Radverkehr

Neuer Abschnitt des Radschnellwegs 4 zwischen Reichenbach und Ebersbach

Der Radschnellweg 4 wächst weiter: Mit dem Baubeginn für den neuen Abschnitt zwischen Reichenbach und Ebersbach setzt das Land nicht nur ein Zeichen für sichere Radverbindungen im Filstal.

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Der offene Streckenabschnitt für den Radschnellweg. Im Hintergrund ist eine Brücke zu erkennen.

Die bereits seit Herbst 2021 befahrbare Demonstrationsstrecke des Radschnellwegs (RS) 4 zwischen Reichenbach und Ebersbach wird um weitere 1,4 Kilometer in Richtung Bahnhof Reichenbach verlängert. Damit entsteht ein durchgehender rund 3,5 Kilometer langer, komfortabler Abschnitt des Radschnellwegs. Staatssekretärin Elke Zimmer, Heiko Engelhard, Leiter der Abteilung „Mobilität, Verkehr, Straßen“ im Regierungspräsidium Stuttgart sowie der Bürgermeister der Gemeinde Reichenbach, Bernhard Richter, besichtigten den Baufortschritt vor Ort.

Ausbau eines attraktiven Radnetzes

Staatssekretärin Zimmer erklärte: „Mit dem RS 4 entsteht eine Strecke, die den Alltag vieler Menschen erleichtert: weniger Stau, mehr Bewegung, mehr Freiheit. Der neue Abschnitt ist ein wichtiger Schritt hin zu einem durchgängigen, sicheren RadNETZ im Land. Wer einmal ausprobiert hat, wie komfortabel man hier radeln kann, möchte meist gar nicht mehr anders unterwegs sein. Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, schont das Klima und tut der eigenen Gesundheit gut. Bis 2030 sollen 20 Prozent der Wege in Baden-Württemberg mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Deshalb investieren wir konsequent in hochwertige Radinfrastruktur.“

Abteilungsleiter Engelhard vom Regierungspräsidium Stuttgart ergänzte: „Mit dem nun gestarteten Bauabschnitt des RS 4 auf der Markung der Gemeinde Reichenbach an der Fils wird ein weiteres Puzzlestück für eine schnelle Radverbindung im Filstal umgesetzt. Gleichzeitig sammeln wir mit dem Einsatz innovativer Baustoffe wertvolle Erfahrungen, die wir für künftige Projekte nutzen werden. So treiben wir den Ausbau moderner, nachhaltiger Mobilitätsinfrastruktur weiter voran.“

Großer Schritt hin zur Mobilitätswende

Reichenbachs Bürgermeister Bernhard Richter sagte: „Wir sind sehr froh, dass der Radschnellweg vom bestehenden Demonstrationsstück bis zu unserem Bahnhof nun weitergebaut wird und hoffen natürlich, dass die Planung Richtung Stuttgart mit Nachdruck weiterbetrieben und rasch realisiert werden kann. Optimale und sichere Radwegeführungen sind ein wichtiger Baustein für eine attraktive Radinfrastruktur und erleichtern den Menschen die Entscheidung zum Umstieg vom Auto auf das Rad. Damit machen wir einen großen Schritt hin zur Mobilitätswende.“

Der RS 4 liegt in der Baulast des Landes Baden-Württemberg und soll vor allem Pendlerinnen und Pendlern eine umwegfreie, sichere und komfortable Route bieten. In Ebersbach geht er nahtlos in den Radschnellweg RS 14 über, der künftig weiter über Göppingen bis nach Süßen führen soll. Erste Abschnitte des RS 14 (einschließlich der Filsquerung) sind bereits freigegeben. Der neue Abschnitt des RS 4 wird überwiegend vier Meter breit gebaut. Lediglich im Bereich der Wehranlage an der Fils verengt sich der Weg auf bis zu drei Meter.

Innovatives Baumaterial: Einsatz von Biobitumen

Für den Asphaltaufbau des Radschnellwegs – bestehend aus Tragschicht und Deckschicht – kommt Biobitumen zum Einsatz. Dieses ersetzt herkömmliches erdölbasiertes Bitumen und besteht aus pflanzlichen Ölen aus der Schale von Cashew-Nüssen sowie mineralischen Stoffen. Die sonstige Zusammensetzung des Asphalts unterscheidet sich nicht von derjenigen mit herkömmlichem Bitumen.

Beim RS 4 werden verschiedene Streckenabschnitte mit verschiedenen Asphaltzusammensetzungen erprobt, also mit unterschiedlichen Anteilen an Recyclingmaterial. Ein externer Gutachter misst und bewertet zudem die Aerosol-Immissionen beim Einbau. Durch den Einsatz von Biobitumen verbessert sich die Kohlenstoffdioxid(CO2)-Bilanz des Asphalts deutlich.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 2,1 Millionen Euro. Das Land trägt davon rund 525.000 Euro (25 Prozent) und der Bund fördert den Bau mit 1,57 Millionen Euro (75 Prozent).

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