Raumentwicklung

Neue Veranstaltungsreihe zur systematischen Raumbeobachtung

Mit dem neuen „Forum Raumentwicklung Baden-Württemberg“ schafft das Land eine dauerhafte Austauschplattform für Fachleute aus Wissenschaft, Statistik und Planung.

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Forum Raumentwicklung

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen hat eine neue Veranstaltungsreihe „Forum Raumentwicklung Baden-Württemberg“ aufgelegt. Damit soll die systematische Raumbeobachtung im Land gestärkt werden.

Bauministerin Nicole Razavi sagte: „Für mich ist klar: Aktuelle Zahlen und Fakten zu räumlichen Strukturen und Zukunftstrends sind der Schlüssel zum Erfolg der räumlichen Planung. Daher ist es mir ein großes Anliegen, die systematische Raumbeobachtung zu stärken und sichtbarer zu machen. Unser neues Forum Raumentwicklung soll hierfür ein Baustein sein, und eine Plattform bieten für das Vernetzen und den regelmäßigen Austausch zwischen Raumbeobachtern, Statistikern, Wissenschaftlern und Planern.“

Rund 70 Akteure aus Raumwissenschaft, Raumbeobachtung und Raumplanung kamen am 8. Dezember 2025, zur Auftaktveranstaltung in Stuttgart zusammen, um sich zu neuen Daten und Analysen auszutauschen. Im Fokus standen das gegenseitige Update, die Vernetzung, das Schaffen von Synergien und die Diskussion darüber, welche Daten für eine gute Planung nötig sind. Dabei wurde deutlich: Die systematische Raumbeobachtung im Land erfährt im Zuge der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans (LEP) einen Booster. 

Raumanalyse und weitere Gutachten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung befassten sich unter anderem mit der neuen Raumanalyse: Diese wurde im Auftrag des Ministeriums erstellt und bildet neben weiteren Gutachten eine wichtige Datengrundlage für den neuen LEP. In der Raumanalyse beleuchten die Institute für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS),für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ)für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) und für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart sowie das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) Dortmund die räumliche Entwicklung des Landes in den letzten zwei Dekaden. Sie umfasst auch verschiedene Überlegungen und Methoden zur Abgrenzung von Räumen, beispielsweise von Raumkategorien. Ein wichtiges Ergebnis der Analyse: Die demografische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes erhöht den Druck auf die Flächen weiter. Funktionale Verflechtungen – etwa zwischen Siedlung und Freiraum oder Stadt und Land – sollten daher stärker in den Blick genommen werden. 

Die Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer befassten sich auch mit der Analyse und Visualisierung von Siedlungsdichten in Baden-Württemberg durch die Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau. Danach können auch höhere Dichten erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie architektonisch, typologisch und funktional angemessen ausgestaltet sind. Zudem hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, einen ersten Blick auf das neue Daten- und Kartentool des Ministeriums zu werfen: Dieses bietet künftig einen Überblick über die räumlichen Entwicklungen und Muster im Land und in seinen Teilräumen, und macht in der Landkarte sichtbar, wie sich Megatrends wie „Demografischer und gesellschaftlicher Wandel“ oder „Klimawandel“ im Land abzeichnen.

Zusammenspiel von Raumbeobachtung und Raumplanung

Im Austausch mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaften (AG) der Regionalverbände zeigte sich, dass die Raumbeobachtung als integrierter Prozess verstanden werden sollte. Sie müsse sich an den Erfordernissen der Planung ausrichten und gut kommuniziert werden. Eine überörtliche und überfachliche Raumbeobachtung sei essenziell, um keine Fallstricke für die Planung zu übersehen. Raumbeobachtung sei dabei mehr als ein Rückspiegel. Vielmehr müsse sie neue Entwicklungen antizipieren und flexibel auf diese reagieren – ohne dabei die langfristige Perspektive aus dem Blick zu verlieren. 

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