Gedenken

Gedenken an die Reichspogromnacht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Zaun steht vor der Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart. (Bild: Sebastian Gollnow / dpa)

Innenminister Thomas Strobl gedenkt in der Stuttgarter Synagoge an die Reichspogromnacht am 9. November 1938.

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am heutigen 9. November 2022 in der Stuttgarter Synagoge:

„Der 9. November 1938 war einer der dunkelsten und beschämendsten Momente in der deutschen Geschichte, der Abend vor der Reichspogromnacht. Wir gedenken deshalb heute der verbrecherischen Gewalt, die während der Novemberpogrome 1938 den Jüdinnen und Juden in Deutschland angetan wurde: Eine verbrecherische Gewalt, die Schmiermittel auf der schiefen Ebene war, die zum Zivilisationsbruch und Menschheitsverbrechen Shoa geführt hat. Wir denken an die Millionen von Menschen, die im nationalsozialistischen Unrechtsstaat ermordet worden sind, an das unendliche Leid und die unerträglichen Qualen, die diese Menschen vor ihrem Tod erdulden mussten, an die Überlebenden, die ihr Leben nach Auschwitz weiterzuleben hatten. Wenn wir in uns gehen, versuchen wir auch, den Funken einer Ahnung davon zu bekommen, in wie vielen glücklichen Leben wie viele glückliche Momente mehr hätten gelebt werden können ohne die grausame tödliche Vernichtungsindustrie im nationalsozialistischen Deutschland.

Ich wüsste nicht, wie ich es könnte, und ob ich es überhaupt könnte: als ein Nachfahre der Opfer in dem Land zu leben, das das Land der Nachfahren der damaligen Täter ist. Daher danke ich der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs aus tiefstem Herzen und in großer Demut, dass sie mich eingeladen haben, heute der Reichspogromnacht zu gedenken. Wir sind zutiefst dankbar dafür, dass wir heute jüdisches Leben und jüdische Kultur in Deutschland erleben dürfen. Das ist nicht selbstverständlich. Wir sind dankbar für jüdisches Leben, jüdische Kultur als einen festen, integralen, selbstverständlichen Teil des Lebens in Deutschland, mit aktiven, lebendigen Gemeinden. Die schrecklichen Ereignisse, dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte muss uns auch immer eine Mahnung sein: Wehret den Anfängen! Und das gilt übrigens nicht nur für das Mitmachen, das gilt auch für das Weghören und Wegschauen. Denn sie sind die bösen Vorboten und der vergiftete Nährboden eines vergifteten gesellschaftlichen Klimas. Jede und jeder von uns trägt hier Verantwortung. Deshalb lassen wir nicht nach und setzen uns auch als Landesregierung noch entschlossener und noch geschlossener gegen Hass und Hetze ein“, so Strobl.

Weitere Meldungen

Eine Trachtengruppe beim Landesfestumzug der Heimattage 2018 in Waldkirch (Bild: © picture alliance/Achim Keller/dpa).
Kunst und Kultur

Land ehrt zehn Bürgerinnen und Bürger mit Heimatmedaille

Heimat

Höhepunkt der Heimattage 2026: Landesfesttage in Oberkirch

Startbildschirm der Warn-App NINA.
Bevölkerungsschutz

Bundesweiter Warntag am 10. September 2026

Ministerin Theresa Schopper spricht auf der Pressekonferenz anlässlich der landesweiten Eröffnung des Tages und der Nacht des offenen Denkmals 2026 in Rottweil.
Denkmalpflege

Nacht und Tag des offenen Denkmals 2026

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand. Auf dem Display sieht man die Startseite der Ehrenamtskarten-App für Baden-Württemberg.
Bürgerengagement

Mehr als 25.000 Ehrenamtskarten ausgegeben

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Kinderschutz

Aktionstage Kinder- und Jugend­schutz gehen in zweite Runde

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Land fördert 37 lokale Integrationsprojekte

Aus den Händen von Justizminister Moritz Oppelt (links( hat Thorsten-Peter Krapp (Mitte) seine Ernennungsurkunde zum neuen Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg – Zweigstelle Lörrach erhalten. Zu den ersten Gratulanten zählte der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Michael Krauß (rechts).
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwalt­schaft Freiburg – Zwst. Lörrach

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Auf dem Weg zur digital vernetzten Justiz der Zukunft

Salbei-Glatthafer-Wiese auf einer Böschung im Frühsommer (Foto: © Dr. Tillmann Stottele)
Arten- und Klimaschutz

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen stehen lächeld da und tragen Fahrradhelme.
Radverkehr

Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Links: Prof. Dr. Andreas Gundelwein, rechts: Dr. Jens Bortloff
Kunst und Kultur

TECHNOSEUM erhält neue Doppelspitze

von links nach rechts: Landespolizeidirektor Carsten Höfler, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Offenburg Andreas Bjedov und Staatssekretär Reiner Moser
Polizei

Neuer Polizeipräsident beim Polizeipräsidium Offenburg

Neuer begrünter Mittelstreifen auf einem Teilstück der Straße „Waldsteige“ in Mosbach
Flächenmanagement

Mosbach erhält Prämie für Maßnahme „Waldsteige“