kamen im Enzkreis mit rund sechs Hektar, im Landkreis Rastatt mit 3,5 Hektar und im Neckar-Odenwaldkreis mit 10,6 Hektar dazu. Darunter befinden sich Flächen im Naturschutzgebiet „Nüstenbachtal“, „Hessental“ und „Masseldorn“.

Im Regierungsbezirk Tübingen wurden über 38 Hektar für den Natur- und Klimaschutz erworben. Unter anderem konnten über 14 Hektar wertvolle Moorflächen im Landkreis Ravensburg gesichert werden. Dazu zählen Grundstücke in den Naturschutzgebieten „Bodenmöser“ und „Booser-Musbacher Ried“. Auch im Landkreis Biberach wurden über 7,6 Hektar Moore landeseigen, etwa im Naturschutzgebiet „Südliches Federseeried“. Das Gebiet ist ein bedeutender Lebensraum für seltene und gefährdete Arten und dient als wichtiges Brutgebiet für Wasser- und Zugvögel. Durch den Ankauf dieser Moorflächen wird der Schutz der sensiblen Ökosysteme und ihrer Pflanzen- und Tierwelt weiter gestärkt.

Mehr als 29 Hektar gingen im Regierungsbezirk Stuttgart in Landeseigentum über. Im Main-Tauber-Kreis wurden 12,8 Hektar an Naturschutzflächen erworben. Darunter befinden sich Flächen in den Naturschutzgebieten „Adell“ und „Haigergrund“. Auch im Landkreis Heidenheim investierte das Land in rund 2,3 Hektar. So etwa im Naturschutzgebiet „Kutschenberg-Heuschlaufenberg-Stürzelberg“. Im Hohenlohekreis konnten rund 2 Hektar im Naturschutzgebiet „Vogelhalde Sindringen-Ohrnberg" und im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Kochertal Schwäbisch Hall – Künzelsau“ erworben werden.

Im Regierungsbezirk Freiburg wurden rund 19 Hektar gekauft. Davon wurden allein im Breisgau-Hochschwarzwald rund 8,7 Hektar für den Naturschutz gesichert. Darunter zählen etwa Grundstücke in den Naturschutzgebieten „Unteres Seebachtal“ oder „Haselschacher Buck“. Weitere Grundstücke kamen im Landkreis Konstanz in den Naturschutzgebieten „Bodenseeufer" und „Radolfzeller Aachried“ hinzu. Dort wurden auch über 2 Hektar Moorflächen erworben.

Naturschutzstrategie des Landes

Der Erwerb von natur- und klimaschutzrelevanten Grundstücken gehört zur Naturschutzstrategie des Landes (PDF). Im Landeseigentum befinden sich über 12.000 Hektar natur- und klimaschutzwichtige Flächen. Dadurch schafft das Land die Grundlage, dass sich die Gebiete für den Naturschutz weiterentwickeln und sichert damit das Naturerbe. Für 2025/2026 stehen im Doppelhaushalt jeweils 2,75 Millionen Euro für den Kauf von Flächen für den Natur- und Klimaschutz bereit. Der Moorgrunderwerb wird dabei weiter intensiviert. Denn intakte Moore sind für den Klimaschutz besonders wichtig. Sie sind einer der effektivsten Kohlenstoffspeicher. Zudem bieten sie spezielle Lebensräume für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Ministerium für Finanzen: Naturschutz auf Landesflächen

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