Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat Beschlüsse zur Weiterförderung von Mehrgenerationenhäusern sowie zur Bekämpfung von Einsamkeit junger Menschen verabschiedet. Das Land-Baden-Württemberg hat beide Beschlüsse mit eingebracht.

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Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Sitzung der Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder in Frankfurt am Main

Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder hat bei ihrer Sitzung in Frankfurt am Main zentrale Beschlüsse auf Initiative und mit maßgeblicher Beteiligung Baden-Württembergs gefasst. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist kein Nebenthema, sondern Kern staatlicher Verantwortung. Gerade junge Menschen, Familien und ältere Menschen brauchen Orte, Strukturen und Angebote, die verlässlich sind, Begegnung ermöglichen und Schutz geben. Die Beschlüsse der Jugend- und Familienministerkonferenz setzen dafür ein wichtiges gemeinsames Signal der Länder“, sagte der Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Oliver Hildenbrand, anlässlich seiner ersten Teilnahme an der Jugend- und Familienministerkonferenz am Freitag, 22. Mai 2026.

Mehrgenerationenhäuser über 2028 hinaus sichern

Mit dem von Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eingebrachten und einstimmig gefassten Beschluss zur Weiterförderung der Mehrgenerationenhäuser setzt die Jugend- und Familienministerkonferenz ein deutliches Signal für den generationenübergreifenden Zusammenhalt. Die Bundesregierung wird aufgefordert, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die erfolgreiche Arbeit der Mehrgenerationenhäuser über das Jahr 2028 hinaus zu sichern.

„Mehrgenerationenhäuser sind das gelebte Versprechen, dass niemand allein gelassen wird. Sie verbinden Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden, schaffen Vertrauen dort, wo es brüchig geworden ist, und halten unsere Quartiere generationengerecht und solidarisch zusammen, in guten Zeiten wie in Krisen. Der Bund ist aufgefordert, diese wertvolle Arbeit über 2028 hinaus zu sichern“, so Hildenbrand.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit 61 Mehrgenerationenhäuser, davon 53 mit Bundesförderung. Sie sind offene Begegnungsorte für Menschen aller Generationen, Herkünfte und Lebenslagen. Sie fördern bürgerschaftliches Engagement, schaffen niedrigschwellige Unterstützung im Alltag und stärken als verlässliche soziale Infrastruktur den Zusammenhalt in den Quartieren. Gerade angesichts wachsender Polarisierung, des demografischen Wandels und zunehmender Einsamkeit brauche es solche Orte mehr denn je.

Einsamkeit junger Menschen entschlossen begegnen

Ebenfalls einstimmig verabschiedete die Jugend- und Familienministerkonferenz den von Baden-Württemberg mit eingebrachten Beschluss zur Bekämpfung von Einsamkeit. Der Beschluss nimmt insbesondere zielgruppen- und quartiersorientierte Ansätze in den Blick.

„Einsamkeit betrifft Menschen in allen Lebenslagen und Altersgruppen, aber gerade auch Jugendliche und junge Erwachsene. Während und nach der Covid-19-Pandemie sind die Belastungen deutlich sichtbarer geworden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder gemeinsam ein klares Signal senden: Wir lassen in unserem Engagement gegen Einsamkeit nicht nach“, sagte Minister Hildenbrand.

Rund 35 Prozent der in Baden-Württemberg lebenden jungen Menschen sind von Einsamkeit betroffen, sechs Prozent davon besonders stark. Das zeigt eine vom Sozialministerium geförderte Studie der Bertelsmann Stiftung (PDF), die im November 2025 veröffentlicht wurde. Die Autorinnen und Autoren empfehlen unter anderem, Angebote zur Reduzierung von Einsamkeit dort stärker zu verankern, wo junge Menschen erreicht werden: in Schule, Ausbildung, Hochschule, beim Berufseinstieg, im Internet und in sozialen Medien. Auch präventive Programme zur Stärkung von Resilienz und Wohlbefinden müssten mitgedacht werden. „Wer Zusammenhalt stärken will, muss Einsamkeit ernst nehmen. Es geht darum, früh hinzuschauen, gut zu vernetzen und Angebote so zu gestalten, dass sie junge Menschen tatsächlich erreichen“, so Hildenbrand.

Die Beschlüsse der Jugend- und Familienministerkonferenz zeigen, dass Baden-Württemberg sich aktiv und taktgebend in die bundesweite Debatte einbringe, betonte Hildenbrand: „Es geht immer um die Frage, wie wir jungen Menschen, Familien und älteren Menschen Sicherheit geben, Teilhabe ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt konkret stärken.“

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