Nahverkehr

Land fördert Tarifmaßnahmen zur Verbesserung des Nahverkehrs

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schüler an Haltestelle

Ziel der Landesregierung ist eine umweltverträgliche Mobilität. Der Nahverkehr spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das Land möchte deshalb nach der VVS-Tarifreform in Stuttgart auch in anderen Verkehrsverbünden Tarifmaßnahmen fördern.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zur VVS-Tarifreform teilte Landesverkehrsminister Winfried Hermann mit, dass sich das Land bereit erklärt hat, auch in anderen Verkehrsverbünden Tarifmaßnahmen zu fördern. Das Ziel hierbei ist vor allem, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Baden-Württemberg für die Bürger attraktiver zu machen. Diese Förderung des Landes erfolgt zusätzlich zur bereits bestehenden Verbundförderung.

ÖPNV-Tickets müssen einfacher und preiswerter werden

Ziel des Landes ist eine umweltverträgliche Mobilität. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der ÖPNV. „Die Fahrgastzahlen im ÖPNV steigen schon jetzt stetig an. Viele Städte in Baden-Württemberg sind aber Stau geplagt. Mit den Auto-Lawinen einher gehen Luft- und Lärmbelastungen. Nur ein Grund für uns, den ÖPNV attraktiver zu machen“, so Minister Hermann. Der Verkehrsminister erklärte weiter: „Mit dem neuen Förderansatz soll die Tariflandschaft vereinfacht und preislich attraktiver gestaltet werden. In der Vergangenheit wurde die Tariflandschaft im ÖPNV in Baden-Württemberg vielfach kritisiert: Sie sei unübersichtlich und mit zu vielen Verbundtarifen. Es gäbe zu viele Tarifangebote innerhalb eines Verbundtarifs und die einzelnen Tarife seien zu kompliziert. Außerdem würden benachbarte Verbundtarife in Zonen-Wabengröße, Tarifniveau und so weiter, zum Teil untereinander auch nicht zusammenpassen. Vor allem beklagten sich Bürgerinnen und Bürger darüber, dass die Tarife insgesamt zu hoch seien. Dies soll sich aber nun ändern.“

Kundenfreundliche Tarife als Voraussetzung eines attraktiven ÖPNVs

In den Koalitionsverträgen von 2011 und 2016 wurde als Ziel formuliert, die Tariflandschaft im ÖPNV in Baden-Württemberg zu modernisieren. Denn einfache und kundenfreundliche Tarife sind eine wichtige Voraussetzung für einen attraktiven ÖPNV.

Die Förderung von Tarifmaßnahmen ist daher so auszurichten, dass sie die gesetzten Ziele verfolgt. Entsprechend sollen nur diejenigen Maßnahmen gefördert werden, die mit einem tiefgreifenden Eingriff in die bestehenden Tarife verbunden sind und allen Fahrgästen zu Gute kommen. Kleinere Einzelmaßnahmen, die sich nur auf einzelne Tarifangebote oder bestimmte Fahrgastgruppen beschränken, wirken bezüglich des gesetzten Ziels nicht und sollen daher auch nicht gefördert werden.

Im Hinblick auf ein konsistentes Tarifsystem müssen die Maßnahmen dahingehend wirken, dass sich die Tarifstrukturen der Verbünde Schritt für Schritt angleichen. Das heißt, dass sich die Tarifangebote und das Tarifniveau aller Verbünde innerhalb einer bestimmten Bandbreite bewegen müssen, in der sich auch der bwtarif befinden wird.

Kriterien für eine Förderung von Tarifmaßnahmen

Die Förderung kann ab dem Jahr 2019 beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg beantragt werden. Mindestens eine der folgenden aufgeführten förderwürdigen Maßnahmen muss vom Verbund umgesetzt werden und dauerhaft angelegt sein:

Ziel: Vereinfachung der Tariflandschaft

Förderwürdige Maßnahme innerhalb eines Verbundes:

  • signifikante Reduzierung der Anzahl an Tarifzonen/-waben (um mindestens 50 Prozent gegenüber Status quo)
  • Reduzierung der Tarifangebote (um 30 Prozent - 50 Prozent gegenüber Status quo)
  • Reduzierung der Preisstufen (um 30 Prozent - 50 Prozent gegenüber Status quo)

Förderung: Fördersumme ist gleich der Höhe einer Jahresscheibe der Mindereinnahmen; wird verteilt über 6 Jahre in gleichen Raten oder abschmelzend ausgezahlt.


Ziel: Tarif-/Verbundkooperationen, Verbundfusionen

Förderwürdige Maßnahme über Verbundgrenzen hinweg

  • Schaffung von regionalen Verbundtarifgemeinschaften: mehrere Verbünde mit einem Gemeinschaftstarif mit Vollsortiment
  • Zusammenschluss von Verbünden

Förderung: 50 Prozent abschmelzend in 5-Prozent-Schritten über 10 Jahre


Ziel: preislich attraktiv

Förderwürdige Maßnahme: Absenkung des Gesamttarifniveaus
Förderung: 10 Prozent abschmelzend über 6 Jahre

 

Zum Erhalt der Landesförderung müssen die ÖPNV-Verbünde die erwartete Wirkung der gewählten Tarifmaßnahmen vorab durch einen geeigneten Nachweis, zum Beispiel durch ein Gutachten oder durch Modellrechnungen belegen. Es steht den Verbünden frei, auch Tarifmaßnahmen zu ergreifen, welche die genannten Kriterien nicht erfüllen. Diese Maßnahmen werden dann jedoch nicht über die allgemeine Verbundförderung hinaus vom Land gesondert gefördert.

Das Verkehrsministerium hat die Verkehrsverbünde bereits über die Fördermöglichkeiten informiert und bei einem Treffen mit den Verkehrsverbünden Anfang September das Thema ebenfalls erörtert.

Weitere Meldungen

Polizisten kontrollieren ein Auto.
Verkehrssicherheit

Autoposerszene bundesweit im Fokus

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Wirtschaft

Land fördert innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion

Bescheidübergabe am 31. März 2026
Wirtschaft

Land stärkt Automotive-Standort im Rems-Murr-Kreis

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schienenverkehr

Grundlage für Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenbau

500 Millionen Euro für Straßenerhalt im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Verkehr

Landesmobilitätsgesetz macht gute Mobilität einfacher

Siegerehrung Start-up BW Elevator Pitch Vorentscheid Rems-Murr
Start-up BW

Fibryx GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch"

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Leckage im Kernkraftwerk Philippsburg

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann