Tierschutz

Gemeinsame Tierschutz-Fortbildung für Amtstierärzte und Juristen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.

Mit der gemeinsamen Tierschutz-Fortbildung für Amtstierärzte und Juristen verbessert das Land die Zusammenarbeit als Chance für einen verbesserten Tierschutzvollzug.

Auch dieses Jahr fand das gern angenommene Arbeitsgespräch zwischen im Tierschutz arbeitenden Amtstierärztinnen und Amtstierärzte und Juristinnen und Juristen unter dem Namen „Tierschutzfälle vor Gericht“ statt. Die Fortbildungsreihe wird durch die Stabsstelle der Landestierschutzbeauftragten veranstaltet und gibt Raum zum interdisziplinären Austausch zwischen den Berufsgruppen. „Eine enge Zusammenarbeit zwischen Amtstierärztinnen und Amtstierärzten und Juristinnen und Juristen ist Grundvoraussetzung für gelingenden Tierschutzvollzug. Dafür ist ein Verständnis des gegenseitigen Fachgebietes notwendig, was wir durch unsere Veranstaltung fördern möchten“, erklärt die Landesbeauftragte für Tierschutz Dr. Julia Stubenbord am 21. September 2022 in Stuttgart.

500 Teilnehmende erweitern ihre Kenntnisse zum Tierschutz

In vier Vorträgen mit anschließender Diskussion erweiterten annähernd 500 Teilnehmende ihre Kenntnisse auf dem Gebiet Ordnungswidrigkeiten im Tierschutz. Der Titel der diesjährigen Fortbildung war „Ordnungswidrigkeiten – eine Schlappe oder Chance für den Tierschutz?“. Der Lehrstuhlinhaber für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts-und Steuerstrafrecht von der Universität Mannheim, Prof. Dr. Jens Bülte, gab den Teilnehmenden mit seinem Vortrag „Grundsätzliches zum Ordnungswidrigkeitenrecht im Tierschutz“ eine juristische Einführung in das Thema, nachdem die Landestierschutzbeauftragte eine Einleitung über Bußgeldverfahren aus Sicht einer Amtstierärztin gegeben hat. Sigrid Gies, juristische Mitarbeiterin der Stabsstelle, referierte anschließend über, für den Tierschutzvollzug relevante, Ordnungswidrigkeiten. Herr Stephan Ludwig, Experte für Verwaltungsrecht vom Landratsamt Göppingen, beleuchtete das Thema aus Sicht der Verwaltung und berichtet insbesondere über Schwierigkeiten und mögliche Lösungsansätze im Vollzug. Unter dem Titel „Fallstricke in tierschutzrechtlichen Ordnungswidrigkeitenverfahren aus Sicht der Verwaltung“ ging er dabei auch auf die Bußgeldbemessung und die notwendige Zusammenarbeit zwischen Amtstierärztinnen und Amtstierärzten und der Bußgeldbehörde/Polizei ein. Der letzte Vortrag von Dr. Peter Scheibl, Fachtierarzt für Tierschutz, vom Bayrischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konzentrierte sich auf tierschutzrelevante Ordnungswidrigkeiten auf Schlachthöfen und beim Transport von landwirtschaftlich genutzten Tieren. Die Stabsstelle organisiert das jährlich stattfindende Arbeitsgespräch bereits seit 2018.

Schwerpunkt im vergangenen Jahr war das Tierschutzstrafrecht. Wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Straftaten im Tierschutzbereich ist, zeigte eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Leipzig, die die Strafverfolgung bei Verdacht auf Tierschutzverstöße in der Landwirtschaft untersuchte. Die Auswertung von 150 Fällen ergab elf Verurteilungen, wovon zehn Geldstrafen und eine Verurteilung eine Freiheitsstrafe auf Bewährung waren. „Nicht nur, dass es kaum Verurteilungen gibt, auch, dass Schmerzen und Leiden und auch der Tod von landwirtschaftlich genutzten Tieren oft als Naturgeben hingenommen werden, zeigt, dass es mehr fachlichen Austausch zwischen anzeigenden Behörden und Staatsanwaltschaften geben muss“, findet Stubenbord. Die Veranstaltung der Stabsstelle versucht einen Teil zum besseren Verständnis zwischen den Berufsgruppen beizutragen.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Die Stabsstelle der Landesbeauftragten für Tierschutz

Weitere Meldungen

Minister Moritz Oppelt unterzeichnet den Staatsvertrag
Justiz

Mehr Überwachung von Gewalttätern durch elektronische Fußfesseln

von links nach rechts: Thomas Uhl von der Justizvollzugsanstalt Ravensburg, Amtschefin des Ministeriums der Justiz und für Migration Gerda Windey, Kevin Brennecke von der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Justiz

108 neue Vollzugsanwärter

Streuobst
Streuobst

Streuobstpreis des Landes verliehen

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Tierschutz

Schwer verletzter Wolf musste entnommen werden

Wahl der 78. Deutschen Weinkönigin
Weinbau

Gentges gratuliert Deutscher Weinprinzessin

Agrarministerkonferenz - Würzburg
Landwirtschaft

Herbst-Agrarministerkonferenz 2026 in Würzburg

Minister Bundesrat
Bundesrat

Bundespolizeigesetz wird modernisiert

4. AG Stuttgart
Justiz

241 neue Auszubildende als Justizfachangestellte

von links nach rechts: Amtschefin des Ministeriums der Justiz und für Migration Gerda Windey, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt, Präsident des Sozialgerichts Reutlingen a. D. Martin Rother und Präsident des Landessozialgerichts Bernd Mutschler
Justiz

Präsident des Sozialgerichts Reutlingen tritt in den Ruhestand

von links nach rechts: Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe Jörg Müller, Präsidentin des Landgerichts Baden-Baden Nicole Helms, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt, Amtschefin des Ministeriums der Justiz und für Migration Gerda Windey.
Justiz

Neue Präsidentin des Landgerichts Baden-Baden

Landwirtschaftliches Hauptfest
Landwirtschaft

Eröffnung des 102. Landwirtschaftlichen Hauptfestes

Isabel Kling
Verwaltung

Isabel Kling wird neue Regierungspräsidentin in Tübingen

Luftaufnahme des Bodensees mit niedrigem Wasserstand und freigelegtem Uferbereich neben bewaldetem Land
Klimaschutz

Folgen des Hitzesommers 2026 und entsprechende Maßnahmen

Biomusterregionen
Ernährung

Mehr regionale Bio-Produkte in Kantinen und Mensen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
Landwirtschaft

Eduard-Lucas-Medaille für die Initiative Kulturland Hohenlohe