Windenergie

Baden-Württemberg und Bayern setzen sich für Ausbau der Windenergie ein

Baden-Württemberg und Bayern setzen sich im Bundesrat für bessere Bedingungen beim Windenergieausbau ein. Windkraftanlagen bringen mehr Planungssicherheit, geringere Stromproduktionskosten und mehr Souveränität.

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Windräder
Symbolbild

Bayern und Baden-Württemberg setzen sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Windenergieausbau ein. Mit mehreren Anträgen im Bundesrat werden Bayern und Baden-Württemberg Nachbesserungen an der geplanten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fordern. Ziel ist ein schnellerer, regional ausgewogener und systemdienlicher Ausbau der Windenergie an Land.

Der Bayerische Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger sagte: „Bayern hat seine Hausaufgaben gemacht. Wir bauen die Erneuerbaren Energien gezielt und mit Vernunft weiter aus. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort, schafft Versorgungssicherheit und macht uns unabhängiger von Energieimporten. Jetzt darf der Bund unsere Erfolge nicht stoppen und die Bedingungen verschlechtern. Windenergie muss auch dort entstehen, wo der Strom gebraucht wird – gerade in den industriestarken Regionen Süddeutschlands. Das entlastet die Netze, reduziert den Transportbedarf und stärkt unsere Versorgungssicherheit. Die aktuellen Planungen im EEG-Entwurf gefährden den Bau der zahlreichen, bereits genehmigten Projekte.“

Baden-Württembergs Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker sagte: „Jeden Tag starren wir auf Nachrichten zur Straße von Hormus und müssen mit ansehen, wie der Iran und Donald Trump die Märkte für Brennstoffe auf ungeahnte Höhen treiben. Wir müssen uns unabhängig machen vom Preisroulette bei Gas und Öl. Jede Windkraftanlage, die Importe aus Krisenregionen verringert, bringt uns mehr Planungssicherheit, geringere Stromproduktionskosten und mehr Souveränität.“

Erhöhung der jährlichen Ausschreibungsmenge gefordert

Konkret fordern Bayern und Baden-Württemberg eine Erhöhung der jährlichen Ausschreibungsmenge von 10.000 auf 14.000 Megawatt sowie eine zusätzliche Windsonderausschreibung im Jahr 2027 mit 5.000 Megawatt. Zudem soll ein eigenes Zuschlagssegment für Süddeutschland eingeführt werden, das mindestens 20 Prozent des Ausschreibungsvolumens für Projekte in der Südregion reserviert.

Darüber hinaus sprechen sich die Länder dafür aus, den Korrekturfaktor für windschwächere Standorte in Süddeutschland von bislang vorgesehenen 1,50 auf 1,70 anzuheben. Dieser gleicht neben einem geringeren Windertrag auch höhere Investitionskosten aus – etwa in Mittelgebirgen im Vergleich zu flachen Küstenstandorten. Ohne Anpassung droht, dass ein erheblicher Teil bereits genehmigter Projekte im Süden wirtschaftlich nicht realisiert werden kann. Bereits bei der vergangenen Ausschreibungsrunde im Februar für eine Mindestvergütung für Windkraftanlagen nach EEG gingen nur zwei Prozent der bundesweiten Ausschreibungsmenge nach Bayern und Baden-Württemberg.

„Die Energiewende ist der Schlüssel für erfolgreichen Klimaschutz. Mit den angemeldeten Anlagen erreicht Baden-Württemberg sein Klimaziel bis 2030 locker. Diese über 1.000 Anlagen nicht mehr bauen zu können, wäre eine Sabotage aller Anstrengungen für Verfahrensbeschleunigungen der vergangenen Jahre“, so Walker.

Aiwanger sagte: „Süddeutsche Windprojekte brauchen faire Wettbewerbsbedingungen. Es geht nicht um Sondervorteile, sondern um den Ausgleich struktureller Nachteile windschwächerer Standorte.“ Die Bayerische Staatsregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 insgesamt 1.000 neue Windenergieanlagen auf den Weg zu bringen. Allein im vergangenen Jahr wurden in Bayern 819 Genehmigungsanträge für neue Windenergieanlagen gestellt und Genehmigungen für 198 Anlagen erteilt.

Studie zu Windkraft im Süden

Eine aktuelle Studie (März 2026) der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München errechnet, dass sich durch einen bevorzugten Ausbau der Windenergie im Süden 1,8 Milliarden Euro Kosten sparen lassen. Grund: Durch eine ausgewogene regionale Verteilung der Erzeugung reduzieren sich Kosten für Netzengpassmanagement (Redispatch) im Vergleich zu einer Ballung der Windenergie im Norden. Die Studie wurde erstellt im Auftrag der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) und des Landesverbands Erneuerbare Energien Bayern (LEE Bayern).

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

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