Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat Beschlüsse zur Weiterförderung von Mehrgenerationenhäusern sowie zur Bekämpfung von Einsamkeit junger Menschen verabschiedet. Das Land-Baden-Württemberg hat beide Beschlüsse mit eingebracht.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Symbolbild

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat bei ihrer Sitzung in Frankfurt am Main zentrale Beschlüsse auf Initiative und mit maßgeblicher Beteiligung Baden-Württembergs gefasst. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist kein Nebenthema, sondern Kern staatlicher Verantwortung. Gerade junge Menschen, Familien und ältere Menschen brauchen Orte, Strukturen und Angebote, die verlässlich sind, Begegnung ermöglichen und Schutz geben. Die Beschlüsse der Jugend- und Familienministerkonferenz setzen dafür ein wichtiges gemeinsames Signal der Länder“, sagte der Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Oliver Hildenbrand, anlässlich seiner ersten Teilnahme an der Jugend- und Familienministerkonferenz.

Mehrgenerationenhäuser über 2028 hinaus sichern

Mit dem von Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eingebrachten und einstimmig gefassten Beschluss zur Weiterförderung der Mehrgenerationenhäuser setzt die Jugend- und Familienministerkonferenz ein deutliches Signal für den generationenübergreifenden Zusammenhalt. Die Bundesregierung wird aufgefordert, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die erfolgreiche Arbeit der Mehrgenerationenhäuser über das Jahr 2028 hinaus zu sichern.

„Mehrgenerationenhäuser sind das gelebte Versprechen, dass niemand allein gelassen wird. Sie verbinden Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden, schaffen Vertrauen dort, wo es brüchig geworden ist, und halten unsere Quartiere generationengerecht und solidarisch zusammen, in guten Zeiten wie in Krisen. Der Bund ist aufgefordert, diese wertvolle Arbeit über 2028 hinaus zu sichern“, so Hildenbrand.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit 61 Mehrgenerationenhäuser, davon 53 mit Bundesförderung. Sie sind offene Begegnungsorte für Menschen aller Generationen, Herkünfte und Lebenslagen. Sie fördern bürgerschaftliches Engagement, schaffen niedrigschwellige Unterstützung im Alltag und stärken als verlässliche soziale Infrastruktur den Zusammenhalt in den Quartieren. Gerade angesichts wachsender Polarisierung, des demografischen Wandels und zunehmender Einsamkeit brauche es solche Orte mehr denn je.

Einsamkeit junger Menschen entschlossen begegnen

Ebenfalls einstimmig verabschiedete die Jugend- und Familienministerkonferenz den von Baden-Württemberg mit eingebrachten Beschluss zur Bekämpfung von Einsamkeit. Der Beschluss nimmt insbesondere zielgruppen- und quartiersorientierte Ansätze in den Blick.

„Einsamkeit betrifft Menschen in allen Lebenslagen und Altersgruppen, aber gerade auch Jugendliche und junge Erwachsene. Während und nach der Covid-19-Pandemie sind die Belastungen deutlich sichtbarer geworden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder gemeinsam ein klares Signal senden: Wir lassen in unserem Engagement gegen Einsamkeit nicht nach“, sagte Minister Hildenbrand.

Rund 35 Prozent der in Baden-Württemberg lebenden jungen Menschen sind von Einsamkeit betroffen, sechs Prozent davon besonders stark. Das zeigt eine vom Sozialministerium geförderte Studie der Bertelsmann Stiftung (PDF), die im November 2025 veröffentlicht wurde. Die Autorinnen und Autoren empfehlen unter anderem, Angebote zur Reduzierung von Einsamkeit dort stärker zu verankern, wo junge Menschen erreicht werden: in Schule, Ausbildung, Hochschule, beim Berufseinstieg, im Internet und in sozialen Medien. Auch präventive Programme zur Stärkung von Resilienz und Wohlbefinden müssten mitgedacht werden. „Wer Zusammenhalt stärken will, muss Einsamkeit ernst nehmen. Es geht darum, früh hinzuschauen, gut zu vernetzen und Angebote so zu gestalten, dass sie junge Menschen tatsächlich erreichen“, so Hildenbrand.

Die Beschlüsse der Jugend- und Familienministerkonferenz zeigen, dass Baden-Württemberg sich aktiv und taktgebend in die bundesweite Debatte einbringe, betonte Hildenbrand: „Es geht immer um die Frage, wie wir jungen Menschen, Familien und älteren Menschen Sicherheit geben, Teilhabe ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt konkret stärken.“

Weitere Meldungen

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheitsschutz

Temperaturanstieg und hohe UV-Strahlung am Pfingstwochenende

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet

ELR
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats; von links: Jörg Vettermann und Susanne Balzer (beide stellvertretende Vorsitzende), Stephanie Wieland (stellvertretende Kassenwartin), Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene (Kassenwart), Chrissy Bach (Schriftführerin) und Georg Beier (stv. Vorsitzender).
Schule

Neuer Vorstand des Landeselternbeirats gewählt

Ministerpräsident Cem Özdemir bei seiner Regierungserklärung im Landtag von Baden-Württemberg
Regierungserklärung

„Wir brauchen neuen Mut für eine neue Zeit“

Mitarbeiterinnen des Malteser Hilfsdienstes stehen mit Lebensmitteln vor einer Haustür.
Ehrenamt

Bewerbung für Engagement-Preis gestartet

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Ausbildung

13 Millionen Euro für überbetriebliche Berufsausbildung

Landtagspräsident Thomas Strobl (links) und Cem Özdemir (rechts) bei dessen Vereidigung als Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Landesregierung

Cem Özdemir ist neuer Ministerpräsident

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Steuereinnahmen des Landes sinken nur leicht

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat